Krefeld - Wegberger Auftragsmord: Komplize soll Täter sein

Wegberger Auftragsmord: Komplize soll Täter sein

Von: Mirko Braunheim
Letzte Aktualisierung:
Zog sein Geständnis vor Geric
Zog sein Geständnis vor Gericht zurück: Der angeklagte Wegberger Stefan K. Foto: Dirk Jochmann

Krefeld. Monatelang hatte Hristo I. (31), genannt „Richie” jede Aussage verweigert. Am Donnerstag brach der Mann, der die 75-jährige Witwe Beate S. im Auftrag des Wegberger Ehepaars Stefan und Birgit K. umgebracht haben soll, vor dem Landgericht Krefeld sein Schweigen - und bezichtigte einen bislang Unbekannten der Tat.

Während er die Seniorin „nur” niedergeschlagen haben will, soll ein „Sunny” für den Tod der vermögenden früheren Bankprokuristin verantwortlich sein, ließ er über seinen Verteidiger mitteilen.

Der Bulgare, Zuhälter in einem Bordell in Mönchengladbach, das in einem Haus von K. betrieben wird, bestätigte, von K. (43) den Mordauftrag erhalten zu haben. K. habe mehrfach erzählt, dass die frühere Lebensgefährtin seines verstorbenen Schwiegervaters nerve.

„Richie” sollte jemanden finden, der diese löst. Als langjähriger Seemann räumte er Kontakte zur Unterwelt ein. Daher habe er auch „Sunny” gekannt. Mit dem in kriminellen Kreisen „Der Stehler” genannten Mann, der in Brüssel Fahrräder klaute, wollte er bei Beate S. einbrechen, sie aber keineswegs töten. Er sei nur zum Schein auf den Mordauftrag des in seinen Augen naiven K. eingegangen.

Mit „Sunny” habe er sich überlegt, den von Stefan K. erwähnten Schmuck bei Beate S. zu stehlen, sie aber allenfalls zu fesseln. Die 23.000 Euro für den Mordauftrag wollte das Duo dem Wegberger schon vorher abnehmen - doch der weigerte sich. So reifte der Plan, ihn später mit dem Mordauftrag zu erpressen. Doch dazu kam es nicht, weil Beate S. doch starb.

Die 75-Jährige sei plötzlich in der Diele erschienen. Da sie schrie, habe er ihr ins Gesicht geschlagen und sie weggestoßen, wobei einer seiner Arzt-Plastikhandschuhe geplatzt sei. Beate S. sei gegen die Wand getaumelt und benommen zu Boden gegangen. Sein „Kollege” habe S. mit einem Schal den Mund zugedrückt, damit sie nicht weiter schreie. Er selbst sei mit der Beute abgehauen und habe „Sunny” zurückgelassen - eine getrennte Flucht sei verabredet gewesen. Beate S. habe da noch gelebt. An der Leiche fand sich allerdings als einzige fremde DNA die von „Richie”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert