Vier Glocken ziehen vom alten Dom ins neue Heim

Von: hewi
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In Immerath (neu) gab es den ersten Spatenstich zum neuen Gemeindezentrum, auch dokumentiert vom britischen Fernsehsender BBC. Man stehe quasi mitten in der Kapelle, scherzte dabei Pfarrer Werner Rombach (r.) im Beisein von Pfarrer Günter Salentin, Marlies Breit und Maria Bubenitschek (v.l.n.r.) Foto: Passage

Erkelenz-Immerath (neu). „Ich bin froh, dass wir die Kirche im Dorf lassen.“ Mit diesen Worten kommentierte die Vorsitzende des Immerather Bürgerbeirats, Gisela Berger, die Feierstunde zum ersten Spatenstich für den Bau des Gemeindehauses mit Kapelle am Umsiedlungsstandort in direkter Nachbarschaft zum Kaisersaal.

„Der Dorfmittelpunkt wird um ein markantes Bauwerk ergänzt, das für die Bürger auch eine emotionale Bedeutung hat“, betonte sie. Sie gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Begegnungsstätte „in die Fußstapfen des Immerather Doms treten“ werde. Den zukünftig von der Umsiedlung betroffenen Bürgern werde der Bau Mut machen, dass es auch nach dem Verlust der angestammten Heimat weitergehe.

Der letzte Gottesdienst

Am Sonntag, 13. Oktober, findet in St. Lambertus in Immerath der letzte Gottesdienst statt. Doch schon jetzt beginnt die Zukunft am neuen Standort. Zuerst einmal in Form eines ersten Spatenstichs an der Stelle, wo in den nächsten Monaten das Gemeindehaus mit Kapelle entstehen soll.

„Wir stehen quasi mitten in der Kapelle“, betonte Pfarrer Werner Rombach und zeigte auf die Wiese, auf der in den nächsten Tagen gebaut wird. Er erinnerte an das Bibelzitat „Der Ort, wo du stehst, ist heiliger Grund“. Aus der Bibel hatte er für die Lesung das Gleichnis vom brennenden Busch ausgewählt, in dem Moses den Auftrag erhält, das Volk Israel aus Ägypten heraus in die Heimat zu führen. Mit dem Gemeindehaus bekomme die Gemeinschaft der Umsiedler einen Versammlungsort, der zum Erhalt der Dorfgemeinschaft beitragen werde.

Ein bisschen von ihrem Dom in Immerath werden die Umsiedler mit an den neuen Standort nehmen können. So zum Beispiel das Missionskreuz aus dem 14. Jahrhundert, eine Madonnenstatue und verschiedene sakrale Gegenstände sowie vier Glocken aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Sie werden im neuen rund 16 Meter hohen Glockenturm hängen und wie gewohnt für die Immerather läuten. Das gesamte Gemeindehaus wird rund 600 Quadratmeter Grundfläche haben. Der Kapellenraum wird mit rund 100 Quadratmetern deutlich kleiner ausfallen als die alte Pfarrkirche in Immerath.

Dass es überhaupt eine Versammlungsstätte und einen Raum für religiöse Belange gibt, ist dem zähen Verhandlungswillen der Immerather zu danken. „Die Verhandlungen waren hart, schwierig und vor allem langwierig“, betonte Marlies Bereit vom Kapellenverein. „Es ist klar, dass die Menschen noch an ihrer alten Kirche hängen, doch wir hoffen, dass sie die neue Stätte im Ortsmittelpunkt auch annehmen werden.“

Mit dem Bau wird in den kommenden Tagen begonnen. Fertiggestellt werden soll das Gemeindehaus bis Ende des nächsten Jahres, erklärte Architekt Johannes Klomp. Von Baukosten im Bereich um die zwei Millionen Euro könne man nach derzeitigem Planungsstand ausgehen.

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