Wegberg - Wegberger Schreibwerkstatt mit „Grenzerfahrungen“

Wegberger Schreibwerkstatt mit „Grenzerfahrungen“

Von: mb
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Mit gezücktem Schreibgerät: die Wegberger Schreibwerkstatt, die sich mit „Grenzerfahrungen“ an den Wegberger Literaturtagen beteiligte. Foto: Monika Baltes

Wegberg. „Grenzerfahrungen“ - unter diesem Thema gab die Wegberger Schreibwerkstatt Einblicke in ihre Arbeit anlässlich der dritten Wegberger Literaturtage in der Wegberger Mühle. „Grenzerfahrungen sind die normalste Sache der Welt, wenn man hier lebt, ist doch die niederländische Grenze nur einen Steinwurf entfernt“, fasste Annemarie Lennartz das Naheliegende in Worte.

Da jedem Mitschreiber sein eigener Ansatz und auch die Wahl des literarischen Genres freigestellt war, beschäftigten sich aber nur zwei Geschichten mit der geografischen Grenze zwischen Deutschland und Holland.

Anneliese Baatz ließ die Zuhörer an Kindheitserinnerungen teilhaben. An den besonderen Leckereien, die es nur jenseits der Grenze gab und an der Not eines Kindes, das sich fragt, ob es als Schmuggler verhaftet werden könne.

Dr. Günter Arnolds wählte konkret den Grenzstein Nr. 380 an der Grenze zwischen Dalheim und St. Ludwig/NL zum Schauplatz seiner Geschichte. Zollbeamte auf Schmugglerfang balancieren auf der Grenze zwischen Krieg und Frieden und entscheiden sich für mit einem Verstoß gegen die Dienstvorschrift für die Menschlichkeit.

Annemarie Lennartz berichtete von eigenen beklemmenden Erfahrungen an der Grenze zur ehemaligen DDR, durfte sich aber über unerwartete Hilfe freuen.

Peter C. Schmidt ging auf Zeitreise ins 18. Jahrhundert. Von Grenzen in Köpfen, von der Grenze zwischen Herrschaft und Gesinde und wie schnell sie sich verschieben kann, beschrieb er in guter Tradition des historischen Romans.

Mit viel Einfühlungsvermögen näherte sich Inga Lücke der Grenze zwischen Christ und Amtskirche. Enttäuscht muss ihre kleine Maria feststellen, dass es ums „Brot essen geht, nicht um Liebe.“

Eine wahre Geschichte steuerte Renate Müller bei. „Die Reise zu Kurt“ von der sowjetischen in die englische Besatzungszone ist gefährlich und endet als menschliche Tragödie.

Cora Imbusch wagte sich an die Grenze zum Tod. Ihre Protagonistin, die „nie mehr denken, können, müssen“ will, hat ihr „Leben auf Null gesetzt“ und trifft eine endgültige Entscheidung. An dieser Stelle musste sich das Publikum erst einmal fassen, ehe der Beifall aufbrandete, der ansonsten bei jeder Geschichte sofort begeistert gespendet wurde.

Gut 50 Teilnehmer hatten den Weg zur der Eröffnung der Literaturtage gefunden und genossen sichtlich, am Abend Geschichten vorgelesen zu bekommen. Gegründet wurde die Schreibwerkstatt 2010 auf Anregung von Ehrenbürgermeisterin Hedwig Klein. Inzwischen gibt es zwei Gruppen mit sieben beziehungsweise zwölf Teilnehmern, die sich etwa alle drei Wochen treffen.

Die Gründe, sich der Schreibwerkstatt anzuschließen, sind vielfältig. Der Wunsch nach Austausch und Auseinandersetzung, das stille Kämmerlein gegen eine Gruppe von Gleichgesinnten zu tauschen, die Hoffnung, das Schreiben kreativer gestalten zu können und auch das Erfolgserlebnis werden immer genannt. Einen wichtigen Punkt nennen alle „Nachwuchsliteraten“, wie Schmidt die Gruppe schmunzelnd nennt: Das Vertrauen in der Gruppe. „Schließlich gebe ich eine Menge von mir selber preis.“

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