„Vorzugsbehandlung“ durch Zahlen nicht zu belegen

Von: Rainer Herwartz
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Die große schwarze Hand auf dem symbolischen Halteschild signalisiert: „Bis hier und nicht weiter!“ Sie prangt auf dem Oberbrucher Flugblatt.

Heinsberg. „Bis hier und nicht weiter!“, scheint die große schwarze Hand auf dem symbolischen Halteschild zu signalisieren, das auf einem Oberbrucher Flugblatt prangt. Nahezu überall in dem Stadtteil von Heinsberg ist es zu finden, versehen mit der Überschrift: „Oberbruch ohne Festhalle und Freibad? Nein Danke!!“

Möglichst viele Oberbrucher sollen sich durch die Plakataktion den morgigen Mittwoch dick in ihrem Terminkalender unterstreichen. Denn dann wollen sich um 19 Uhr in der Festhalle die Oberbrucher CDU-Vertreter im Rat der Stadt der Bevölkerung zur öffentlichen Diskussion über die Zukunft von Freibad und Festhalle stellen.

Dass es dabei zu einem temperamentvollen Dialog kommen könnte, ist angesichts der Stimmungslage im Ort nicht unwahrscheinlich. Nachdem die SPD unlängst die Debatte über den Zustand der Oberbrucher Festhalle und ihre Zukunft durch eine offizielle Anfrage im Rat ins Rollen gebracht hatte, legten die Liberalen jetzt noch einmal nach und hakten ihrerseits öffentlich nach.

„Sehr geehrter Herr Bürgermeister“, hieß es da in der Anfrage, „aktuell wird in der Presse und in der Bevölkerung intensiv über den Zustand der Festhalle in Oberbruch berichtet und diskutiert. Um uns sachgerecht mit dieser Thematik beschäftigen zu können“, bäten die Liberalen um einige Informationen. Das erste Fragenpaket lautete: „Welche Investitionen wurden seit 2003 für die Festhalle Oberbruch getätigt und in welcher Höhe? Wie hoch ist der Investitionsbedarf in welchen Bereichen? Gibt es Rückstellungen hierfür?“

Der Erste Beigeordnete und Kämmerer der Stadt, Jakob Gerards, antwortete wie stets knapp und sachlich. Danach flossen in das Bewegliche Anlagevermögen 34.347,72 Euro. Der Einbau eines Behindertenliftes kostete 19.553,98 Euro und die Errichtung einer Fluchttreppe 12.088 Euro. In der Summe ergab sich seit dem Jahr 2003 somit ein Betrag von 65.989,70 Euro.

Ein konkreter Investitionsbedarf für die Zukunft sei jedoch nicht definiert. Für die Beschaffung beweglichen Anlagevermögens würden jährlich 1000 Euro eingeplant. Für Investitionen würden im Übrigen keine Rückstellungen gebildet.

Immer wieder war in den letzten Wochen der Vorwurf mancher Oberbrucher laut geworden, wenn es um die Innenstadt, sprich die dortige Begegnungsstätte gehen würde, wäre es wohl nie zu einem so maroden Zustand gekommen, wie ihn nun die Festhalle in Oberbruch böte. Vielleicht gerade aus diesem Grund richtete sich das zweite Fragenpaket der FDP auf einen Vergleich.

„Wie ist analog die Situation der Stadthalle Heinsberg zu bewerten? Welche Investitionen wurden hier seit 2003 getätigt?“ Hier waren, so der Erste Beigeordnete, seit 2003 84.220,63 Euro in das Bewegliche Anlagevermögen geflossen. Ergänzend teilte die Verwaltung jedoch mit, dass im Bereich der baulichen Unterhaltung im fraglichen Zeitraum für die Festhalle Oberbruch 232.120,84 Euro und für die Begegnungsstätte lediglich 195.593,41 Euro aufgewandt worden seien.

Unterm Strich ergab sich somit für Oberbruch eine Mehrausgabe von 18.296,50 Euro. In diesem Punkt konnte also von einer Bevorzugung der Heinsberger Innenstadt nicht die Rede sein.

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