Wegberg ganz im Zeichen der Mühlen

Von: mb
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Bei der Wegberger Mühlentour gab es in der Molzmühle nicht nur „Mühlengerichte“, sondern auch Musik. Foto: Koenigs
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Bei der Wegberger Mühlentour konnten die Besucher auch die Schrofmühle besichtigen, in der Führungen stattfanden. Foto: Koenigs

Wegberg. Festtag in Wegberg: Mühlentour, City-Mühlenfest und Tag des offenen Denkmals lockten das Publikum in Scharen an. Dreh- und Angelpunkt war die Wegberger Mühle im Zentrum der Stadt. Schon am frühen Morgen scharte Stadtführer Karl Küppers die wasserfesten Wanderer um sich und machte sich auf den Weg zur Schwalmquelle.

Wenig später brachen die Fahrradfahrer zu einer geführten Tour zu den Wegberger Mühlen auf. Nostalgiker wählten den Oldtimerbus, um bequem und mit dem Charme vergangener Tage zu Buschmühle und Schrofmühle zu kommen. Mühlenliebhaber mit Hang zur Exklusivität ließen sich mit der Stretch-Limousine an den Mühlen vorfahren.

„Im vergangenen Jahr haben sich die Leute um die Plätze förmlich geschlagen“, lachte der Fahrer des überdimensionalen Gefährts, Raimund Kohnen, „denn mehr als acht Leute pro Fahrt sind nicht drin.“ Natürlich wurde auch die stilechte Möglichkeit geboten, mit Pferdekutsche vorzufahren.

Derweil bevölkerten 100 Reiselustige die Schwalmaue und verschwanden kurze Zeit später in zwei modernen Reisebussen, um die Windmühlen in der niederländischen Gemeinde Leudal zu erkunden. Bürgermeister Reinhold Pillich hatte es sich nicht nehmen lassen, den Reisenden persönlich eine gute Fahrt zu wünschen. Immerhin war diese Fahrt eine Premiere, denn zum ersten Mal führte die Mühlentour auch ins benachbarte Ausland.

„Wir haben mit den Niederländern vereinbart, dass in wenigen Minuten die Sonne durch die Wolken brechen wird. Ich hoffe, sie halten sich an die Vereinbarung“, scherzte er und versicherte, dass die Fahrt sich lohnen würde, immerhin habe er eine Vortour gemacht. Dann eilte er in die Innenstadt, um das City-Mühlenfest und die Mühlenausstellung des Rheinischen Mühlenverbandes in der Kreissparkasse zu eröffnen.

Ganz gleich, welche Anreisemöglichkeit gewählt wurde, immer erwarteten die Besucher in Wegberg liebevoll restaurierte Wassermühlen, idyllische Weiher, riesige Wasserräder, Zeugen stolzer Vergangenheit. Professionell und mit jugendlichem Charme führte der elfjährige Jens Dreßen durch die Buschmühle. In der Ölmühle aus dem 16. Jahrhundert sind Steinkran, Elevator, Doppelwalzenstuhl und eine Steinschärfeinrichtung vom Ende des 19. Jahrhunderts zu bestaunen. Die Buschmühle wurde 2006 von der Familie Stefan Dreßen gekauft.

Die Schrofmühle dagegen ist seit Generationen in Familienbesitz. „Mein Urgroßvater war der letzte Müller hier“, erklärte Dr. Ferdinand Schmitz, der sich voller Begeisterung um die Mühle kümmert. Die Schrofmühle von 1558 ist die einzige funktionstüchtige Getreide- und Ölmühle im Rheinland und beheimatet seit 1980 ein Museum, in dem die 800-jährige Geschichte von Wegberg im Tal der Mühlen dokumentiert wird. Seit 1985 steht die Mühle unter Denkmalschutz.

An einer alten Mühle gibt es immer etwas zu tun. Den Beweis trat die Molzmühle an. Neben dem ältesten erhaltenen Holzkollergang im gesamten Rheingebiet stand hier das neu errichtete Mühlrad im Mittelpunkt. Mit speziellen Leckereien warteten die Gastronomie-Betriebe in den Mühlen auf. Mühlenbrunch, Mühlenmahl und elsässische Mühlengerichte vom Grill, Mühlenkuchen und Mühleeintopf warteten auf hungrige Gäste.

Die Dalheimer Mühle, nur wenige Meter von der niederländischen Grenze entfernt, erinnerte an Schmugglerzeiten und empfahl die „Schmugglerplatte“ (deftige Wurstsorten mit Brot). Ein rundum gelungener Tag, der die Augen für die Schönheiten und Kostbarkeiten vor der eigenen Haustür öffnete.

Und die niederländischen Mühlenfreunde hielten sich tatsächlich an die Vereinbarung mit dem Wegberger Bürgermeister: Die Sonne setzte sich durch, vertrieb die Regenwolken und beschien zaghaft die Mühlen in Wegberg und ihre Besucher.

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