Wie Elena durch Delfine ein kleines Wunder erlebte

Von: Anna Petra Thomas
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Auch wenn‘s mal nass wird wie hier bei der Wasserschlacht auf dem Dorfplatz, ist Elena mit viel Spaß bei der Sache. Foto: Anna Petra Thomas
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Die Kinder der Ferienspiele legen sich für ihre Auftritte bei der heutigen Benefizveranstaltung zugunsten von Elena mächtig ins Zeug.

Selfkant-Höngen. „Elena, komm! Wasserschlacht!“ Elena kommt schnell… nein, in ihrem kleinen Elektro-Rolli fährt sie schnell über den Dorfplatz zu den anderen Kindern. Sie will dabei sein, wenn es gilt, die gegnerische Mannschaft mit nassen Schwämmen zu bewerfen.

Elena Looser ist eine schwer behinderte, aber doch äußerst lebenslustige 14-Jährige, die schon seit drei Jahren bei den Ferienspielen der Offenen Jugendarbeit Selfkant in Höngen ganz selbstverständlich dabei ist. Auch dieses Mal wieder, wo die Teilnehmer zusammen mit Familie Lagrin vom Zirkus „Regenbogen“ erneut ein Zirkusprogramm einstudieren. „Starke Kids in der Manege“ lautet das Motto der einwöchigen Aktion, die vom Land NRW im Rahmen des Projekts „Kulturrucksack“ gefördert wird.

Elena wird wieder bei den Zauberern mitmachen, und doch steht sie dieses Mal ein bisschen mehr im Mittelpunkt. Nach den Aufführungen am Freitag für die Kinder aus den Kindergärten sowie für Eltern, Verwandte und Freunde wird es nämlich am heutigen Samstag noch eine ganz besondere Aufführung geben. Dazu lädt der Kulturverein Selfkant ein. Dann werden die Kinder noch einmal auftreten, aber auch die Betreuer mit einer eigenen Nummer und natürlich die Mitglieder der Familie Lagrin selbst.

Der Eintritt ist frei, aber Spenden werden gesammelt für eine Delfintherapie, die sich Elena so sehr wünscht.

Elena wurde 2001 zu früh geboren und erlitt eine Hirnblutung, die ihren gesamten Bewegungsapparat schwer geschädigt hat. In ihrem Elektro-Rollstuhl ist sie komplett angeschnallt. Seit einem Jahr leidet sie zudem an Epilepsie. Als Elena vier Jahre alt war, ist sie mit ihrer Familie und dank vieler Spenden nach Curacao geflogen. Sich besser bewegen zu können, war das Ziel der Therapie mit den Delfinen.

Das sei leider nicht gelungen, erzählt ihre Mutter Ulrike Herfs-Looser. Doch auf dem Rückflug habe sich Elena, die bis dahin gerade mal drei Worte sprechen konnte, alleine bei der Stewardess eine Apfelschorle bestellt. „Wie durch ein Wunder habe ich dort sprechen gelernt“, erklärt Elena der Ferienspiel-Gruppe in den Zeilen eines Briefes, die ihre Mutter für sie aufgeschrieben hat.

Um ihr vielleicht ein solches Wunder noch einmal zu ermöglichen, haben die Kinder und Jugendlichen, die im vergangenen Jahr an den Ferienspielen teilgenommen haben, die Initiative zu diesem besonderen Spendenprojekt ergriffen. Und der Kulturverein zögerte nicht lange, die Trägerschaft dafür zu übernehmen. „Das ist doch eine gute Sache. Da brauchten wir nicht lange zu überlegen“, erklärte Vorsitzender Gottfried Engendahl bei seinem Besuch bei den Kindern auf dem Dorfplatz.

Die Kinder, die in verschiedene Artistengruppen eingeteilt sind, üben sich jetzt fleißig als Feuerschlucker und Jongleure, Clowns, Zauberer und vieles mehr, ganz besonders für die Benefizveranstaltung zugunsten von Elenas Delfin-Therapie. Begleitet werden sie dabei von Franz-Josef Stoffels von der Offenen Jugendarbeit im Pfarrverband St. Servatius Selfkant, von Melanie Schmitz, Sozialarbeiterin an der Gesamtschule Gangelt-Selfkant und von vielen weiteren ehrenamtlichen Helfern. Mit dabei ist zudem Andrea Plümäkers mit zwei Therapiepferden. Vielleicht wird dann auch noch eine Pferdenummer… doch zu viel soll doch noch gar nicht verraten werden!

Bis zu zwei Stunden täglich arbeiteten die kleinen Artisten also an ihren Nummern. Danach wurde noch an den Kostümen gebastelt und natürlich gemeinsam gespielt, wie bei der Wasserschlacht. Da ist auch Elenas Mutter dabei. Was sie sich von einer neuen Therapie erhofft? „Ich erhoffe mir gar nichts. Ich lasse mich überraschen“, sagt sie.

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