„Wanderarbeiter“ in Sachen Pflege brauchen Betreuung

Von: anna
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Die Teilnehmerinnen der ersten Schulung zusammen mit Schwester Svitlana (vorne, 2.v.r.). Repro: anna

Heinsberg/Geilenkirchen. „Sie ruft nach ihrer Mutter, obwohl diese doch schon lange verstorben ist“, sagt die eine Frau über ihren Pflegealltag. „Oft fehlen mir die deutschen Begriffe! Wie soll ich mich im Notfall verhalten?“, fragt die andere, oder eine dritte: „Mir tut der Rücken weh – was kann ich tun?“

Diese oder ähnliche Fragen und Schwierigkeiten beschäftigen viele Frauen mit Migrationshintergrund, die alte Menschen in deutschen Haushalten rund um die Uhr betreuen.

Im Rahmen der Begleitung von und der Seelsorge für Wanderarbeitnehmer und ausländische Betreuungskräfte in der Region Heinsberg lädt die Steyler Missionsschwester Svitlana Matsiuk jetzt zu kostenfreien Schulungen in häuslicher Betreuung ein. Getragen wird dieses Projekt vom regionalen Caritasverband Heinsberg, von der Arbeitnehmer- und Betriebsseelsorge im Bistum Aachen und von den Steyler Missionsschwestern.

Ziel dieser Schulungen ist es, grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten in der Betreuung alter Menschen, sowohl theoretisch als auch praktisch, zu erweitern, die Kommunikation zu stärken, körperlichen und seelischen Belastungen der Betreuenden entgegenzuwirken und ihnen einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen.

So trafen sich jetzt Frauen aus verschiedenen Orten der Region bei Amos in Oberbruch und in den Räumen der Katholischen Arbeitnehmerbewegung in Geilenkirchen, um sich mit der Referentin Anne Bensch dem Thema Demenz anzunähern. Anne Bensch, Postulantin bei den Steyler Missionsschwestern, ist von Beruf Krankenschwester und Religionspädagogin und hat bereits einige Jahre in Uganda Kurse in Altenpflege durchgeführt.

Zu den Inhalten der Schulungen gehörten ein grundlegender Einblick in das Erscheinungsbild der Demenz, darüber hinaus Wahrnehmungsübungen mit dem Ziel, den Betreuungskräften den Zugang zu der Gefühlswelt demenziell veränderter Menschen zu erleichtern. Es ging um Prävention und Gesundheitsförderung, zudem mit Hilfe aufschlussreicher Rollenspiele um die Kommunikation mit demenziell beeinträchtigten Menschen. Allgemeine Tipps für die Gestaltung des Alltags rundeten die Schulungen ab.

Ein weiterer, wesentlicher Aspekt der Treffen war der Austausch untereinander. „Ausländische Betreuungskräfte haben oftmals mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen – fehlende Sprachkenntnisse, fremde Kulturen, Diskriminierung und Vereinsamung sind nur einige davon“, weiß Schwester Svitlana. So sei es für einige nicht einfach, eine verlängerte Mittagspause von ihren Arbeitgebern genehmigt zu bekommen, um an der Schulung teilnehmen zu können. „Einigen wird es tatsächlich gar nicht erlaubt, zu kommen“, sagte sie.

Dabei sei der Austausch untereinander ganz wichtig. „Kurse wie diese helfen den Betreuungskräften nicht nur bei der Ausführung ihrer Arbeit, sondern geben ihnen auch ein Gefühl der Würde und Anerkennung“, so Schwester Svitlana. „Ich fühle mich gesehen“, habe ihr eine Teilnehmerin dazu gesagt.

Die nächsten Schulungen finden Mitte Februar und Anfang März wieder jeweils in Oberbruch und in Geilenkirchen statt. Thema ist zunächst die Prophylaxe sowohl für die zu betreuenden Menschen als auch für die Pflegekräfte. „Kleine Erste Hilfe/Mobilisation“ ist der Titel der dritten Schulung. Weitere Informationen sind erhältlich bei Schwester Svitlana per E-Mail unter schwester.svitlana@caritas-hs.de, oder per Telefon unter Telefon 0176/39904153.

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