Waltraud Epple verkauft seit 60 Jahren schöne Dinge

Von: defi
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Mit einem Blumenstrauß bedankte Johannes Hieronimi bei seiner Mitarbeiterin Waltraud Epple für ihre 60-jährige Tätigkeit in der Gold- und Silberschmiede Dorst in Heinsberg. Foto: defi

Heinsberg. Waltraud Epple hat etwas geschafft, dass wohl die wenigsten Arbeitnehmer heutzutage noch erleben. Sie arbeitet seit 60 Jahren bei ein und demselben Arbeitgeber. Johannes Hieronimi heißt der „Chef“ im Hause der Gold- und Silberschmiede Dorst.

Das Fachgeschäft für Schmuck und Uhren gleich am Heinsberger Marktplatz ist Waltraud Epples Arbeitsstelle. Dort hinter der Ladentheke mit den vielen schönen Schmuckstücken arbeitet sie auch heute noch, und augenscheinlich tut sie dies gerne.

Am 2. Mai 1955 fing Waltraud Heitzer, so ihr Mädchenname, bei Dorst an. Damals war sie 15 Jahre alt, hatte die Volksschule absolviert und ein Jahr im Haushalt der Familie Hieronimi die Hauswirtschaft erlernt. Es sollte was Vernünftiges aus der Tochter werden, hatte sich Mutter Heitzer gewünscht. Ihr heutiger „Chef“ war damals sieben Jahre alt und wuchs sozusagen hinter der Ladentheke auf. Seine Eltern Theobald Hieronimi, Goldschmiedemeister und Mutter Hildegard Hieronimi, geborene Dorst, Tochter aus der Goldschmiedefamilie des Stammvaters Phillip Dorst, der die Goldschmiede 1742 gegründet hatte, waren Waltrauds Lehrherren, als sie nach einem Jahr Hauswirtschaft ihre dreieinhalbjährige Lehre zur Kaufmannsgehilfin begann.

Ihre Berufswahl hat Waltraud Epple nie bereut, noch heute sagt sie mit Überzeugung: „Was gibt es Schöneres, als mit schönen Sachen umzugehen.“ Zwölf Jahre bis zu ihrer Heirat blieb die Eschweilerin in Vollzeit im Geschäft tätig. Zwei Kinder wurden geboren. Und heute arbeitet ihre Tochter Anne Gerighausen immerhin auch schon 30 Jahre bei Dorst. Nach der Heirat und während der Erziehung der Kinder arbeitete Waltraud Epple stundenweise im Geschäft mit. Seit 1989 ist sie wieder regelmäßig tätig und Ansprechpartnerin für so manche Stammkundin. Die Pensionierung ihres Mannes sei der Zeitpunkt gewesen, erzählt sie, der Tätigkeit als Verkäuferin wieder verstärkt nachzugehen. „Wenn Du zu Hause bist, geh ich wieder arbeiten“, hatten sie ihrem Mann angekündigt.

Heute ist Waltraud Epple vor allem samstags hinter der Ladentheke anzutreffen. Sie hat Generationen von Kunden miterlebt und so manche Veränderung. Johannes Hieronimi kann sich auf seine langjährige Mitarbeiterin verlassen, schmunzelnd verrät er: „Sie hat die Ruhe weg.“

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