Weihbischof spendet Häftlingen das Firmsakrament

Von: anna
Letzte Aktualisierung:
14827464.jpg
Weihbischof Karl Borsch (links) erklärte den Häftlingen, zu deren Taufe und Firmung er in die JVA Heinsberg gekommen war, seine Insignien, hier seinen Bischofsstab. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Gleich sieben junge Häftlinge in der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Heinsberg hat der Aachener Weihbischof Karl Borsch bei seinem jüngsten Besuch gefirmt und mit Markus Werth einen von ihnen sogar zuvor noch getauft.

Seit drei Jahren ist der inzwischen 18-Jährige schon in Haft, drei weitere Jahre hat er noch vor sich. Der Glaube habe ihm geholfen, erzählte Werth in einem Gespräch mit unserer Zeitung. „Die Bibel hat viele Antworten“, sagt er. „Die richtige zu finden, war schwer.“ Er freut sich immer auf die Treffen mit Pfarrer Rüdiger Hagens und die Möglichkeit, an jedem ersten Samstag im Monat in der kleinen Gefängniskirche die heilige Messe besuchen zu können.

„Das ist ein Zeichen der Wertschätzung, dass Sie uns jedes Jahr besuchen“, sagte Hagens, der die Gefangenen ein halbes Jahr auf diesen großen Tag vorbereitet hatte, dem Weihbischof in seiner Begrüßung. Sein Dank ging aber auch an den Chor „Cantiamo“ aus Oberbruch und an die Messdiener aus der Pfarrei St. Lambertus Dremmen. Beide Gruppen unterstützen den Pfarrer bei der heiligen Messe anlässlich von Firmung und Taufe in der JVA bereits seit Jahren.

Borsch nahm den Tauf- und Firmlingen die Aufregung, indem er ihnen zunächst erklärte, warum er eine so kleine Mitra auf dem Kopf trägt. „Ich bin selber schon so lang“, schmunzelte er. Sein Bischofsstab sei einem Hirtenstab nachempfunden. Das Wort Pastor stamme aus der lateinischen Sprache und bedeute übersetzt auch Hirte.

Sein Brustkreuz erinnere ihn immer wieder daran, von Jesus zu sprechen, und sein Bischofsring, gefertigt aus den Eheringen seiner Eltern, verdeutliche: „Wir gehören alle zusammen und zu Gott!“ Sich taufen oder firmen zu lassen, sei heute nicht mehr selbstverständlich, fuhr Borsch fort. Damit entscheide man sich oft gegen den „Mainstream“. „Aber wer glaubt, lebt nie allein, sondern in Gemeinschaft“, betonte er. „Und keiner von uns ist ohne Fehler, ohne Schuld.“ „Was ist wichtig im Leben?“, fragte der Weihbischof in seiner Predigt. „Dass ich gut verdiene, gesund bin, beruflich erfolgreich, Auto, Urlaub?“ Nein, wichtig sei allein die Gemeinschaft, sagte Borsch, denn auf dem Sterbebett frage niemand mehr nach all den materiellen Errungenschaften. „Am Ende zählt die Liebe.“ Die Gnade Gottes trage den Menschen durch sein Leben, durch alle Höhen und Tiefen und auch durch den Tod hindurch.

Die Energie Gottes

Bei der Taufe gehe der Mensch eine ganz enge Bindung mit Jesus ein. „In der Firmung wird diese Gemeinschaft bestärkt und besiegelt durch den heiligen Geist“, erklärte er. Bildlich gesagt könne man sagen, der Gläubige erhalte dann die Energie Gottes. „Gott segne Euch, damit Ihr ein Segen seid für andere Menschen“, sagte er den Firmlingen. „Gott steht zu Dir, egal was Du im Leben anstellst“, fügte er für jeden einzeln gemeint hinzu und schloss mit den Worten: „Der Kontakt zu Gott ist hergestellt. Es ist nun an Euch, was Ihr daraus macht.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert