Virtuoser Violinist verzaubert seine Zuhörer

Von: hl
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Hervorragend: Roman Kim auf der Violine und Jure Gorucan spielten als Gäste von con brio in der Hückelhovener Aula. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Auch bei seinem zweiten Auftritt in Hückelhoven in der Aula des Gymnasiums riss der Stargeiger Roman Kim die Zuhörer zu Ovationen hin. Zutreffend war das Programm von con brio, den Freunden der Kammermusik, überschrieben mit „Paganini live“.

Und Vorsitzender Rudolf Lengersdorf konnte eine große Zahl von Interessierten begrüßen, unter ihnen viele Kinder und Jugendliche.

Roman Kim ist wohl einer der mitreißendsten Geiger der jüngeren Generation. Zunächst vieltausendfach auf YouTube angeklickt, hat er anschließend seinen Siegeszug durch die großen Konzertsäle in aller Welt angetreten. Sein Spielen mit virtuos zu umschreiben, wäre eine arge Untertreibung. Oft konnten Augen und Ohren kaum oder gar nicht verfolgen, was er seinem Instrument entlockte. Doppel- und Dreifach-Griffe und eine Rasanz, die atemberaubend waren. Und so hörte man dann auch die berühmte Stecknadel fallen, wenn er seiner Geige Töne und Melodien entlockte, die man nicht für möglich gehalten hatte.

Letzteres wurde besonders deutlich bei der Variation zum Kaiserlied von Joseph Haydn (besser bekannt als das Deutschlandlied), bei dem dem Publikum geradezu der Atem stockte. Aber auch die anderen Stücke führten am Ende immer wieder zu viel Beifall: „Sonate Nr. 4 für Violine und Klavier c-Moll“ von Johann Sebastian Bach; „Romance in Ges für Violine und Klavier“ von Roman Kim selber (bei der auch seine Liebe zur romantischen Musik deutlich wurde); „Mose Fantasia“, „Introduktion und Thema mit Variationen über „Das tuo stellato soglio“ aus der Oper „Mose in Egitto“ von Paganini; „Sonate für Klavier und Violine in Es-Dur, op. 12 Nr. 3“ von Ludwig van Beethoven und zuletzt von Paganini „I Palpiti op. 13 für Violine und Klavier“ (bearbeitet von Kim) und „Introduktion und Variationen über ‚Di tanti palpiti‘ aus „Tancredi“ von Rossini.

Jure Gorucan, 1992 in Lubljana geboren, ist Stipendiat verschiedener Stiftungen und nimmt oft an Klavierseminaren und Festivals in Europa teil. Dass sein einfühlsames Spiel an diesem Abend etwas in den Hintergrund trat, lag angesichts der herausragenden Virtuosität eines Roman Kim auf der Hand. Jedoch gaben die beiden ein harmonisches Duo ab.

Blumen und nicht enden wollender Beifall am Ende und natürlich eine Zugabe: „La campanella“ von Nicoló Paganini. Con brio hatte wieder einmal gezeigt, dass man für großartige Musik nicht unbedingt in die großen Städte ringsum fahren muss.

Prismen-Brille aufgesetzt

Etwas verwirrt waren die Zuhörer, weil Roman Kim bei den Stücken, die er auswendig spielte, eine Art Brille aufsetzte, die aber offenbar nicht zum normalen Sehen gedacht war. Für Aufklärung sorgte Manager Rafael Schwarzstein am Ende der Veranstaltung: Nach vielen Versuchen und Experimenten habe Roman sich für diese Prismen-Brille, die das Licht bricht, entschieden, weil sie die Konzen-tration fördere und außerdem sonst ungenutzte Bereiche im Gehirn aktiviere.

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