Heinsberg - Vom Kloster zur Kita: 100 bewegte Jahre

Vom Kloster zur Kita: 100 bewegte Jahre

Von: Anna Petra Thomas
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Am 21. Juni 1917 wurde das Randerather Kloster feierlich eingeweiht. Hier war auch eine Kleinkinder-Bewahrschule untergebracht. Repro: anna
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Farbenfroh verkleidet, gibt der vorgelagerte Anbau an der ersten Etage der Kita ein ganz neues Aussehen. Foto: Anna Petra Thomas
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In Form der Zahl 100 haben sich die Kinder der Randerather Kita zum Jubiläum mit Hilfe ihrer Erzieherinnen aufgestellt. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Ihr 100-jähriges Bestehen feiert am kommenden Samstag die katholische Kindertageseinrichtung St. Lambertus in der Randerather Wurmaue. Entstanden ist sie mitten im Ort. Wo sich heute die Filiale der Raiffeisenbank Erkelenz befindet, entstand Anfang des 20. Jahrhunderts ein Kloster mit einer Krankenpflegestation, einer Unterrichtsklasse für die schulentlassene weibliche Jugend in Form einer Nähschule und einer Kleinkinder-Bewahrschule als Vorgängerin der heutigen Kita.

Bereits im August 1916 hatte Mutter Monika, die Generaloberin der Christenserinnen in Aachen, mit dem damaligen Pfarrer Ludwig Inderfurth bezüglich der Errichtung eines Klosters in Randerath verhandelt. Am 21. Juni 1917 wurde das aus dem Jahr 1774 stammende Haus, das zuvor den Vorfahren der in Aachen berühmt gewordenen Familie Talbot gehörte, als Kloster eingeweiht. Fünf Schwestern zogen ein, unter ihnen die erste Leiterin der Kleinkinder-Bewahrschule, Schwester Coleta, die zuvor in Linnich schon eine solche Einrichtung geleitet hatte.

1928 schon wurde die Kleinkinder-Bewahrschule zum ersten Mal um die bis dahin von der Nähschule genutzten Räume erweitert. Die Nähschule zog in einen neuen Raum um. Während des Zweiten Weltkriegs gingen die Schwestern nach Bad Salzuflen. Bei den Luftangriffen der Alliierten wurde die Inneneinrichtung des Klosters total zerstört. Auch das Gebäude wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Schon Ende 1945 begannen die zurückgekehrten Schwestern jedoch mit dem Wiederaufbau und engagierten sich zunächst für die Unterbringung von Obdachlosen und von alten Menschen. 1955 war das Kloster- und Kindergartengebäude komplett wieder hergerichtet. Das Relief vom heiligen Josef, das dort seinen Platz über dem Eingangsportal hatte, ziert heute den Eingang der Bankfiliale.

1969 wurde das Kloster in Randerath aufgelöst, das Gebäude weitestgehend abgerissen und ein neues Bankgebäude errichtet. Der Kindergarten konnte jedoch in einem verbliebenen Altbau von der neuen Leiterin Hubertine Schumacher weitergeführt werden bis zur Fertigstellung des neuen Kindergartens an seinem heutigen Standort im Jahre 1974.

Die Trägerschaft wechselte von dem Orden der Christenserinnen zur Katholischen Pfarrei St. Lambertus. Im Jahre 1976 kehrte Schwester Gerlinde von den Christenserinnen nach Randerath zurück und übernahm nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin den Kindergarten, in dem sie schon von 1963 bis 1969 gearbeitet hatte. 2003 trat Maria Sonnenschein ihre Nachfolge an und leitete den Kindergarten bis 2008.

Fünf Leiterinnen

Seit 2008 leitet Petra Bongartz den Kindergarten. So hat der Kindergarten in den 100 Jahren seines Bestehens nur fünf Leiterinnen gehabt.

2009 wurde der Zwei-Gruppen-Kindergarten in der Wurmaue erstmals erweitert und umgebaut zur ersten Kindertageseinrichtung in Heinsberg mit einem Angebot für Kinder unter drei Jahren. Inzwischen ist die Kita ein „Haus der kleinen Forscher“. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten am kommenden Samstag, 10. Juni, erhält sie zudem die Urkunde zur Zertifizierung als Bewegungskita mit dem Pluspunkt Ernährung.

Zugleich wird dann der neue, farbenfroh gestaltete Anbau mit Bewegungs-, Personal- und Waschraum offiziell seiner Bestimmung übergeben. Nach einem Wortgottesdienst in der katholischen Kirche geht es in einem festlichen Umzug zur Kita, wo um 12.15 Uhr die Feierlichkeiten beginnen. Ab 13.30 Uhr gibt es vielfältige Aktionen auf dem Außengelände und eine Tombola. Ihr Erlös soll genutzt werden für die weitere Innenausstattung des Anbaus. Ab 15 Uhr ist der Mitmach-Zirkus „Gioco“ zu Gast.

„Es soll ein großes Dorffest werden für alle Randerather“, so der Wunsch von Kita-Leiterin Petra Bongartz.

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