Von Lütter fasziniert: Liederabend zu Ehren des Komponisten

Von: Utz Schäzle
Letzte Aktualisierung:

Heinsberg. Am Rondell der Jugendmusikschule Heinsberg lauschten Musikfreunde beim Liederabend Alexander Nell (Klavier), Tamara Peters (Sopran), Guido Janssen (Bariton), Erika Ott (Klavier) und Dorothee Broichhausen (Klavier).

Es war ein Lieder- und Klavierabend, der zum 100. Geburtstag des Komponisten Johann Lütter ausschließlich seinen Werken gewidmet war. Dorothee Broichhausen wies in ihrer informativen Moderation auf die Vielseitigkeit des Rheinischen Komponisten zwischen Romantik und Moderne hin. Johann Lütter, geboren am 13. Oktober 1913 in Würselen, ließ sich durch die Praxis zu kreativem Schaffen inspirieren. Von den 1930er bis in die 80er Jahre entstanden mehr als 100 Kompositionen fast aller Genres.

Nach ersten Tönen gebannt

Das Konzert begann mit „Sieben Skizzen für Klavier“ gespielt am Flügel von Alexander Nell, der im letzten Jahr mit dem Förderpreis der Lütter Stiftung ausgezeichnet wurde. Nach den ersten Tönen war das Publikum fasziniert von der Genauigkeit und Feinheit seines Musizierens. Mit unglaublicher Leichtigkeit interpretierte der Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ die Klavierwerke von Johann Lütter.

Lieder aus „Der Weg einer Liebe“ für Sopran und Klavier auf Texte von Christel Mey, gesungen von Tamara Peters und am Flügel begleitet von Erika Ott, boten den Künstlern die Möglichkeit zu feinem Nuancieren, was sie bis zur Perfektion beherrschten. So stellten sie eindrucksvoll unter Beweis, dass der Komponist Johann Lütter den Interpreten durchaus Freiräume gelassen hat, da von ihm selbst Tempo oder Angaben zu Gestaltung nur in Ansätzen festgelegt wurden.

Ähnlich fesselnd gelang Dorothee Broichhausen am Flügel die „Große Serenade für Klavier“, die dem Anspruch des Komponisten, auch als große Serenade zu bestehen, durchaus gerecht wurde. Fein nuancierend und mit filigranem Anschlag musizierte die Solistin mit einer Intensität, die ihrem Spiel einen eigenen ganz unverwechselbaren Stempel aufdrückt.

Noch einmal sang Tamara Peters, die 2005 mit dem Förderpreis der Lütter-Stiftung ausgezeichnet wurde, Lieder aus „ Der Weg einer Liebe“ einfühlsam. Den nicht ganz einfach zu spielenden Zyklus „Der Tag des Kindes“ interpretierte Alexander Nell in beeindruckender Weise. Die Stücke sind mal Gang, dann wieder ein schlendern durch musikalische Landschaften.

Der Zuhörer streift mit ihnen durch Stimmungen und Gefühlszustände, gerät dann und wann in heftige Bewegung bis hin zum wirbelnden Presto. Besorgnisse tauchen auf, Ernsthaftes und Leidenschaftliches. Doch die aufwallenden Emotionen finden dann wieder auf den Weg des Liedes und der schlichten Melodie zurück.

Zum Abschluss des Johann Lütter Lieder- und Klavierabends musizierten Dorothee Broichhausen und Guido Janssen gemeinsam mit „Liebessehnsucht“, also Lieder für Bariton und Klavier auf Texte von Christel Mey. Beide Interpreten sind äußerst erfolgreiche Lehrende an der Jugendmusikschule Heinsberg. Sie sind Preisträger des Johann-Lütter -Preises und sie verbindet das Engagement für die Musik Johann Lütters, die Neugier auf Musik, die noch nicht in ein streng festgelegtes Interpretationsraster eingebunden ist.

Mit musikalischem Feingefühl und mit viel Einfühlungsvermögen interpretierten sie die Finessen der einzelnen Lieder, die mal rhythmisch betont, mal melodiös, mal eilend, mal tänzerisch und mal ruhig daher kommen. Ein imposanter Abschluss eines wunderschönen Johann Lütter Lieder – und Klavierabends.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert