Erkelenz - Wegen Doppelbelastung: Kirchenpartnerschaft angestrebt

Wegen Doppelbelastung: Kirchenpartnerschaft angestrebt

Von: hewi
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Über die Pläne informierten Pfarrer Werner Rombach, die Gemeindereferenten Michael Kock und Ursula Rothkranz sowie Birgitta Theymann, Pfarrgemeindratsvorsitzende von St. Lambertus (von links). Foto: anna

Erkelenz. Die beiden Erkelenzer Pfarren St. Lambertus und St. Maria und Elisabeth streben eine Vereinigung an. Vollzogen werden soll sie am 1. Januar 2015. Dies erklärte Pastor Werner Rombach im Rahmen eines Pressegesprächs im Kolpinghaus.

In den letzten Wochen war schon einiges durchgesickert. Auch im Erkelenzer Pfarrbrief stand es schon zu lesen. Mit ihrem Ansinnen reagieren die Erkelenzer nicht auf Anordnungen aus Aachen, wie Rombach betonte. Vielmehr habe man sich im Bistum überrascht gezeigt, als er mit dem Anliegen vorstellig geworden sei. Nach den Fusionen in den letzten Jahren wolle das Bistum keine weitere Unruhe in die Gemeinden tragen, so Rombach.

Notwendig wurde die geplante Vereinigung durch den Tod von Pastor Franz-Josef Semrau vor rund einem halben Jahr, nach dem die Gemeinde St. Maria und Elisabeth von Rombach pastoral betreut werden musste. „Pastoral ist mehr als Gottesdienst und Sakramente“, erklärte er und verwies auf die administrativen und auch seelsorgerischen Aufgaben, die dann für zwei Gemeinden organisiert und wahrgenommen werden müssten.

Diese Doppelbelastung sei auf Dauer nicht zu stemmen gewesen, so Rombach. Von einer geplanten „Fusion“ sprechen, mag er nicht. Dies höre sich nach einem negativ belegten Schlagwort an. Vielmehr sei eine Vereinigung geplant, bei der keiner der beiden Partner eine dominante Rolle einnehmen werde. Schon jetzt arbeite ein gemeinsamer GdG-Rat, der aus zwölf Mitgliedern aus beiden Gemeinden besteht, an den Möglichkeiten der Umsetzung.

„Der Weg und das Ergebnis werden offen diskutiert“, erklärte Michael Kock. Der Gemeindereferent aus Katzem sieht ebenso wie seine Mitstreiter für beide Gemeinden mehr Chancen als Risiken. Dafür müsse man „die Uhren an allen Stellen gleich ticken“ lassen. Dies will man durch gemeinsame Veranstaltungen und Treffen erreichen, damit sich die Akteure zuerst einmal kennenlernen können.

Die neue GdG hätte ab Anfang 2015 ganze 16 Gemeinden und acht Kapellengemeinden. Nun beginnt ein emotionaler Prozess, bei dem gleichzeitig ganz pragmatische Erwartungen gestellt würden. Auf den ersten Blick würden die ehemals selbstständigen Gemeinden ein weiteres Stück Unabhängigkeit verlieren. Warum dies aber ein Vorteil sei, müsse den Mitgliedern vor Ort erläutert werden.

Ganz wichtig: Finanziell ändert sich in den Gemeinden nichts. „Alles bleibt beim Alten“, betonte Rombach.

Der meiste Widerstand wurde aus den Gemeinderäten erwartet, betonte Kock. Doch dort traf man auf erstaunlich viel Einsicht und Kooperationsbereitschaft. Der Gemeinderat von St. Maria und Elisabeth hat bereits einstimmig grünes Licht gegeben für die Vereinigung. Die Filialgemeinden würden durch die Vereinigung nur gewinnen, ist sich auch Gemeindereferentin Ursula Rothkranz sicher. Denn durch die Vereinigung könne jeder auch vom Wissen und den Erfahrungen der anderen profitieren. Auch die pastoralen Aufgaben können bei einer Gemeinde trotz enger Personaldecke besser organisiert werden. Denn neben den hauptamtlichen Seelsorgern werden auch die Ehrenamtler langsam knapp in den Gemeinden.

Bei der folgenden Information der Gemeinden wurden die Modalitäten der Fusion vorgestellt. Bekommt die Großgemeinde einen neuen Namen oder wird einer der bisherigen gewählt? Dies müsse von den Ehrenamtlern entschieden werden, so Rothkranz. Im Herbst wird dann in einem gemeinsamen Treffen aller Beteiligten über das „Wie“ der Vereinigung entschieden.

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