Weltgebetstag: Fokus ist auf Kuba gerichtet

Von: Anna Petra Thomas
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Ein Flagge, Kaffee, Früchte oder Zigarren: Viel Kubanisches hatten die Frauen für die Werkstätten zur Vorbereitung des Weltgebetstages, hier in Braunsrath, zusammengetragen. Foto: Anna Petra Thomas
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Das Bild zum diesjährigen Weltgebetstag schuf die Kubanerin Ruth Mariet Trueba Castro. Foto: Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V.

Kreis Heinsberg. „Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf“, lautet der Leitgedanke des diesjährigen Weltgebetstags, der in diesem Jahr am Freitag, 4. März, von Frauen rund um den Globus gefeiert wird. Schwerpunktland ist in diesem Jahr Kuba.

Im zentralen Lesungstext des Tages (Mk 10,13-16), dem sogenannten Kinderevangelium, lässt Jesus Kinder zu sich kommen und segnet sie. „Da brachte man Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab“, heißt es dort. „Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes.“ Und Jesus sagte den Menschen noch mehr: „Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“ Dann habe er die Kinder in seine Arme genommen, ihnen die Hände aufgelegt und sie gesegnet.

Ein gutes Zusammenleben aller Generationen, wie es das Evangelium beschreibt, begreifen die kubanischen Frauen als Herausforderung, kehren doch viele junge Menschen dem Land derzeit auf der Suche nach neuen beruflichen und persönlichen Perspektiven den Rücken.

Die Gottesdienstordnung für diesen Weltgebetstag haben mehr als 20 kubanische Christinnen gemeinsam verfasst, darunter baptistische, römisch-katholische, quäkerische, apostolische Frauen sowie Frauen der Heilsarmee und der Pfingstkirche Christi.

Regionale Frauenseelsorgerin

In zwei sogenannten Werkstätten haben sich auch die Christinnen in der Region auf diesen Tag vorbereitet, der an vielen Orten ökumenisch gefeiert wird. Eine Werkstatt fand im Pfarrheim in Erkelenz-Kückhoven statt, eine zweite im Pfarrheim in Waldfeucht-Braunsrath. Ein Team um die regionale Frauenseelsorgerin Sabine Mevissen hatte die beiden Veranstaltungen vorbereitet. Dazu gehörten die Gemeindereferentinnen Eva Jessen aus Wassenberg und Manuela Klüttermann aus Geilenkirchen sowie die Ehrenamtlerinnen Rita Maus aus Erkelenz, Elsbeth Mehlhart aus Oberbruch sowie Ilse Schumacher aus Gangelt. Begrüßt wurden die Frauen mit einem alkoholfreien Mojito. Weiter ging es mit Information zu Land und Leuten, zur Geschichte des Landes und zum Titelbild des Weltgebetstages.

Seit Beginn der US-kubanischen Annäherung Ende 2014 ist das sozialistische Kuba wieder in den Fokus der internationalen Aufmerksamkeit gerückt. Mit subtropischem Klima, langen Stränden und ihren Tabak- und Zuckerrohrplantagen ist die Insel ein Natur- und Urlaubsparadies. Die 500-jährige Zuwanderungsgeschichte Kubas hat eine kulturell und religiös vielfältige Bevölkerung geschaffen. Rund 11,4 Millionen Menschen leben hier.

Nach der Revolution von 1959 wurde Kuba ein sozialistischer Staat, es folgte eine jahrzehntelange Isolierung der Insel – samt von den USA verhängter Blockade. Anfang der 1990er Jahre brach die Sowjetunion zusammen, die Kuba durch Waren und Finanzhilfe unterstützt hatte. Der Karibikstaat erlebte eine tiefe wirtschaftliche und soziale Krise. Seitdem wächst die Ungleichheit, das lange Zeit vorbildliche Bildungs- und Gesundheitssystem ist gefährdet.

Tanz, Gesang, Gebet

Seit der Revolution sind Frauen und Männer rechtlich gleichgestellt, Kuba gilt hier international als Vorbild. Im privaten Alltag jedoch klaffen Ideal und Wirklichkeit oft jedoch weit auseinander. Die meist in Vollzeit berufstätigen Kubanerinnen sind oft allein verantwortlich für Haushalt, Kinder und die Pflege Angehöriger. Die Folgen des gesellschaftlichen Umbruchs treffen sie besonders hart.

Offizielle Zahlen zur Religionszugehörigkeit gibt es nicht. Der Großteil der kubanischen Bevölkerung ist römisch-katholisch, daneben gibt es zahlreiche protestantische Konfessionen sowie jüdische und muslimische Gemeinden. Eine wichtige Rolle im spirituellen Leben vieler Menschen spielt die afrokubanische Religion Santería. Nach Jahrzehnten der Unterdrückung und Isolation ist Kuba seit 1992 ein laizistischer Staat mit Religionsfreiheit und mehr Spielräumen für die Kirchen.

Nach all diesen Informationen ging es in der Werkstatt weiter mit einem gemeinsamen Tanz zum ersten Lied der Gottesdienstordnung und einer genaueren Betrachtung des Kinderevangeliums. Gemeinsam wurden die Lieder aus Kuba gesungen, in Braunsrath zusammen mit Wilfried Tellers. Nach der gemeinsamen Feier des Gottesdienstes zum bevorstehenden Weltgebetstag rundete eine Reflexion der Gestaltungsideen das Programm der Werkstatt ab.

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