Heinsberg-Randerath - Wenn‘s länger regnet, werden alle nervös

Wenn‘s länger regnet, werden alle nervös

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
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An der Kreuzung Asterstraße und Driesch standen die Menschen in Heinsberg-Randerath am 10. Juli vor drei Jahren bis zu den Knien im Wasser. Foto: Feuerwehr Heinsberg
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So sieht es an der Kreuzung Asterstraße und Driesch normalerweise aus. Foto: Rainer Herwartz
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200 Meter weiter ähnelte die Asterstraße einer regelrechten Seenlandschaft Foto: Feuerwehr Heinsberg
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In der Nacht war der Pegel der Wurm bei Randerath über 2,85 Meter gestiegen. Foto: Feuerwehr Heinsberg

Heinsberg-Randerath. Es gibt Tage im Leben, die man nicht so schnell wieder vergisst. Für die Randerather und Horster Bürger dürfte ein solcher der 10. Juli 2014 gewesen sein. Durch nicht enden wollende Regenfälle war die Wurm aus ihrem Bett geschwappt und hatte ganze Straßenzüge überschwemmt.

Bei einigen Anliegern der Wiesenstraße in Horst stand das Wasser bis zu 60 Zentimeter hoch im Keller. Es dauerte mehrere Stunden, bis die Keller durch die Feuerwehr wieder trockengelegt waren. Auch in Randerath standen die Straßen unter Wasser. An der Kreuzung Asterstraße und Driesch konnten sich die Helfer nur noch durch knietiefe Fluten fortbewegen.

200 Meter weiter ähnelte die Asterstraße einer regelrechten Seenlandschaft. In der Nacht war der Pegel der Wurm bei Randerath über 2,85 Meter gestiegen. Ein solches Hochwasser, so erzählten einige Anwohner, hätten sie in den letzten 50 Jahren noch nicht erlebt. Damit sich ein solches Szenario zukünftig nicht wiederholt, ist jetzt eine Vielzahl von Maßnahmen geplant.

Die beiden CDU-Ortsvorsteher Alexander Schmitz (Randerath-Uetterath-Himmerich) und Norbert Krichel (Porselen und Horst) hatten die Bürger in dem Zusammenhang zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Hochwasserschutz eingeladen. Verständlicherweise fanden sich denn auch zahlreiche Bürger aus den betroffenen Orten im Pfarrheim in Randerath ein, um etwas über die Maßnahmen zu erfahren, die ein Hochwasser zukünftig verhindern sollen.

Eine Kombination aus Wällen, Schutzmauern, die Verbreiterung und Tieferlegung der Wurmsohle, die Schaffung von Entwässerungsgräben sowie die teilweise Renaturierung der Wurm sollen demnach künftig die Wassermassen von den Wohnhäusern fernhalten, wie Vertreter des Wasserverband Eifel-Rur erläuterten. Im Bereich zwischen der Buschstraße und der Asterstraße soll es in Randerath zu einer Verbreiterung der Wurm kommen. Wenige Zentimeter werde sie hier zudem abgesenkt, erklärte Dr. Gerd Demny auf Nachfrage unserer Zeitung. „An mehreren Stellen werden Durchlässe vor Horst unter den Bahndamm verlegt. Zusätzliche Entwässerungsgräben sind dann hier vorgesehen.

Was die „Verwallung“ angeht, wie es die Experten bezeichnen, haben sie den südlichen Ortsrand von Horst im Auge. „Solche Wälle werden auch auf der linken Wurmseite am Ortsrand von Randerath geführt, über die Asterstraße hinaus“, sagt Demny. Die Asterstraße werde in diesem Bereich eventuell sogar angehoben.

„Über die konkreten Kosten der Vorhaben können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben machen.“ Letztlich hänge dies ja auch vom zu betreibenden Aufwand, von etwaigen Altlasten ab, die gefunden würden oder zum Beispiel davon, wie aufwendig sich die Bohrungen unter dem Bahndamm gestalteten. Fest steht, dass ein wasserrechtlicher Antrag an die Bezirksregierung ergeht. Bis zu 80 Prozent der Maßnahmen würden vom Land NRW getragen, der Rest entfalle auf den Kreis Heinsberg, die Städteregion Aachen und die Stadt Aachen.

Der Start der baulichen Aktivitäten sei „andeutungsweise“ auf das Jahr 2020 terminiert worden, sagt Alexander Schmitz. In Horst soll es dann losgehen. Allerdings sei schon deutlich geworden, dass es bis zur Fertigstellung einige Zeit dauern werde und bei den Anwohnern Geduld aufgebracht werden müsse. Bis zum Jahr 2024 sollen dann alle Maßnahmen abgeschlossen sein.

„Wir waren aber zufrieden, dass sich überhaupt etwas tut. Bei der ersten Versammlung im Jahr 2015 war die Essenz nicht so“, meint Schmitz. Vielleicht musste Robert Steegmans vom Wasserverband deshalb auch feststellen, dass die Bürger beim Informationsabend besonders kritisch nachgehakt haben. Der Präsentation sei eine rege Diskussion gefolgt. Das letztlich die persönlichen Erfahrungen der Menschen mit dem Thema Hochwasser mit dem eigenen Modell abgeglichen werden konnten, habe Vertrauen geschaffen, glaubt er.

Insgesamt hätten sich die Bürger zufrieden mit dem dargestellten Ergebnis gezeigt, erklärten auch die beiden Ortsvorsteher. Nach der Präsentation seien noch viele Fragen beantwortet worden. Die Experten des Wasserverbandes hätten dabei zugesagt, einige Anregungen aus der Bevölkerung zu überprüfen und eventuell einzuarbeiten.

Trotz alledem leben die Menschen in Teilen von Horst und Randerath wohl noch mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend, bis sie sich endlich sicher fühlen können vor einem drohenden Hochwasser. Das weiß auch Alexander Schmitz. „Wenn es drei Tage lang regnet, werden alle nervös.“

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