Wettbewerb „Hammerworte“: Mit Bibelpassagen ins Predigt-Finale

Von: Helmut Wichlatz
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Vor dem Predigt-Finale: (v.l.) Robin Banerjee, Marissa Vogel, Sebastian Walde, Luca Thiele und Dr. Titus Reinmuth. Foto: Helmut Wichlatz

Heinsberg/Erkelenz. Unter dem Titel „Hammerworte“ werden junge Menschen gesucht, die predigen wollen. Die Idee stammt vom evangelischen Heinsberger Pfarrer Sebastian Walde. Er fand in seinem Schwanenberger Kollegen Robin Banerjee und dem stellvertretenden Rundfunkbeauftragten der Evangelischen Kirche beim WDR, Dr. Titus Reinmuth, engagierte Mitstreiter.

Gesucht wurden Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren, die einen Predigttext schreiben, der auf einer Bibelstelle basiert. Das Interesse war groß, wie Walde und seine beiden Mistreiter schnell feststellten. In den Schulklassen und auch privat setzten sich die jungen Leute mit der Aufgabe auseinander und entwickelten Texte. Immerhin 31 Texte wurden schließlich bis Mitte Mai eingereicht, fünf schafften es bis in die Finalrunde.

„Die Aufgabe war nicht leicht“, räumt Robin Banerjee ein, der auch in seiner Gemeindearbeit und als Religionslehrer viel mit Jugendlichen arbeitet. Denn zu einigen der Gedanken mussten die passenden Bibelstellen erst gefunden werden.

„Der Reiz liegt in der modernen Sprache des 21. Jahrhunderts und der Sichtweise der jungen Menschen“, betonte Walde bei der Vorstellung der Finalisten im Cornelius-Burgh-Gymnasium. Der Ort war nicht zufällig gewählt, denn zwei der Finalisten sind Schülerinnen des CBG. Insgesamt waren die Jungs in dem Wettbewerb eher unterrepräsentiert, erklärte Walde. Ins Finale schaffte es keiner.

Marissa Vogel ist Schülerin des Wegberger Maximilian-Kolbe-Gymnasiums. Ihre Predigt handelt vom Salz der Erde und einem achtsamen Umgang mit der Welt, in der wir leben. „Die Ausschreibung hat mich sofort angesprochen“, berichtete die 17-Jährige.

Auch Luca Thiele war sofort überzeug. Die 15-Jährige hat sich mit dem Thema „Perfektion“ und den Ansprüchen an die Menschen auseinandergesetzt. Sie will mit ihrer Predigt ansprechen und die Zuhörer zum Nachdenken anregen. „Die Leute sollen wenigstens zuhören“, sagte auch Marissa. „Was sie dann für sich daraus machen, ist ihre Sache.“

„Viele der eingereichten Texte waren gut, aber keine Reden“, führte Walde aus. „Es waren eher Besinnungsaufsätze, die sich aber nicht für den Vortrag eigneten.“ Bei der Auswahl der Themen sei zu sehen gewesen, dass sich die jungen Teilnehmer selbst in das Thema ihrer Predigt einbezogen, erläuterte Rundfunkpfarrer Reinmuth. „Oftmals ging es um die eigene Rolle in der Gesellschaft.“ Sein Kollege Banerjee sah eine Sehnsucht nach Gnade in fast allen Texten.

Die fünf Finalistinnen treten am kommenden Sonntag, 11. Juni, ab 17 Uhr in der Christuskirche gegeneinander an. Auch die Band beetsn´berries trägt zu der Veranstaltung bei. Bis zum großen Finale werden die jungen Predigerinnen natürlich gecoacht. Denn zur Jury gehören neben den drei Geistlichen auch der Comedian mit Messdienererfahrung, Christian Pape, die beets-Sängerin Natascha Wenrich und die Heinsberger Schülerin Nele Otto. Die Siegerin ist dann am 23. Juni mit ihrer Predigt beim Rundfunkgottesdienst dabei.

Von der positiven Resonanz war Walde durchaus positiv überrascht. „Ich hatte gehofft, dass das Thema ankommt”, erklärte er. „Das Feedback hat mich jedoch ehrlich überrascht.”

Nun überlegen er und seine Kollegen, ob sie dieses bislang in der Evangelischen Kirche im Rheinland einzigartige Projekt wiederholen sollen.

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