Wer den Stichtag versäumt, bringt sich in Bredouille

Von: Rainer Herwartz
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Thomas Back (links) und Christoph Peters erinnern die „Nichtverbraucher“ stellvertretend für alle Kreditinstitute an den Sepa-Stichtag am 1. August. Foto: Herwartz

Heinsberg. Die Zeit drängt. „Diesmal“, so sagt Christoph Peters, Zahlungsverkehrsbeauftragter der Raiffeisenbank Heinsberg, „wird nicht mehr verschoben. Der erste August wird der Termin sein, an dem der Zahlungsverkehr sich ändert.“

Knapp zwei Wochen vor dem Sepa-Start sind aber immer noch nicht alle so genannten Nichtverbraucher (Unternehmen, Vereine und andere Institutionen) fit für das neue europäische Zahlungsverfahren. Bei der Raiffeisenbank beispielsweise hätten bislang erst rund 80 Prozent der etwa 3000 Nichtverbraucher ihr Lastschriftsystem umgestellt.

„Für sie gilt der Termin als verbindlich.“ Sie dürfen Lastschriften und Überweisungen in Euro dann nur noch im Sepa-Format tätigen. „Ab ersten August“, so ergänzt Thomas Back, Leiter Vertriebsmanagement, „können definitiv keine Überweisungen und Lastschriften mit Kontonummer und Bankleitzahl von Nichtverbrauchern mehr verarbeitet werden.

Das heißt, dass gegebenenfalls Zahlungsforderungen nicht mehr ausgeführt werden.“ Wer auf den Einzug von Forderungen dringend angewiesen ist, um zum Beispiel im Gegenzug Gehälter auszuzahlen, könne dadurch schnell in eine Bredouille geraten. „Im Extremfall kann das bei dem einen oder anderen zu Liquiditätsproblemen führen.“

Sepa steht für „Single Euro Payments Area“, den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum. Eigentlich sollten schon ab dem 1. Februar ausschließlich die international gültige, 22-stellige Bankkontonummer IBAN und die internationale Bankleitzahl BIC statt der gewohnten deutschen Kontonummer und Bankleitzahl zum Einsatz kommen.

Das Europäische Parlament hatte jedoch die Übergangszeit für die Einführung des neuen europäischen Zahlungsverkehrs um sechs Monate verlängert. Ziel der Umstellung ist bekanntlich, den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr zu vereinfachen.

Eine Vereinfachung sieht jedoch offenbar nicht jeder darin. „Es gibt immer noch den einen oder anderen Kunden, der sagt, das haben wir immer so gemacht und das machen wir auch weiter so“, erklärt Christoph Peters. Das Lastschrifteinzugsverfahren sei sicher ein wenig komplexer als früher, meint Thomas Back. Aber am Ende führe kein Weg daran vorbei.

„Es ist schwieriger, denn die Lastschrift kann nur noch elektronisch und nicht mehr per Beleg eingeliefert werden. Man braucht nun einen festen Fälligkeitstermin, der den Kunden mitzuteilen und einzuhalten ist. Zudem muss zur Lastschrift eine im Vorfeld definierte und dem Kunden ebenfalls mitgeteilte Mandatsreferenz festgelegt werden, eine Art Kundennummer.“

Schecks und Kartenzahlungen erfolgten hingegen bis 2016 noch wie bisher. Privatkunden hätten zwar ebenfalls noch bis Februar 2016 Zeit, um ihre Zahlungen umzustellen, doch sei für jeden ein rechtzeitiges Gewöhnen an Sepa ratsam. „Wer von den Nichtverbrauchern noch nicht umgestellt hat, sollte sich schnellstens um die Umstellung kümmern“, sagt Back.

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