Wegberg-Dalheim - Wenn der Wald von Grund auf umgebaut wird

Wenn der Wald von Grund auf umgebaut wird

Von: Monika Baltes
Letzte Aktualisierung:
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Viele geschulte Hände müssen anpacken, wenn es um die Aufgabe geht, das Projekt „Eichen-Birkenwald-Verbund Meinweg“ in die Tat umzusetzen. Immerhin werden rund 120.000 Bäume gepflanzt. Foto: M. Baltes

Wegberg-Dalheim. Auf dem ehemals militärisch genutzten Gelände im „Camp Pinefield“ stellte die Nabu-Naturschutzstation das Projekt „Eichen-Birkenwald-Verbund Meinweg“ vor. Dabei handelt es sich um ein Teilprojekt des Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens „Netzwerk Grüne Grenze“. Ziel dieses Vorhabens ist die Erhaltung, Wiederherstellung und Vernetzung wertvoller Lebensräume zur Sicherung des Nationalen Naturerbes.

Viele Beteiligte waren nötig, um das Vorhaben auf den Weg zu bringen und alle hatten Vertreter entsandt: das Bundesamt für Naturschutz, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, der Bundesforstbetrieb Rhein-Weser, der Landesbetrieb Wald und Holz, der deutsch-niederländische Zweckverband Naturpark Maas-Schwalm-Nette, der Kreis Heinsberg und die Stadt Wegberg.

Ein großes Projekt mit beeindruckenden Zahlen: Mit über 800.000 Euro werden die Maßnahmen im Kreis Heinsberg vom Bundesamt für Naturschutz gefördert, etwa 60 Hektar Wald in öffentlicher Hand werden umgebaut und 120.000 Bäume gepflanzt. 50 Hektar Fläche Eichen werden freigestellt, um Saatgutbäume zu fördern, eintausend Kilogramm Eicheln von zertifizierten Saatgutbäumen gesammelt und 140 Hähertische im Projektgebiet installiert. Außerdem werden Gebäude, die als Barrieren identifiziert wurden, abgerissen.

Auf dem „Camp Pinefield“ müssen elf Gebäude und Gebäudeteile weichen, in Petersholz das ehemalige Pförtnerhaus und etliche Garagen. Die Abrissarbeiten wurden aktuell begonnen und sollen noch vor Jahresende abgeschlossen sein, so dass die ersten Aufforstungsarbeiten noch bis zum Frühjahr 2014 erfolgen können.

Dadurch kann ein Verbindungskorridor zwischen Eichenbeständen im Nationalpark „De Meinweg“ (Niederlande) über Flächen des Landes NRW hin zu Eichenwaldbeständen auf dem britischen Übungsgelände in Arsbeck hergestellt werden. Bodensaure Eichen-Birkenwälder, die hier als potenzielle natürliche Vegetation vorkommen, sind mittlerweile selten in Deutschland und stehen auf der Roten Liste.

Sieben Maßnahmen auf Flächen des Bundes, des Landes NRW und der Kommune Wassenberg werden umgesetzt. Bestände von Kiefern, Fichten und Douglasien werden reduziert und anschließend mit Traubeneichen, Stieleichen und Hainbuchen aufgeforstet. Kahlschläge werden mit Eichen versehen, lichte Kiefernwaldbestände mit Eichen unterpflanzt. Die Umsetzung erfolgt über einen Zeitraum von 39 Monaten, das Vorhaben wird von der Universität Münster wissenschaftlich begleitet.

„Die Notwendigkeit des Naturschutzes ist inzwischen in allen Köpfen angekommen, bei der Umsetzung ergeben sich nicht selten Diskussionen mit Laien“, erläuterte Dr. Brigitta Szyska (Nabu-Naturschutzstation Haus Wildenrath) am Rande der Veranstaltung. Hier konnte Martin Wingertszahn vom Bundesforstbetrieb Rhein-Weser mit einem anschaulichen Beispiel helfen. „Dem Käseglocken-Prinzip“, wie er schmunzelnd anmerkte. „Es reicht nicht, über ein schönes Stück Natur eine Glocke zu stülpen, um es zu erhalten. Die Natur braucht unsere tatkräftige Hilfe und hin und wieder eine ordnende Hand.“

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