Heinsberg - Virtuoses Spiel von Cello und Orgel in St. Gangolf

Virtuoses Spiel von Cello und Orgel in St. Gangolf

Von: Utz Schätzle
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Die Cellistin Johanna Peiler aus Heinsberg und der Kirchenmusiker Christian Skobowsky aus Ratzeburg musizierten im Rahmen der Konzertreihe „Musik in St. Gangolf“ im Selfkantdom Heinsberg. Foto: Utz Schäzle

Heinsberg. Ein vielschichtig zusammengestelltes Programm mit einem breiten musikalischen Spektrum zeichnete das Kirchenkonzert von Christian Skobowsky, Orgel, und Johanna Peiler, Violoncello in St. Gangolf aus.

Es erklangen Werke von Johann Sebastian Bach, Camille Saint-Saëns und César Frank, aber auch eher selten zu hörende Kompositionen von Olivier Messiaen, Oskar Wermann und Zslot Gárdonyi. Mit nuancenreicher Genauigkeit und hervorragendem Zusammenspiel überzeugten beide Solisten. Gelungene Tempo-Variationen und heikle Duett-Passagen zwischen Cello und Orgel verrieten penible Vorbereitung.

Dahinter verbarg sich ein harmonisches musikalisches Gegenüber und Miteinander, das mit einer einzigartigen Ausstrahlung die Zuhörer in ihren Bann zog. Bisweilen sorgten ungeahnte und ungewöhnliche Klänge in Frage und Antwortspiel beider Instrumente,- vor allem bei den Werken der zeitgenössischen Kompositionen- für musikalische Kontraste in vielerlei Hinsicht. Seinem Ruf als hervorragender Organist wurde Christian Skobowsky gleich zum Auftakt gerecht. Er nutzte mit dem „Präludium h – Moll für Orgel“ von Johann Sebastian Bach, BWV 544/1 mit mächtigen Orgelakkorden das gesamte räumliche Spektrum der Kirche. Mit musikalischem Ausdruck, mit Virtuosität und Spielsicherheit, sowie mit fantasievoller Registrierkunst gelang ihm eine überzeugende Interpretation des Bachschen Werkes auf der Seifert Orgel.

Mit der „Sonate g-Moll“ die als eine schönsten Bach-Sonaten gilt, zeigte Johanna Peiler, dass man nicht umsonst über das Violoncello sagt, dass es unter allen Instrumenten jenes ist, das der menschlichen Stimme in all ihren Tonlagen am nächsten kommt. Mit sonorem, aber auch noch in Extremlagen sauberen und wandlungsfähigem Ton gestaltete sie melodische Linien, und schöpfte die dynamisch kraftvollen emotionalen Momente voll aus.

Das Adagio überzeugte durch klangliche Feinmotorik, das Allegro interpretierte sie energiereich und stimmungsvoll. Sorgfältig und mit Bedacht agierte Christian Skobowsky an der Orgel, nie wurde das Violoncello verdeckt.

„Le Dieu cache“(Der verborgene Gott) ist ein Werk des französischen Komponisten Olivier Messiaen eigens geschrieben für Orgel. Geradezu atemberaubend war das Spiel von Christian Skobowsky auf der Seifert-Orgel, der mit dem zeitgenössischen Werk eine Kostprobe seines Könnens, von zarten Pianoklängen bis hin zu raumfüllenden Klanggebilden gab. So konnte man perfekte Orgelmusik auf nicht ausgetretenen Pfaden der Orgelgeschichte genüsslich erleben.

Sehr gefühlvoll wurde von dem exzellenten Duo, Camille Saint-Saës „Prière“ (Gebet) vorgetragen. Das Spiel der Orgel ließ besonders die zahlreichen feinabgestimmten Zungenregister hervortreten, wodurch es für die Zuhörer manchmal ein Rätsel war zu erkennen, ob das Cello oder ob die Orgel spielte.

Mit Esprit und virtuosem Schwung erklang César Franks „Choral Nr 2 h-Moll“ für Orgel, mal recht wuchtig, dann aber auch wieder verspielt zart. In einem musikalischen Dialog zweier Instrumente nutzten sowohl Johanna Peiler mit dem Cello, als auch Christian Skobowsky mit der Orgel, die klanglichen Ressourcen bis an ihre Grenzen und Möglichkeiten überzeugend zu nutzen.

Mit den „Variationen über ein ungarisches Kirchenlied“ für Violoncello und Orgel des zeitgenössischen Komponisten Zsolt Gárdonyi wurde ein Schlusspunkt unter ein Konzertprogramm gesetzt, das facettenreicher und damit auch interessanter nicht hätte gestaltet sein können. Dass dann zum krönenden Abschluss Bachs Fuge h-Moll BWV 544/2 für Orgel erklang, war daraus nur die logische Konsequenz.

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