Heinsberg - Von Fördermöglichkeiten bis Schulentwicklungsplan

Von Fördermöglichkeiten bis Schulentwicklungsplan

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Bürgermeister Wolfgang Dieder
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Marco Kellenter

Heinsberg. Bürgermeister Wolfgang Dieder und Marco Kellenter nennen die fünf wichtigsten Argumente für oder gegen die Schulschließungen.

Auf Anfrage unserer Zeitung haben Bürgermeister Wolfgang Dieder und Marco Kellenter, einer der Initiatoren des Bürgerentscheids, noch einmal ihre fünf wesentlichsten Argumente pro und kontra Schulschließungen zusammengefasst.

Wolfgang Dieder Pro:

1. Die Anzahl unserer Grundschüler ist in den letzten 20 Jahren von über 2150 auf 1374 im Schuljahr 2015/16, also um mehr als ein Drittel, gesunken. Wir benötigen daher keine zwölf Grundschulgebäude mehr. Neun Gebäude sind völlig ausreichend.

2. Reinigung und Unterhaltung überflüssiger Gebäude auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger sind unwirtschaftlich und binden Mittel, die wir für die Modernisierung der verbleibenden Schulstandorte benötigen. So warten auf die Unterbrucher Kinder bereits modernst ausgestattete Räume mit einem Standard, den wir auch für die anderen, verbleibenden Standorte anstreben.

3. Für alle Schüler im Stadtgebiet Heinsberg müssen bestmögliche und gerechte Schulbedingungen bestehen. Wir dürfen gesetzlich aber nicht beliebig viele Klassen für das erste Schuljahr bilden, sondern müssen mit durchschnittlich 23 Kindern pro Klasse rechnen. Kommt es dann z.B. in Kempen zur Einschulung von 16 Kindern, müssen in Karken 29 aufgenommen und einige Kinder sogar von Karken abgewiesen werden. Das ist ungerecht.

4. Der Rat der Stadt Heinsberg hat nur die Zusammenlegung der Grundschulverbünde Karken-Kempen, Heinsberg-Unterbruch und Randerath-Porselen beschlossen. Die Schließung von Schulen in Grebben, Schafhausen und Oberbruch ist überhaupt nicht beschlossen worden. Die Einbeziehung dieser Schulen in das Bürgerbegehren ist unseriös. Hier geht es meiner Meinung nach nur um Verunsicherung und Stimmenfang.

5. Alle Schulleiter und auch der Schulrat befürworten die Schließung der kleinen Nebenstandorte wegen der besseren Unterrichtungs- und Fördermöglichkeiten an mehrzügigen Grundschulen, die in speziellen Kursen besser auf stärkere und schwächere Schüler eingehen können. Die Heinsberger Grundschule kann insoweit gerade einen beachtlichen Erfolg vorweisen.

 

Marco Kellenter Kontra:

1. Die aufnehmende Schule in Karken ist nicht groß genug, um alle Kempener Schüler aufzunehmen, so dass Kosten für Anbauten von mindestens 600 000 Euro entstehen, die weitaus höher sind, als die Kosten für die Ertüchtigung der Schule in Kempen. Hinzu kommen jährlich anfallende Schülertransportkosten von ca. 35 000 bis 40 000 Euro pro wegfallendem Schulstandort.

2. Es wird eine Schule geschlossen, die im kommenden Jahr über 91 Schüler verfügt und für die in den nächsten Jahren unter anderem 22, 23 bzw. 24 Eingangsschüler prognostiziert sind.

3. Kleinen Orten werden ihre Schulen und damit ein wichtiger Bestandteil ihrer Attraktivität für die Bewohner weggenommen.

4. Es muss ein Schulentwicklungsplan erstellt werden, der den Zustand aller Schulgebäude, den Platzbedarf für OGS und Inklusion sowie den Zuwachs von Schülern aufgrund steigender Geburtenraten (8 Prozent) und Flüchtlingskindern berücksichtigt.

5. Durch die beschlossenen Schulschließungen findet in den nächsten zwei Jahren und auch darüber hinaus keinerlei Einsparung statt.

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