Weihnachtsspenden für die JVA: Ein bisschen wie bei der Familie zu Hause

Von: anna
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Die beiden Gefangenen Sebastian und Justin (vorne, v.l.) hoffen auch für das diesjährige Weihnachtsfest auf viele Spenden aus der Bevölkerung, zusammen mit den drei Pfarrern, Gernot Müller, Rüdiger Hagens und Günter Pilger (hinten, v.l.). Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. „Es ist so schwer, diese Tage zu überbrücken.“ Justin (20) aus Duisburg, der zurzeit seine Haftstraße in der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Heinsberg verbüßt, weiß wovon er spricht. Er war zu Weihnachten schon einmal hier.

Die Weihnachtstüte vom Pfarrer, gefüllt mit den Spenden der Menschen aus der Region, bringe da „ein bisschen das vertraute Weihnachtsgefühl“ in die Zelle, wo ansonsten so viel Einsamkeit herrscht, gerade an diesen Feiertagen. „Das Gefühl, das man mit der Familie so hatte“, ergänzt er. „Das ist einfach eine schöne Geste, wie ein Geschenk halt“, fügt Sebastian (20) aus Dormagen dankbar hinzu. Auch er hat die Weihnachtstage schon einmal hier verbracht.

Seit vielen Jahren schon sammeln die Pfarrer in der JVA, Rüdiger Hagens für die katholische Kirche sowie Günter Pilger und Gernot Müller für die evangelische Kirche Geld- und Sachspenden, um für jeden der derzeit rund 400 Gefangenen in der JVA eine Tüte packen zu können. Diese Tüte zu Weihnachten sei etwas ganz Besonderes, erklärt Hagens. So mancher Gefangener bewahre sie auch noch lange nach dem Fest auf.

In diesem Jahr bringt Hagens in seinem Brief an alle Pfarreien, Verbände und Einrichtungen in der Region seine Bitte mit dem Reformationsjubiläum in Verbindung. „Eine zentrale Einsicht Luthers ist inzwischen auch von katholischer Seite anerkannt“, schreibt er, „nämlich die Rechtfertigung des Menschen vor Gott allein aus Glauben.“ Gott wende sich dem Menschen zu, schenke ihm seine Barmherzigkeit, „vor aller Leistung und trotz aller Schuld!“

Sicherlich seien viele Menschen der Meinung, dass Gefangene keine besondere Zuneigung verdient hätten. „Aber in christlicher Sicht darf eben niemand verloren gehen, soll jeder noch eine Chance bekommen“, betont er. Es gehe hier nicht um Gerechtigkeit, sondern um Barmherzigkeit. Und deshalb lade er gemeinsam mit den beiden evangelischen Pfarrern wieder ein, für die Gefangenen zu spenden.

Viele Gefangene, vor allem die in der Untersuchungshaft, hätten nur selten oder gar keinen Besuch. Aus Sicherheitsgründen dürften zudem schon seit vielen Jahren keine persönlich adressierten und bestückten Weihnachtspakete mehr an Gefangene geschickt werden. „Deswegen ist es uns ein seelsorgliches Anliegen, dass jeder Gefangene dennoch eine Weihnachtstüte bekommt“, sagt er. „Helfen Sie uns bitte, dass unsere Weihnachtstüten gefüllt werden können!“, lautet der gemeinsame Aufruf der drei Pfarrer.

Sachspenden wie Kaffee (löslich oder gemahlen), Tabak, Dauerwurst, Konserven oder Süßigkeiten können noch bis zum 19. Dezember in den Pfarrbüros abgegeben werden. Nicht in die Spendentüte dürfen Dinge, die Alkohol enthalten, so zum Beispiel kein Aftershave oder keine Sprays, ebenso keine verderblichen Waren wie etwa frisches Obst. Geldspenden, auch gegen Quittung sind möglich auf das Konto der Gefangenenhilfe, Kennwort „Weihnachtsaktion/Kath. Seelsorge“ bei der Kreissparkasse Heinsberg, IBAN DE08 3125 1220 0002 0010 55.

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