Wie der Papst: Der Bischof im Gefängnis

Von: Anna Petra Thomas
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In der Gefängniskapelle der JVA Heinsberg taufte Weihbischof Dr. Johannes Bündgens zwei Gefangene. Sie und zwei weitere firmte er anschließend im selben Gottesdienst. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Zu Taufe, Erstkommunion und Firmung ist Weihbischof Dr. Johannes Bündgens auch in diesem Jahr in die Gefängniskapelle der Justizvollzugsanstalt (JVA) nach Heinsberg gekommen. Vier Gefangene hatten sich zusammen mit Pfarrer Rüdiger Hagens und Diakon Stephan Lütgemeier auf den Empfang der Sakramente vorbereitet.

Der Weihbischof folge in gewisser Weise dem neuen Papst Franziskus nach, der am Gründonnerstag in ein römisches Gefängnis gegangen ist, um dort Häftlingen die Füße zu waschen, erklärt Hagens.

Den Vergleich finde er „schmeichelhaft“, antwortete Bündgens. In seiner Predigt griff er das Bild des Menschenfischers aus dem Lukasevangelium auf. Jedes Kind habe seinen Berufswunsch. Manchmal gehe er auf eine etwas andere Weise in Erfüllung. So habe Bischof Heinrich Mussinghoff Maurer werden wollen. Heute baue er am Haus Gottes. „Es braucht den Mut, immer neu anzufangen“, sagte Bündgens den Gefangenen. Sie hätten sich durch Taufe und Firmung im Gefängnis schon auf den Weg gemacht. Geduld, Vertrauen, Mut und Hartnäckigkeit seien jetzt wichtig. In diesem Zusammenhang gefiel dem Weihbischof das Motto „Stark! Mich firmen lassen“, das die Gefangenen für ihre Vorbereitung gewählt hatten. Dass sie nach ihrer Entlassung in der Gesellschaft ihren Platz einnehmen und sie mit gestalten könnten, wünschte er ihnen. „Werdet Menschenfischer!“, forderte er sie auf.

Justin (20), einer der beiden Täuflinge und seit fünf Monaten in der JVA in Heinsberg, hielt nach dem Gottesdienst ganz glücklich das kleine Heftchen in der Hand, dass der Weihbischof ihm als Erinnerung überreicht hatte. „Ich glaube schon immer“, erzählt er. Er habe auch immer schon getauft werden wollen. „Ich hoffe, dass Gott mir dabei hilf, dass ich meinen Weg jetzt wirklich richtig einschlage.“

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