Wappenmosaik am Rathaus: Rote Magnasteine für des Löwen Krallen

Von: Georg Schmitz
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Michel Cuvelier, Ruben Eck, Henrik Weinberg (v.r.),Stefan Schiffer und Kai Michel bekommen von Arnold Nießen (v.l.) und Walter Frohn (stehend) gute Tipps für das perfekte Pflastern. Hier entsteht, vom Zelt geschützt, das farbige Wappen der Gemeinde Gangelt. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen/Gangelt. Unter einem Zelt vor dem Rathaus in Gangelt bleibt ein kunstvolles Mosaik vielen neugierigen Blicken verborgen. Auszubildende des Berufskollegs legen das bunte Ensemble. Momentan ist es noch in Arbeit, am Samstag soll jedoch der letzte Stein gelegt werden.

Flinke Hände sind derzeit damit beschäftigt, Stein für Stein in den Boden zu versenken. Innerhalb von wenigen Tagen soll an dieser Stelle ein 3,50 mal 2,50 Meter großes farbiges Steinensemble des Gangelter Gemeindewappens entstehen. Es wird gefertigt von Schülern der Straßenbauer-Oberstufe des Berufskollegs Ernährung-Soziales-Technik (EST) des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen.

In Zusammenarbeit mit der Straßenbauer-Innung Rurtal und dem Bildungszentrum (BGZ) der Handwerkskammer Aachen in Simmerath haben die Schüler des Berufskollegs im vergangenen Jahr das Geilenkirchener Stadtwappen vor das Rathaus der Garnisonsstadt aufgebracht.

Der Gangelter Elektromeister Hans-Peter Tholen hat nun das „Wappen-Projekt“ für Gangelt angestoßen, nachdem das Ergebnis in der Nachbarstadt seine große Bewunderung gefunden hatte. Fachliche Unterstützung erhalten die jungen Männer des dritten Ausbildungsjahres durch Lehrlingswart Arnold Nießen von der Rurtal-Innung sowie vom Straßenbauermeister Branko Malenkovic wie auch seinem ehemaligen Kollegen Walter Frohn vom BGZ.

An der „Baustelle“ schauten die Lehrer Christian Krause und Christoph Wilms sowie Schulleiter Rolf-Dieter Crott immer mal und auch gerne vorbei. Vor wenigen Tagen nahmen die Azubis Michel Cuvelier, Ruben Eck, Kai Michel, Stefan Schiffer und Henrik Weinberg das Projekt in Angriff. 3,60 mal 5,70 Meter ist die Grundfläche groß, in dem sich bald der doppelschwänzige Löwe der Herzöge von Jülich und Berg den Fußtritten der Menschen nicht mehr erwehren kann.

„Die Steine sind drei Nummern zu groß“, rutscht es Stefan Schiffer raus. Doch was nicht passt, wird passend gemacht, und dafür ist Walter Frohn zuständig, der die rechteckigen Pflastersteine auf dem Diamant-Schneide-Tisch auf Maß bringt.

Lehrlingswart Arnold Nießen leitet – trotz seines Alters von 75 Jahren – die talentierten Handwerker an. Er steht seit dem 14. Lebensjahr im Beruf und genießt einen Spitzenruf als Natursteinspezialist und Mosaikverleger. „Aus Liebe zum Beruf bin ich noch dabei“, nennt Arnold Nießen den Grund für sein Engagement selbst im Rentenalter.

Die Pflasterarbeiten lassen sich größtenteils nur kniend erledigen, und darum rutschen die Azubis auf ihren Knieschützern herum. Für das Quintett gilt es, die 150 Blaubasaltsteine 8/10 für den Löwen, die weiteren 540 Blaubasaltsteine 4/6, die 30 roten Magna-Steine für Zunge und Krallen des Löwen sowie die 80 weißen Marmorsteine und 1500 gelben, den Löwen einfassenden Okasit-Steine zu verlegen. Wichtigste Werkzeuge sind Richtlatte, Wasserwaage, Schnur und die Kleinpflaster-, Steinspalt- und Mosaikhämmer. Unentbehrlich sind zudem Eisenpinne, Besen und Schubkarre.

Naturgemäß müssen die angehenden Straßenbauer auch des Rechnens mächtig sein, denn es gilt Höhe und Breite, Winkel und Kreis sowie Materialmenge zu ermitteln. Als Untergrund findet ein 5:1-Sand-Zement-Gemisch Verwendung, in das die Steine versetzt werden. Zum Schluss wird die Fläche mit einem Kunstharzmörtel in Steingrau eingefugt.

„Das ist ein Ausbildungsstück, an dem die Lehrlinge ihre Fertigkeiten unter Beweis stellen können“, sagt Arnold Nießen. Um während der Arbeit bei Kräften zu bleiben, wurden die Schüler und ihre Ausbilder auf Anregung von Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen mit Kaffee und Brötchen beköstigt, bekamen im Krankenhaus Maria Hilf zudem ein Mittagessen. Am Samstagvormittag werden auch die jungen Auszubildenden dabei sein, wenn ihre eindrucksvolle handwerkliche Kunst vorgestellt wird.

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