Virtuoses Spiel: Kirchenkonzerte starten mit Ausnahmemusiker

Von: Utz Schäzle
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Großartig: Der taiwanesische Geiger Po Fan Chen und der russische Pianist Ivan Ruzhentsov beim Kammermusikabend in der evangelischen Kirche Randerath. Foto: Utz Schäzle

Heinsberg-Randerath. Zum Beginn der neuen Spielzeit der Randerather Kirchenkonzerte erwies sich die Verpflichtung der beiden Ausnahmemusiker Po Fan Chen (Violine) und Ivan Ruzhentsov (Klavier) als wahrer Glücksgriff.

Jedes Konzert in der evangelischen Kirche Randerath ist etwas Besonderes, betonte der Künstlerische Leiter der Konzertreihe, Florian Koltun, der nicht nur die Begrüßung übernahm, sondern der auch gekonnt und informativ durchs Programm führte. „Heute bieten wir einen Kammermusikabend mit einer einzigartigen familiären Atmosphäre an. Durch die direkte Nähe der Musikliebhaber zu den Künstlern kommt dies zustande“, sagte er.

Kammermusik Solo und im Duett, von Bach bis Sarasate reichte der weit gespannte Programmbogen. Zum Auftakt stand Johann Sebastian Bachs Solosonate Nr. 1 g-moll auf dem Programm. Der erst 17-jährige taiwanesische Violinist Po Fan Chen überzeugte mit Gefühlsstärke, Intensität und brillantem Doppelgriff-Spiel. Sein Klangspektrum reichte von hauchzart (ohne blass zu wirken), bis hin zu unglaublicher Passion, mit einem kraftvollen Ton.

Ludwig van Beethoven komponierte seine zehn Klaviersonaten für ebenbürtige Partner. Das bedeutet, dass sich Geige und Klavier in einem perfekten Dialog abwechseln. Die Anforderungen an die Künstler sind gewaltig. Zusammen mit dem russischen Pianisten Ivan Ruzhentsov bildete Po Fan Chen ein hochkarätig eingespieltes Team. Außergewöhnlich erfrischend präsentierten sie die viersätzige Sonate für Violine und Klavier Nr. 7, auf allerhöchstem künstlerischem Niveau.

Was Paganini für die Geiger war, das war Franz Liszt für die Pianisten. Liszt schrieb mehrere technisch sehr anspruchsvolle Transkriptionen, unter anderem Richard Wagners Ouvertüre zu Tannhäuser für Klavier als Soloinstrument.

Man muss den jungen Zauberer der Tasten Ivan Ruzhentsov erlebt haben, wie er dem Klavier Klänge entlockte, die mal wild aufrührerisch, dann wieder traurig feierlich waren, und das aber in teilweise atemberaubendem Tempo. Sein Klavierspiel war unglaublich virtuos, ohne jemals hektisch zu wirken.

Volle schöne Melodien mit einer „singenden“ Geige, so präsentierte Po Fan Chen die Sonate Nr. 3 „Georges Enescu“ des belgischen Komponisten Eugene-Auguste Ysaye. Zum Abschluss des Konzertes brannten die Ausnahmekünstler bei Pablo de Sarasates „Zigeunerweisen“ ein musikalisches Feuerwerk ab. Po Fan Chen ließ seine Finger in Windeseile über die Saiten springen und interpretierte die Zigeunerweisen mit brillanter Technik und beinahe herzzerreißendem Gefühl.

Bei Ivan Ruzhentsov traten noch einmal alle Charakteristika seines hinreißenden Spiels auf: die klare Trennung von solistischen und begleitenden Partien, präzise Rhythmik und starke künstlerische Präsenz. Beide Solisten bekamen riesigen Beifall von den Zuhörern, die nach einer Zugabe verlangten.

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