Erkelenz - Weitere Helfer werden dringend gesucht

Weitere Helfer werden dringend gesucht

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
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Eine überwältigende Spendenbereitschaft gibt es auch in Lövenich. Doch nun werden Menschen gesucht, die mit anpacken. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. 150 Flüchtlinge haben in Lövenich eine vorübergehende Unterkunft gefunden. Auf zwei landwirtschaftlichen Betrieben mit Unterkünften für Saison- und Erntearbeiter haben sie nach den Strapazen der Flucht eine kurzzeitige Bleibe.

Eine davon ist der Spargelhof von Klaus Heimann. Der Betrieb ähnelt derzeit jedoch eher einer Kleiderkammer. Fast ohne Unterlass bringen Menschen Kleidung und nützliche Dinge für die Flüchtlinge, die nichts haben.

Die Welle der Hilfsbereitschaft hat die Organisatoren überrascht. „Wir kommen kaum noch nach mit dem Sortieren“, sagt Christel Honold-Ziegahn und zeigt auf die riesigen Transportpaletten, die sich voll mit sortierter und unsortierter Kleidung bis an die Decke der Halle stapeln.

Gemeinsam mit den beiden Pastoren Werner Rombach und Sven Dreiser kamen sie und andere Lövenicher zu der Überzeugung, dass man etwas für die Flüchtlinge tun müsste. „Auch wenn das hier nur eine Heimat auf Zeit ist, soll es trotzdem so menschenwürdig wie möglich sein“, betont sie. Kleidung sei erst einmal wichtig, beschloss die Allianz der Helfer.

Zwei Aufrufe von der Kanzel herab – und kurze Zeit später können sie sich vor Textilien nicht mehr retten. „Wir wollen uns auch bedanken“, erklärt Edith Schaaf, die in Lövenich die Kleiderkammer organisiert. „Die Sachen sind nötig und wir sind für jedes Teil dankbar“, ergänzt sie. „Doch jetzt haben wir erst einmal genug.“

Mit Blick auf die turmhohen Stapel mit sortierter Kleidung in riesigen Transportboxen kann man es glauben. Über eine der Boxen gebeugt, sortiert Käthi Sieben Kinderhemden. „Das ist alles noch gut“, sagt sie erfreut.

Viele Sachen wurden sogar noch gewaschen und gebügelt, bevor sie abgegeben wurden. Während die Helfer noch sortieren und stapeln, kommen die nächsten Nachbarn und bringen Kleidung. Zum Beispiel Greta Stoffels und Tochter Sarah. Sie haben gezielt in der Verwandtschaft und der Nachbarschaft nach Kinderkleidung gefragt. „Wir wollten helfen“, sagen sie. „Dabei ist Kinderkleidung am sinnvollsten.“

„Die Sachen werden gezielt ausgesucht und gespendet“, weiß Honold-Ziegahn. „Die Leute machen sich Gedanken und leeren nicht einfach den Kleiderschrank aus.“ Nun bräuchte man auch Freiwillige, die mit anpacken, betont sie. Mit einer so überwältigenden Spendenbereitschaft hätte vor zwei Wochen niemand gerechnet.

Nun müssen die Spenden sortiert und zugeordnet werden. „Gut wäre jemand, der einen Gabelstapler bedienen darf“, ergänzt Heimanns. Er hatte seine Halle spontan zur Verfügung gestellt, als die Kleiderkammer aus allen Nähten zu platzen drohte.

Schon jetzt kommen viele Spender und helfen spontan eine Stunde mit, zu tun gibt es genug. Doch auch außerhalb der Kleiderspenden formiert sich ein breites Hilfsangebot. Denn gerade die Kinder benötigen Ablenkung, um nach den Strapazen der Flucht für eine Weile Normalität zu erleben.

Der Karnevalist und Künstler Johannes „Scheng“ Eggerath bietet einen Sportkurs für die Kinder an. Ein Grillfest für die Lövenicher und ihre 150 Gäste ist in Planung, bei dem auch persönliche Kontakte entstehen sollen. „Niemand, der kommt und helfen will, wird abgewiesen“, betont Pfarrer Werner Rombach.

Wenn die Hilfe Struktur und Form angenommen hat, werden die meisten der derzeitigen Bewohner der beiden Unterkünfte bereits anderswo untergebracht sein. Denn nach der Registrierung und Aufnahme des Asylverfahrens werden die Antragsteller neu verteilt und finden dann vielleicht auch ein dauerhaftes Zuhause. „Wir können aber davon ausgehen, dass noch weitere kommen werden“, ist sich Honold Ziegahn sicher.

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