Was zu tun ist, wenn die Sonne brennt?

Von: Daniel Gerhards
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Kein Sonnenbad ohne Sonnenschutz: Schutzlotion sollte nicht zu sparsam aufgetragen werden. Außerdem sollte man Ohren, Nacken und Füße nicht vergessen. Foto: dpa
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Die Sonne erhöht das Hautkrebsrisiko. Deshalb rät Dr. Richarda Claßen dazu, der Haut nicht zu viel zuzumuten. Foto: Daniel Gerhards

Heinsberg. Sommerzeit ist Sonnenbrandzeit. Stimmt das? Nicht, wenn man sich richtig gegen die wärmenden Strahlen schützt. In diesen Tagen ist der Sommer auch endlich zurück in unsere Region gekommen. Wir haben die Heinsberger Hautärztin Dr. Richarda Claßen gefragt, wie man sich bei strahlend schönem Wetter am besten verhält.

Frau Dr. Claßen, wie schützt man seine Haut am besten vor der Sonne?

Claßen: Drei Dinge sind wichtig. Textiler Lichtschutz, das heißt, die Kleidung anlassen, einen Hut oder ein Kappe aufsetzen und die Schultern bedecken. Außerdem Sonnenschutzcreme verwenden. Und drittens: die Mittagssonne meiden, denn dann sind die Sonnenstrahlen am intensivsten.

Und wenn man sich einfach in den Schatten legt, ...

Claßen: ... dann sollte man die Streustrahlung und die Reflexion des Sonnenlichtes nicht unterschätzen. Wenn man am Wasser oder an einem hellen Sandstrand liegt, ist das etwas völlig anderes als unter einem Baum auf einer Wiese. Wasser und heller Sand reflektieren das Sonnenlicht. Außerdem sollte man versuchen, nicht unter dem Sonnenschirm einzuschlafen. Denn die Sonne wandert weiter und irgendwann liegen die Beine nicht mehr im Schatten, sondern in der prallen Sonne.

Warum ist es überhaupt wichtig, seine Haut vor der Sonne zu schützen?

Claßen: Aus rein medizinischer Sicht ist Sonnenschutz auch ein Schutz vor Hautkrebs. Es gibt aber auch kosmetische Gründe dafür: Die Haut altert in der Sonne schneller.

Kann man sagen, wie stark ein Sonnenbrand das Hautkrebsrisiko erhöht?

Claßen: Pauschal kann man das nicht sagen. Jeder Mensch hat ein bestimmte Disposition Hautkrebs zu bekommen – und die nimmt durch die Sonne zu. Das Hautkrebsrisiko hängt natürlich auch vom Hauttyp ab. Man könnte sagen, dass der Engländer stärker gefährdet ist als der Spanier. Und Kinder sind wesentlich stärker gefährdet als Erwachsene. Man sollte unbedingt darauf achten, dass Kinder keinen Sonnenbrand bekommen.

Und mit Sonnencreme kann man ohne Risiko in der Sonne baden?

Claßen: Nein, so einfach ist das nicht. Man kann damit länger in der Sonne bleiben als ohne Creme. Aber die meisten Leute tragen zu wenig Sonnencreme auf oder vergessen zum Beispiel die Ohren oder den Nacken.

Wann sollte man sich am besten eincremen?

Claßen: Eine Stunde, bevor man in die Sonne geht, nicht erst wenn man bereits am Strand oder im Freibad liegt. Man sollte auch bedenken, dass der Sonnenschutz beim Schwimmen und Schwitzen seine Funktion verliert. Das wird häufig unterschätzt. Man sollte sich dann erneut eincremen.

Und was sollte man tun, wenn man doch einen Sonnenbrand bekommt?

Claßen: Wenn die Haut nur rot ist, eine kühlende Lotion auftragen. Wenn Blasen zu sehen sind, unbedingt zum Arzt gehen.

Merkt man es denn nicht, wenn man einen Sonnenbrand bekommt?

Claßen: Man spürt den Sonnenbrand erst sechs bis zehn Stunden später. Und am Meer wird die Haut auch noch durch den Wind gekühlt. Deshalb merkt man nicht, wenn man einen Sonnenbrand bekommt.

Viele Leute fliegen im Sommer in den warmen Süden. Vom Flieger an den Strand – ist das zu empfehlen?

Claßen: Nein, oft fliegen die Leute aus dem verregneten Deutschland in den sonnigen Süden und meinen, sie könnten ihrer Haut direkt zwölf Stunden Sonne zumuten. Wenn man sich einmal einen Sonnenbrand geholt hat, dann ist der Sonnenaufenthalt für den Rest des Urlaubs gestrichen. Denn die Haut braucht sechs Wochen, um sich zu erholen.

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