Erkelenz - Vorlesewettbewerb: Junge Leser überzeugen die Jury

Vorlesewettbewerb: Junge Leser überzeugen die Jury

Von: hewi
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Gut gelesen: (v.l.) Sieger Johannes Jeske und die beiden Zweitplatzieren Mia Pesch und Evelyn Helwig. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. Seit 1959 richtet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Vorlesewettbewerb für die sechsten Klassen aus. Nun fand in der Erkelenzer Stadtbücherei einer der beiden Kreisentscheide statt, bei denen sich die Teilnehmer für den Bezirksentscheid im März in Meckenheim qualifizieren können. Mit etwas Glück und Talent kann es bis zum Bundesfinale nach Berlin gehen.

Elf Schülerinnen und Schüler waren angetreten, um einmal aus einem altersgerechten Buch ihrer Wahl und dann aus einem Überraschungstext vorzulesen. Dafür hatte jeder Teilnehmer jeweils drei Minuten, um die vierköpfige Jury zu überzeugen.

Die versierte Jury bestand aus den beiden Grundschullehrern Gerdamarie Funke und Niclas Knapmeyer, der Buchhändlerin Helen Krahe und Stadtjugendpfleger Markus Wilmer. Die Organisation lag wieder in den erfahrenen Händen des Bücherei-Teams. „In diesem Jahr waren wieder mehr Jungs dabei“, betonte Diplom-Bibliothekarin Angela Reschen. „Mehr“ bedeutet in diesem Fall vier der elf Teilnehmer. Dass die Jungs etwas unterrepräsentiert sind, liege an den unterschiedlichen Entwicklungsstadien von Jungs und Mädchen, die gerade in der Altersstufe des Wettbewerbs spürbar seien.

Nicht nur Verwandte, Mitschüler und Eltern hatten sich im Untergeschoss der Bücherei eingefunden, um die Geschichten zu hören. Denn der Wettbewerb ist gleichzeitig auch eine Buchvorstellung für altersgerechte Literatur, wenn man wissen will, was Sechstklässler so lesen. Das Spektrum reichte vom derzeit sehr populären „Gregs Tagebuch“ von Jeff Kinney, dessen Bände nicht nur als Jugendbücher in den Verkaufslisten des Buchhandels auftauchen, bis hin zu Pete Johnsons „Wie man seine voll peinlichen Eltern erträgt“.

Aber auch Klassiker wie Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ werden immer wieder vorgestellt und gelesen. Als Überraschungstext gab es Rüdiger Bertrams „Norden ist, wo oben ist“, den die jungen Vorleser nicht einüben konnten. „Beim Überraschungstext zeigt sich dann, ob die Kinder vorlesen oder schon fast auswendig vortragen“, wusste Peschen aus Erfahrung.

Der schwerste teil für Organisatoren und Jury kam natürlich nachdem der letzte Text verklungen war. Denn dann musste entschieden werden, wer sich für den Bezirksentscheid im März qualifiziert hat. Letztendlich konnte sich Johannes Jeske vom Erkelenzer Cornelius-Burgh-Gymnasium mit Jenny Nimmos „Charlie Bone und das Geheimnis der sprechenden Bilder“ gegen die Konkurrenz durchsetzen. Doch schon beim zweiten Platz gab es keine klare Entscheidung. Den mussten sich Mia Pesch (Maximilian-Kolbe-Gymnasium Wegberg) und Evelyn Helwig vom Hückelhovener Gymnasium teilen. Für alle Teilnehmer gab es eine Urkunde und weiteres Lesefutter in Form von Büchern.

In mehr als 600 Regionalwettbewerben, die von Buchhändlern, Schulen und Büchereien organisiert werden, nehmen Schüler bundesweit an dem Vorlesewettbewerb teil. An sich ein ermutigendes Signal. Trotzdem ist Peschen nachdenklich.

Denn seit zwischen den Schultypen nicht mehr unterschieden wird, nehmen keine Hauptschüler mehr an den Wettbewerben teil. „Oft trauen sie sich nicht“, sagt sie. Im vorigen Jahr war ein für den Kreisentscheid qualifizierter Schüler von der Gemeinschaftshauptschule nicht erschienen, weil im letzten Moment der Mut fehlte. Nun hoffen sie und ihre Kolleginnen, dass im kommenden Jahr wieder alle Schultypen vertreten sein werden.

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