Wächst DMK Eis noch weiter als gedacht?

Von: Rainer Herwartz
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An der linken Seite des bestehenden Werkes im Gewerbegebiet Haaren wird sich der DMK-Neubau für die weitere Produktionsfläche anschließen. Im Spätsommer des nächsten Jahres sollen die Produktionsmaschinen anlaufen. Foto: Rainer Herwartz
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Gute Laune beim Spatenstich mit den beiden DMK-Geschäftsführern Dr. Andreas Kricsfalussy und Dr. Andreas Hennige (2. und 3. v.l.) sowie Waldfeuchts Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen (4.v.l.).

Waldfeucht. „Wer hier herkommt bei diesem Wetter, der muss der Firma verbunden sein“, war Dr.Andreas Hennige überzeugt. Ganz falsch dürfte er mit dieser Feststellung am Montagmorgen wohl nicht gelegen haben, als er gemeinsam mit seinem DMK-Geschäftsführungskollegen Dr. Andreas Kricsfalussy die Gäste zum offiziellen Spatenstich am Erweiterungsbau des Roseneiskrem-Werks in Waldfeucht-Haaren begrüßte.

Kalt war es, feucht-kalt, weshalb der für draußen zunächst geplante „gemütliche Teil“ kurzerhand in einen gut beheizten Konferenzraum verlegt wurde.

Schon Anfang Oktober hatte DMK-Geschäftsführer Frank Forstmann, der am Montag aus Krankheitsgründen nicht anwesend sein konnte, davon gesprochen, dass am Standort acht Millionen Euro invesiert würden. Im Zuge umfangreicher Modernisierungsmaßnahmen sollen die Produktionsabläufe komplett in das DMK-Werk am Ortsrand von Haaren verlagert und „damit auch die Ortschaft wesentlich entlastet werden“, hieß es. Hennige sprach jetzt in der Summe sogar von elf Millionen Euro, die DMK Eis in Waldfeucht investiere. Vier neue, moderne Produktionslinien würden auf diese Weise entstehen. Die Mitarbeiter, die schon vorhandene Technologie und der Umstand, dass das Grundstück für den Erweiterungsbau nicht erst hätte erworben werden müssen, sondern schon zum Eigentum der DMK Eis gehörte, hätten bei der Auswahl-Entscheidung zwischen sechs Standorten den Ausschlag für Haaren gegeben, ergänzte Kricsfalussy später im Gespräch.

Erst seit sechs Wochen gehöre er dem Unternehmen an, erklärte Hennige, doch eines habe er schnell gelernt. „Alles was ich gehört habe ist, in Waldfeucht laufen den Planungen reibungslos.“ Zweifellos sei dies auch ein Verdienst der guten Kooperation mit der Gemeindeverwaltung.

Klares Bekenntnis

Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen hörte dies natürlich gern. „Welche Bedeutung die Entscheidung für uns hat, zeigt die große Anzahl von Ratsmitgliedern, die sich freigenommen haben, um bei diesem Spatenstich dabeizusein“, sagte er. Schrammen sieht in dem Erweiterungsbau ein klares Bekenntnis von DMK Eis zum Standort Haaren. „Ich hoffe, dass dies nicht der letzte Spatenstich hier ist, deshalb sollten sie die Spaten nicht so weit fortstellen“, scherzte der Verwaltungschef.

Nach Informationen unserer Zeitung ist dies beileibe kein reines Wunschdenken. Denn gleich neben der etwa 2000 Quadratmeter großen Fläche, die nun bebaut wird, besitzt DMK Eis weiteren Grund und Boden. Auch hierfür sollen schon einschlägige Planungsmodelle existieren, wie unsere Zeitung erfuhr. Gleichwohl mahnt der Bürgermeister zur Besonnenheit. „Wir sollten es noch nicht zu euphorisch angehen. Es gibt schon Überlegungen, das daneben liegende Grundstück auch zu bebauen.“ Und auch aus den Reihen von DMK werde betont, dass Haaren ein „zukunftsträchtiger Standort“ sei. Doch beschlossen sei noch nichts. „In einer ersten Checkliste gibt es aber von unserer Seite keine Dinge, die man nicht umsetzen könnte“, signalisiert Schrammen die Bereitschaft der Gemeinde, ein solches Vorhaben tatkräftig zu unterstützen.

Erst einmal richtet sich das Augenmerk von Architekt Michael Dörstelmann und der ausführenden Baufirmen aber zunächst auf den aktuellen Bau, der sich nahtlos an das bestehende Werk in Silber-Isopanele anfügen wird. Bis zu 8,50 Meter wird der Bau in die Höhe wachsen – zuzüglich einiger technischer Aufbauten. Unter anderem soll er laut Dörstelmann drei neue Schockfroster beherbergen, in denen das Eis auf minus 40 Grad heruntergekühlt wird, bis es später ins Hochlager gebracht wird, das Dörstelmann vor rund zehn Jahren baute. Auch das Gebäude für die vollautomatische Konfektionierung habe er vor etwa sechs Jahren entworfen.

Bei aller Begeisterung für den Neubau stellt sich natürlich nach wie vor die Frage, wie die Stimmunglage bei der Belegschaft ist. Schließlich soll eine nicht unerhebliche Zahl der 250 Arbeitskräfte ihren Job ja verlieren, wie DMK Eis schon im Oktober bestätigte. „Die Erweiterung sehen wir schon als positiv an“, sagt Betriebsratsvorsitzender Cornelius Maybaum auf Nachfrage. „Es ist natürlich schade, dass alles verlegt wird von Werk I in Werk II. Aber auf Dauer ist es vielleicht besser. Wir haben die Hoffnung, dass dort unser Standort gesichert und erweitert werden kann.“ Die Gespräche mit den Mitarbeitern, die immer noch um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze fürchten, zögen sich noch bis ins neue Jahr hinein, sagt Maybaum.

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