Wegberger Flüchtlingsverein macht weiter

Von: Monika Baltes
Letzte Aktualisierung:
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Das ist „ihr Ding“: Gabi Peterek kümmert sich leidenschaftlich um Menschen, die Hilfe brauchen, so wie die Flüchtlinge, die im Flüchtlingsheim in der Nordstraße 100 in Wegberg untergebracht sind. Damit kann sie jetzt weitermachen, um die Vorstandsarbeit kümmern sich jetzt andere.
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Das ist „ihr Ding“: Gabi Peterek kümmert sich leidenschaftlich um Menschen, die Hilfe brauchen, so wie die Flüchtlinge, die im Flüchtlingsheim in der Nordstraße 100 in Wegberg untergebracht sind. Damit kann sie jetzt weitermachen, um die Vorstandsarbeit kümmern sich jetzt andere.
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Das ist „ihr Ding“: Gabi Peterek kümmert sich leidenschaftlich um Menschen, die Hilfe brauchen, so wie die Flüchtlinge, die im Flüchtlingsheim in der Nordstraße 100 in Wegberg untergebracht sind. Damit kann sie jetzt weitermachen, um die Vorstandsarbeit kümmern sich jetzt andere.
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Die Neuen: Kassierer Daouda Camara und Vorsitzende Susanne Gaudeck kümmern sich künftig gemeinsam um die Vorstandsarbeit des Vereins Asyl in Wegberg, so dass Gabi Peterek den Rücken frei hat.

Wegberg. Ihr ist ein Stein vom Herzen gefallen. Denn es geht weiter. „Wir haben einen neuen Vorstand!“, Gabi Peterek vom Verein Asyl in Wegberg ist erleichtert. So erleichtert, dass sie vor diese Nachricht einen Smiley gesetzt hat und am Ende ein Ausrufezeichen. Mitte Mai, bei der Jahreshauptversammlung des Vereins, hatte sie ihr Amt als Vorsitzende des Vereins zur Verfügung gestellt. Ausgerechnet sie, die für viele Wegberger das „Gesicht“ der Flüchtlingshilfe ist.

Die Arbeit mit Menschen, die ihre Hilfe brauchen, das ist ihr Ding. Aber die Vorstandsarbeit raubte ihr Zeit und Kraft. „Das wollte ich nicht“, sagt die Sozialpädagogin. Im Mai wurde kein neuer Vorstand gefunden, über Fusion und Auflösung nachgedacht.

Aus der erneuten Mitgliederversammlung am 7. Juli kam dann die erlösende Nachricht: Den Vorsitz übernimmt Susanne Gaudeck aus Ratheim. Als Mitarbeiterin des Vereins „Viele in Eins“ aus Mönchengladbach kennt sich nicht nur mit Integration und Inklusion aus, sondern sie kennt auch das Flüchtlingsheim in Arsbeck, Nordstraße. Früher hat der Verein aus Mönchengladbach die Unterkunft betreut. Ein neuer stellvertretender Vorsitzender mit Migrationshintergrund und ein Kassierer, der selber Asylbewerber im Asylverfahren ist, komplettieren den Vorstand.

Gabi Peterek ist begeistert, weiß sie doch die Vorstandsarbeit in guten Händen. Und sie selbst wird das tun, was „ihr Ding“ ist: als sozialpädagogische Leiterin die ideelle Arbeit weiterführen. Die Auflösung des Vereins wäre furchtbar für sie gewesen. Zwar hätte sie dann auf privater Basis weitergearbeitet, aber „der Verein ist doch mein Baby“, sagt sie.

Zu einem anderen Baby ist sie heute unterwegs, dem jüngsten Bewohner des Flüchtlingsheimes an der Nordstraße. Ein Junge, noch keinen Monat alt, seidiges pechschwarzes Haar, große dunkle Augen. „Er heißt Islam“, sagt seine Großmutter.

Seine Mutter, seine Schwester und die Großeltern leben in dem Zimmer, in dem der Säugling sich gerade aus dem Schlaf blinzelt. Zwei Betten und zwei Gartenstuhlauflagen als Schlafplatz. Und kein Platz für ein Babybettchen. Die Familie muss zurück nach Jugoslawien, schon vor Wochen ist Islams Vater vorausgereist.

Deshalb hält die Stadt Wegberg die Wohnsituation für diese Übergangszeit für zumutbar. Am Samstag wird sich „Mama Gabi“, wie sie hier von vielen genannt wird, an die Stadt wenden.

Im Fall eines von Abschiebung bedrohten Albaners hat sie kurzentschlossen den Landrat und zwei Bundestagsabgeordnete eingeschaltet. „Ein Härtefall“, ist sie überzeugt, jetzt ist sie mit ihrem Anliegen im Bundesinnenministerium gelandet. Mit ihrer Beharrlichkeit eckt sie auch an und sie weiß das.

Denn wenn Plan A nicht funktioniert, hat das Alphabet für sie noch 25 weitere Buchstaben. Sie fordere doch nur menschenwürdige Unterbringung und Respekt für die Geflüchteten, sagt sie.

Auf dem Weg zum Auto öffnen sich Fenster, aus denen sich winkende Menschen lehnen, eilen Bewohner herbei, um von Blutzuckerwerten und Erfolgen beim Vokabellernen zu berichten. Hilfe zur Selbsthilfe – das ist Petereks Credo. Und sie kann eine „strenge Mama“ sein.

Wer Hilfe will, muss sich schon auch bemühen. Eine Zuwendung des Rotary-Clubs wird den langersehnten Shuttle-Service zur 1,4 km entfernten Bushaltestelle möglich machen. Für Alte, Kranke, Schwangere und Kinder ein Segen.

„Jetzt suchen wir einen Mini-Bus, 8-Sitzer, möglichst Diesel, für maximal 3500 Euro“, sagt sie. Diesel, weil sie auf den einen oder anderen Tankgutschein aus der Wegberger Unternehmerschaft hofft. „Wir erfahren viel Unterstützung von Wegberger Unternehmern und Einzelhändlern.“

Aus Landesmitteln sind 11 000 Euro angekommen. Computer sollen dafür gekauft werden, um den Spracherwerb zu unterstützen und EDV-Kurse anzubieten. Dafür sucht sie noch freiwillige Helfer.

Gabi Peterek auf der Suche nach Sprinter, Sprit und Ehrenamtlern. Der Korb mit den von einem Wegberger Bioladen gespendeten Gurken und Zucchini ist auf dem Weg zum Auto leer geworden. Über die lange Zufahrtsstraße fährt sie davon. Es geht weiter.

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