Wenn die „faule Sau“ zum „Low Performer“ wird

Von: gk
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Das Publikum in der voll besetzten Aula des Gymnasiums in Hückelhoven wurde durch Comedian Marc Breuer nicht enttäuscht. Foto: Kleinen

Hückelhoven. Es ist, als wäre er gar nicht weg gewesen. Der smarte Marc Breuer, noch bekannt als Löschmeister Jackels des Rurtaltrios, ist nun mal ein Unikum. Und eine voll besetzte Aula des Gymnasiums erwartete den Comedian, der mittlerweile in Köln wohnt, geduldig.

Die Begrüßungszeremonie, man hätte es erwarten können, nahm schon eine Zeit in Anspruch, zumal gefühlt ein Viertel der Halle mit Familie, Verwandtschaft und Nachbarn aus Brachelen gefüllt war. Also ein Heimspiel für den studierten Juristen.

Dieser stellte sich – wie seine schicke Garderobe schon verriet – nicht nur als Bühnenkünstler und Sensationsdarsteller vor, sondern neuerdings auch als „Testkäufer für Freizeitmode“. Western-Style war angesagt, man hätte vermuten können, dass er seine Gitarre hervor holt und am Lagerfeuer zu singen beginnt. Doch das war eine Falle!

Das Thema des Abends war nämlich gar keines. Denn es spiegelte den Alltag wider, den wir alle so oder ähnlich erleben, wie Breuer ihn inszenierte, erzählte und gestenreich vor Augen führte. Das eigene Erleben in Haushalt, Beruf und Freizeit wurde in detailreichen Beispielen, zum großen Teil absurd, in Erinnerung gerufen.

So zeigte er in seiner leicht nachzuempfindenden Art auf, was zum Beispiel nach einem arbeitsreichen Tag „im Büro“ für ein Wahnsinn zu Hause wartet: Palaver von den Kindern, Probleme mit den Haushaltsgeräten, Stress mit den Haustieren – und seien es nur Meerschweinchen, die nichts anderes im Sinn zu haben scheinen, als die Zahl der Familienmitglieder durch eigenen Nachwuchs um ein Vielfaches zu vergrößern.

Und die Frau des Hauses – Kishon würde sagen: mein geliebtes Weib – geht vornehmlich einer eigenen Karriere nach, die außerhalb der eigenen vier Wände liegt. Zu Hause dagegen hat sie gerne und oft Gäste, was den armen Hausherrn schier zur Verzweiflung treibt.

Im zweiten Teil des Abends wurde den Gästen ein Blick ins Wirtschaftsleben gewährt, anhand der Charakterisierung eines sogenannten „Low Performers“, also eines Mitarbeiters, der das Ganze mit „etwas mehr Ruhe angeht“, wozu man früher schlichtweg „faule Sau“ gesagt hätte.

Nur hat die Geschäftsleitung bei dieser bösartigen Sichtweise nicht die Perspektive eines Marc Breuer, der mit dieser Art „Entschleunigung“ zur Lebensqualität im Berufsleben beitragen will. – Später folgte ein unterhaltsamer, aber spitzzüngiger Ausflug in die Welt der TV-Shows, die Breuer aufs Korn nahm.

Mit vielen Lachern nahm der Lautstärke-Pegel in der Aula zu, das Publikum amüsierte sich köstlich. Vor allem, weil man Breuers Beobachtungen nachempfinden konnte, die zum großen Teil mit den eigenen übereinstimmten. Köstlich. Fehlte nur noch eines, um diesen Abend länger in Erinnerung zu halten: Ein Auftritt von Löschmeister Joseph Jackels, der dann auch als Zugabe folgte. Wieder einmal ein Abend, bei dem die Kulturschaffenden in Hückelhoven bewiesen haben, dass sie wissen, was ihr Publikum wünscht. Entsprechend begeistert wurde dies honoriert.

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