Vorentwurf des Landschaftsplans im Planungs- und Umweltausschuss vorgestellt

Von: ng
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Wassenberg. Für viele Fragen bei den Mitgliedern des Planungs- und Umweltausschusses der Stadt Wassenberg sorgte die Vorstellung des Vorentwurfs des Landschaftsplans II/ „Wassenberger Riedelland und untere Rurniederung“. Josef Nießen, zuständiger Dezernent des Kreises Heinsberg, informierte die Anwesenden, und vom Planungsbüro Grontmij referierte Martin Castor über die Problematik.

Da die Kreise in Nordrhein-Westfalen die gesetzliche Aufgabe haben, flächendeckend Landschaftspläne zu erstellen, um die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts als Lebensgrundlage für den Menschen zu erhalten und langfristig zu sichern, hat der Kreistag des Kreises Heinsberg im Jahre 2009 beschlossen, die Landschaftspläne II/4 „Wassenberger Riedelland und untere Rurniederung“ sowie III/8 „Baaler Riedelland und obere Rurniederung“ gemeinsam zu erarbeiten und dabei eine partizipative und kooperative, durch Einbindung wichtiger Interessengruppen gekennzeichnete Planung umzusetzen, erläuterte Nießen. Das Plangebiet ist rund 73 Quadratkilometer groß und umfasst das Stadtgebiet Wassenberg, nördliche Teile des Stadtgebietes Heinsberg und einen kleinen nordöstlichen Teil des Gemeindegebietes Waldfeucht.

Weitere neun Gebiete

Wo sich bisher lediglich ein Naturschutzgebiet erstreckte, sollen künftig weitere neun dazukommen, so die Planung. Die neun Naturschutzgebiete mit rund 1000 Hektar haben ihren Kernbereich in der Ruraue, sie soll man künftig etwa am Lago Laprello oder am Birgelener Pützchen finden. „Wir wissen, dass besonders im Kreis Heinsberg der Flächendruck in der Landwirtschaft hoch ist“, betonte Castor in seiner Präsentation. Da dem formellen Verfahren allerdings eine agrarstrukturelle Vorstudie vorausgegangen war, die die Betroffenheit der landwirtschaftlichen Betriebe abklären sollte, wird eine intensive landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Flächen auch weiterhin möglich sein.

Der Grundtenor der Veranstaltung: „Was bisher zulässig war, wird auch weiterhin in den Schutzgebieten des künftigen Landschaftsplanes zulässig sein“, betonte Castor immer wieder. Eine weitere Intensivierung der Landwirtschaft in den Naturschutzgebieten, etwa durch neue Drainagen, solle jedoch vermieden werden. Die Ausschussmitglieder allerdings wollten ganz sicher sein. Die Fragen der Mitglieder betrafen die Segelsportler am Effelder Waldsee ebenso wie etwa die Angler oder Jäger im Bereich der Rurauen. Und auch um die Planungen des Wasserparks am Effelder Waldsee machten sich die Ausschussmitglieder Sorgen. Allerdings, so beruhigte Dezernent Nießen, hätten die Flächennutzungspläne der Kommunen – so auch das aktuelle Planverfahren für die Freizeitbereiche am Effelder Waldsee – stets Vorrang vor der Landschaftsplanung.

Zufrieden sind dennoch nicht alle Bürger, die den Vorentwurf auf vorausgegangenen Bürgerversammlungen mitdiskutiert haben. Inzwischen liegt dem Bürgermeister eine Unterschriftensammlung vor, in der sich die Bürger gegen den Vorentwurf aussprechen. „In der Ausgestaltung gibt es zwar weiterhin Spielräume“, erklärte Nießen. Allerdings, so betonte er, könne man nicht darüber diskutieren, dass der Landschaftsplan her muss. Dieser sei zwingend und müsse die im Regionalplan ausgewiesenen Flächen zum Schutz der Natur zum großen Teil mit einbeziehen.

In der jüngsten Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses galt es, die Mitglieder zu informieren. In der nächsten Sitzung wird das Gremium dann seine Stellungnahme beschließen.

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