Wassenberg - Wassenberger für den Klimaschutz sensibilisieren

Wassenberger für den Klimaschutz sensibilisieren

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Das Konzept für die Stadt Wassenberg passierte jetzt den Umweltausschuss. Foto: Tobias Kleinschmidt/dpa

Wassenberg. Wie Wassenberg seine Klimabilanz aufmöbeln soll, hat das am Jülicher Campus der FH Aachen angesiedelte Nowum-Energy-Institut in einem 114 Seiten starken Konzept zusammengefasst. Dieses Klimaschutzkonzept hat das Institut mit Politik, Verwaltung und einigen Bürgern entwickelt.

Darin finden sich unter anderem eine Beschreibung des Energieverbrauchs und der Emissionen in Wassenberg, Maßnahmen, die den Ausstoß von klimaschädlichem CO2 verringern sollen und Ziele, die die Stadt erreichen will.

Bevor die Vorschläge in diesem Konzept umgesetzt werden, muss das Papier allerdings die politischen Gremien passieren. Am Montagabend empfahl der Planungs- und Umweltausschuss dem Rat, das Konzept zu beschließen.

Das Kernziel ist demnach, dass die CO2-Emissionen in Wassenberg bis 2030 um 24 Prozent sinken sollen. Im Jahr 2013 wurden in Wassenberg 128 000 Tonnen CO2 ausgestoßen. Das Ziel umfasst wohlgemerkt nicht nur die Klimagase, die städtische Einrichtungen in die Luft pusten. Es geht vielmehr darum, die Emissionen aller Unternehmen, Privatleute und kommunalen Einrichtungen in Wassenberg zu reduzieren.

Das will die Stadt durch ein 29 Maßnahmen starkes Paket erreichen. Unter anderem sollen Eigentümer dazu bewegt werden, ihre Gebäude zu sanieren, Ölheizungen sollen durch Geothermieanlagen, also Wärmepumpen, ersetzt werden, Haushalte sollen an das Fernwärmenetz angeschlossen und Windräder gebaut werden.

Damit sich diese Ziele realisieren lassen, soll die Stadt einen Klimaschutzmanager einstellen, der einzelne Maßnahmen umsetzt und deren Erfolg kontrolliert.

Starten soll das Projekt Anfang des kommenden Jahres. Eine der ersten Aufgaben des Klimaschutzmanagers soll das Ausarbeiten einer Klimaschutzkampagne für Wassenberg sein. Professorin Isabel Kuperjans vom Institut Nowum-Energy sagte, dass es wichtig sei, den Klimaschutzgedanken in die Köpfe der Menschen zu bekommen.

Denn solange die Stadt sich nur auf ihre eigenen Gebäude, Fahrzeuge und Beleuchtungselemente beschränke, könne man nicht mit einer maßgeblichen Reduzierung der CO2-Emissionen rechnen. Das liege daran, dass der städtische Energieverbrauch nur für rund zwei Prozent des Treibhausgasausstoßes in Wassenberg verantwortlich sei. Viel mehr Einsparpotenzial sieht Kuperjans beim Verkehr (auf den entfallen 39 Prozent der Treibhausgase), bei den privaten Haushalten (31 Prozent) und den Unternehmen (28 Prozent).

Dass es aber nicht leicht ist, die Einwohner für den Klimaschutzgedanken zu sensibilisieren, zeigte die Beteiligung bei Workshops, in denen die Bürger ihre Ideen für das Konzept einbringen konnten. Um es kurz zu machen: Es kamen nur wenige Menschen, um ihre Vorschläge zu unterbreiten.

Robert Seidl, Grüne, bezeichnete das Klimaschutzkonzept als einen kleinen Schritt in die richtige Richtung. „Bislang war der Klimaschutz in Wassenberg nicht besonders ambitioniert“, sagte er. Wenn die Vorschläge aus dem Papier tatsächlich einmal realisiert werden sollten, könnte sich das ändern. 

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