Heinsberg - Vierhändig Mozart auf einer Gitarre

Vierhändig Mozart auf einer Gitarre

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
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Den zweiten Konzertabend bestritten Dejan Ivanovic (links) und das Aliéksey Vianna Trio – in der Zugabe mit dem Heinsberger Pianisten Frank Ollertz (Zweiter von links). Foto: Anna Petra Thomas
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Anabel Montesinos und Marco Tamyo begeisterten das Publikum beim dritten Meisterkonzert mit ihrem vierhändigen Spiel auf einer Gitarre. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Mozart vierhändig… nein, nicht auf einem Klavier, auf einer Gitarre! Auch diese Überraschung boten die Meister dieses Instruments ihrem Publikum im Rahmen eines der vier Konzertabende des internationalen Gitarrenfestivals in der Stadthalle.

Dass sich im Wettbewerb in dieser Woche wieder einmal die absolute Weltspitze in Heinsberg getroffen hat, steht nach Abschluss der Vorrunde mit 39 Teilnehmern außer Frage. Einen gewaltigen Sprung nach vorne haben dazu in der Gunst des Publikums noch einmal die schon traditionellen Meisterkonzerte gemacht. Sie präsentierten die Gitarre als Instrument an jedem Abend in gleich zwei Konzertteilen und damit für die Zuschauer und vor allem Zuhörer in einer wesentlich erweiterten und sehr interessanten musikalischen Bandbreite.

Nach Sologitarre und argentinischen Tangovariationen mit Bandoneon am ersten Abend eröffnete der Kroate Dejan Ivanovic das zweite Meisterkonzert als Solist mit einer Reihe recht unbekannter Stücke. Das Publikum staunte nicht schlecht, als er nach seinem Einstieg mit einer Sonate des Filmmusik-Komponisten Miklos Rozsa wissen ließ, dass sich in seiner Darbietung auch eine Star-Wars-Melodie zu Darth Vader verborgen hatte. Mit weiteren Stücken von Vicente Arregui, Ricardo Abreu und Johann Sebastian Bach faszinierte er seine Zuhörer ebenso wie mit seiner Zugabe, für die er mit „Notturna“ von Slavko Fumic eine Komposition aus seiner Heimat gewählt hatte.

Mit Aliéksey Vianna saß dann ein Gitarrist auf der Bühne der Stadthalle, der 2005 einer der Teilnehmer des ersten Wettbewerbs gewesen war. Nach einem Einstieg mit zwei Stücken des us-amerikanischen Jazz-Komponisten Ralph Towner nahmen Vianna sowie der Bassist Stephan Kurmann und der Schlagzeuger Mauro Martins ihr Publikum mit auf eine musikalische Reise durch Brasilien. Eine gleichsam gelungene und gekonnte Überraschung war die Zugabe, in der sich der Heinsberger Pianist Frank Ollertz zum Trio gesellte. Er war 2005 „Gastvater“ von Vianna gewesen. Mit „Child of the sun“ präsentierte das Quartett einen aus der Feder des Heinsbergers stammenden Bossa Nova, und auch bei der folgenden, nicht geprobten Zugabe zeigte sich, dass eingefleischte Jazz-Musiker auch „einfach so“ miteinander musizieren können. „Es war mir eine große Ehre, heute hier sein zu dürfen“, erklärte Vianna zum Abschied. „Ich wünsche dem Heinsberger Festival noch ein langes Leben.“

Der Italiener Christian Saggese machte den Auftakt beim dritten Meisterkonzert und verzauberte die Menschen in der Stadthalle zunächst mit den Melodien, die er seiner 15-saitigen Harfengitarre entlockte. Aber auch auf „nur“ sechs Saiten stellte er seine Perfektion unter Beweis, nicht zuletzt beim Wechsel vom Andante ins Allegro in „La Catedral“ von Augustín Barrios.

Wie viel Freude das Musizieren zu zweit machen kann, ließen der Kubaner Marco Tamayo und seine spanische Frau Anabel Montesinos das Publikum spüren. Besonders gut gefiel dem Publikum ihre Interpretation drei bekannter Beatles-Songs. Gelungener Schlusspunkt ihres Vortrags war die Filmmusik zu Walt Disneys „Arielle“, der das Duo eine kubanische Salsa-Melodie gab. „Wenn man Cuba Libre trinken kann, dann geht das auch“, scherzte Tamayo. Und wie das ging. Ohne Zugaben kamen die beiden nicht von der Bühne. Sie setzten mit ihrem vierhändigen Spiel auf einer Gitarre einen Glanzpunkt unter ihren Konzertbeitrag.

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