Erkelenz - Von der Tonscherbe bis zum Buchdruck: Die Geschichte der Bibel

Von der Tonscherbe bis zum Buchdruck: Die Geschichte der Bibel

Von: Helmut Wichlatz
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415 Jahre ist diese Bibel alt, die derzeit in den Räumen der Kreissparkasse an der Kölner Straße zu sehen ist. Foto: hewi
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Mit einem Nachbau der Gutenbergpresse können Besucher auch selbst eine Seite drucken. Foto: hewi

Erkelenz. Zwei Wochen lang ist die Bibelausstellung im Gedenken an das Reformationsjubiläum in den Hauptgeschäftsstellen der Sparkasse und der Volksbank zu sehen. Unter dem Motto „Eine Ausstellung, zwei Orte, drei Kirchen“ erfahren die Besucher viel Wissenswertes über die Entstehung der Bibel und ihre Frühgeschichte bis hin zur Verbreitung der deutschen Übersetzung durch den Buchdruck.

Darüber hinaus haben Bürger aus Erkelenz und der Region ihre persönlichen Bibeln für die Präsentation zur Verfügung gestellt. Bei der Eröffnung in der Schalterhalle der Sparkasse sprach deren Vorstandsvorsitzender Thomas Pennartz von einer „außergewöhnlichen Ausstellung zu einem besonderen Jubiläum“.

Zwei Jahre Vorbereitungszeit

Rund zwei Jahre arbeiteten Mitglieder der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde sowie der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde gemeinsam an der Realisierung des ambitionierten Projektes, nachdem der freikirchliche Pastor Rüdiger Puchta seine Amtsbrüder Werner Rombach und Günter Wild von der Idee überzeugt hatte. Viel Überzeugungsarbeit musste er dafür allerdings nicht leisten, wie er selbst betonte.

Basis der Ausstellung ist die europaweit größte Wanderausstellung „Bibelschätze aus zwei Jahrtausenden“. Sie ist in zwei Bereiche unterteilt, die sich auch in den Ausstellungsorten widerspiegeln. Bei der Volksbank am Konrad-Adenauer-Platz spielt die Rolle der Schrift für die Entstehung der Bibel eine große Rolle.

Gezeigt werden auch Kopien der ersten Schriftrollen und Tonscherbenfunde sowie eine jüdische Thora oder ein Modell eines alttestamentarischen Tempels.

Um den Beitrag Luthers und Gutenbergs geht es ein Stück weiter die Kölner Straße hinunter bei den Kollegen von der Kreissparkasse. Hier findet man Beispiele von gedruckten Bibeln und einen Nachbau der Druckerpresse, mit der Gutenberg die Bibel zum meistgedruckten Buch der Welt machte. Diese kann von den Besuchern selbst ausprobiert und eine Seite mit Psalmen gedruckt werden. Ein weiterer Fokus liegt auch auf der Übersetzungsarbeit Luthers, der den Inhalt des „geheimnisvollen Buches“ für die Menschen seiner Zeit zugänglich machte und ganz nebenher die Grundlage für die deutsche Schriftsprache schuf.

Die Idee, Banken als Orte der Bibelausstellung zu wählen, sei nicht abwegig, betonte Pennartz und verwies auf Luther, der den wirtschaftlichen Erfolg als Motor des Fortschritts pries. Gleichzeitig, so betonte Pennartz, habe er aber auch an die Eigenverantwortung der Unternehmer für ein mögliches Scheitern appelliert.

Pfarrer Günter Wild verwies darauf, dass in der Bibel Werte vermittelt würden, die früher wie heute gleichermaßen Gültigkeit besäßen, und das auch bei Menschen, die nicht an Gott glauben. Denn es seien Werte, „die aus der Gesellschaft nicht wegzudenken“ seien. Dies unterstrich auch sein Amtskollege Puchta, der betonte, dass „wir nicht an Märchen und Fabeln glauben“. Vielmehr sei es ein Themenkanon, der die Menschen seit Jahrtausenden beschäftige, was sich durch die Funde von Qumran und anderer historischer Orte belegen ließe.

Abschließend lasen Pennartz und der Schirmherr Bürgermeister Peter Jansen gemeinsam den Psalm 119 aus der neuesten Edition der Lutherbibel.

Nach der Einführungsveranstaltung in der Sparkasse geht es am Samstag, 14. Oktober, um 19.30 Uhr in den Räumen der Volksbank weiter mit einer Veranstaltung über die Welt des Alten Testaments.

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