Vortrag über den Vatikan als Gegenspieler der Nazis

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Wassenberg-Myhl. Die Pfarrei St. Marien Wassenberg bietet einen Vortrag mit dem Historiker, Dokumentarfilmer und Fachjournalisten für populärwissenschaftliche und kirchengeschichtliche Themen Michael Hesemann an. Der Vortrag trägt den Titel „Der Papst, der Hitler trotzte“.

Die Seligsprechung von Papst Pius XII. hat die Debatte um seine Rolle während des Zweiten Weltkriegs neu angeheizt. Hätte der Papst die Gräueltaten Hitlers stoppen können, indem er Krieg und Judenverfolgung öffentlich verurteilte?

Der Historiker und Journalist Michael Hesemann ist den Vorwürfen um das „Schweigen des Papstes“ auf den Grund gegangen: Er hat Erkenntnisse der neuesten historischen Forschung über das Pontifikat Pius XII. zusammengetragen und Einblick in die vatikanischen Archive genommen. Hesemann zeigt also aus erster Hand, dass Eugenio Pacelli bereits als Nuntius in Deutschland 1924 die „vulgäre und brutale Kampagne“ der Nazis gegen Katholiken und Juden beklagte. Als Kardinalstaatssekretär musste er notgedrungen 1933 das Reichskonkordat unterzeichnen, um die Kirche in Deutschland zu retten.

Für Papst Pius XI. entwarf er den Text für die berühmte Enzyklika „Mit brennender Sorge“, die 1937 den Nationalsozialismus verurteilte und sofort zur Verschärfung der Lage der Christen im Deutschen Reich führte. Selbst zum Papst gewählt, konnte Pius XII. nur mehr im Geheimen agieren und rettete nahezu einer Million Juden das Leben. Dabei arbeitete er mit dem deutschen Widerstand zusammen, dessen Ziel es war, Hitler zu stürzen.

Der Papst hat fortan dem braunen Diktator nach Kräften getrotzt und wurde zum subtilen Gegenspieler des Nazi-Terrors. Die Entdeckungen Hesemanns zur Rolle des Vatikans als Gegenspieler des Nazi-Regimes sorgten weltweit für Schlagzeilen. Papst Benedikt XVI. dankte dem Rheinländer ausdrücklich für seine „wichtige Arbeit“. Seine 36 Bücher sind in 14 Sprachen übersetzt und internationale Bestseller. Der Vortrag findet am Mittwoch, 9. März, ab 20 Uhr im Pfarrheim Myhl, St.-Johannes-Straße 190, statt.

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