Hückelhoven - Wie Seniorendienste und Hospizdienst zusammenarbeiten wollen

Wie Seniorendienste und Hospizdienst zusammenarbeiten wollen

Von: Ines Kubat
Letzte Aktualisierung:
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Der Geschäftsführer des ehrenamtlichen ambulanten Hospizdienstes „Regenbogen“, Georg Wiefels, und die beiden Koordinatorinnen Christine Kind und Susanne Hoeren mit dem Geschäftsführer der St.-Gereon-Seniorendienste, Bernd Bogert. Foto: Ines Kubat

Hückelhoven. Zeit ist etwas, das im hektischen Alltag eines Altenpflegeheimes besonders rar ist. Doch ein beruhigender Händedruck, ein liebes Wort oder auch einfach nur das Beistehen, kann für Senioren sehr viel bedeuten – besonders wenn sie wissen, dass sie bald sterben werden.

Diese Zeit für Unterstützung, Gespräche und Zuhören bringen die ehrenamtlichen Mitarbeiter vom ökumenischen ambulanten Hospizdienst „Regenbogen“ schon seit einigen Jahren in verschiedenen Einrichtungen im Kreis auf. Und nun haben sie auch eine Kooperation mit den Seniorendiensten St. Gereon geschlossen, die Häuser betreiben das Haus Berg in Brachelen, das Christinenstift in Gereonsweiler und das Johannisstift in Ratheim.

Dort hat man sich mit „Regenbogen“ ein Team von insgesamt 68 geschulten Ehrenamtlern ins Boot geholt. In einem palliativen Ansatz und als Kombination aus ärztlicher, psychosozialer und theologischer Arbeit will man den Senioren, deren Angehörigen und auch den Pflegemitarbeitern vor und nach dem Tod des Bewohners beistehen.

„Man muss uns nicht erst um fünf vor zwölf ins Boot holen“, sagt Georg Wiefels, Vorsitzender des Vereins „Regenbogen“. Manche Patienten suchen, wie er berichtet, schon Monate vor ihrem Tod Halt und wollen mit den mobilen Hospizdienst-Mitarbeitern sprechen und Dinge regeln.

Für die meisten aber beginnt erst mit einer fatalen Diagnose oder vor einer schwierigen Operation der Prozess, sich mit dem eigenen Sterben auseinanderzusetzen, weiß Wiefels.

Genau dann benötigen in der Regel auch Kinder, Geschwister oder Ehepartner einen guten Rat und Beistand vom Hospizdienst. Gleichzeitig steht „Regenbogen“ auch den Mitarbeitern zur Seite – die mitunter über die Jahre vertrauensvolle Beziehungen zu den Senioren aufgebaut haben. „Wir machen nicht nur Sterbe- sondern auch Trauerbegleitung“, erklärt Wiefels. Manchmal tritt aber „Regenbogen“ auch als Moderator auf – etwa wenn es Differenzen zwischen Angehörigen und Pflegern gibt. „Das kann beruhigende Wirkung haben, wenn eine neutrale Person dazu kommt.“

117 Sterbebegleitungen hatte „Regenbogen“ allein im vergangenen Jahr 2016. Finanziert wird der Hospizdienst über eine Fallpauschale von den Krankenkassen. Jedes Jahr werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter von „Regenbogen“ nachgeschult und gleichzeitig werden neue ausgebildet – das dauert insgesamt ein dreiviertel Jahr, erklärt Susanne Hoeren, die mit Christine Kind die Arbeit des Vereins koordiniert.

Diese externe Expertise ist es auch, die Bernd Bogert, Geschäftsführer der St.-Gereon-Seniorendienste, sehr zu schätzen weiß. Knapp 30 Sterbefälle habe es in seinen Häusern im vergangen Jahr gegeben – davon sieben im Krankenhaus. „Ich hoffe, dass hier bald mehr Leute sterben.“ Solch ein Satz lässt einen zunächst stutzen, doch aus Sicht von Menschen wie Bernd Bogert ist er ganz verständlich.

Denn der hofft für seine Bewohner, dass sie ihre letzten Minuten nicht in der Intensivstation irgendeines Krankenhauses erleben, sondern in vertrauter Umgebung verbringen können. Mit Menschen, die sich kennen – einem Zuhause eben, selbst wenn es nicht mehr das eigene, sondern ein Altenpflegeheim ist. „Das wünscht sich doch eigentlich jeder“, sagt Bogert.

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