Heinsberg-Karken - Vier Bankautomaten in vier Jahren gesprengt

Vier Bankautomaten in vier Jahren gesprengt

Von: Rainer Herwartz
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Die Kreissparkassen-Filiale in Karken wird nach der Sprengung für mehrere Wochen geschlossen bleiben. Foto: Claudia Krocker

Heinsberg-Karken. In den letzten vier Jahren sei es im Kreis Heinsberg nun schon zum vierten Mal geschehen, sagt Karl-Heinz Frenken, Hauptkommissar und Pressesprecher der Kreispolizei Heinsberg. Mitten in der Nacht sprengen unerkannte Täter einen Bankautomaten auf, um an das darin befindliche Bargeld zu gelangen.

Am Donnerstag wurden die Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Roermonder Straße in Karken gegen 2.45 Uhr durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen. Unbekannte hatten den Geldautomaten der im Gebäude befindlichen Kreissparkassen-Filiale gesprengt. Verletzt wurde zum Glück niemand. Doch durch die Wucht der Detonation entstand ein erheblicher Schaden am und im Gebäude. Mit dem erbeuteten Bargeld flüchteten die Täter in einem dunklen BMW in Richtung niederländische Grenze.

Nach ersten Zeugenaussagen waren an dem Wagen niederländische Kennzeichen angebracht. Mindestens einer der Täter soll bewaffnet gewesen sein. Dieser Mann war etwa 190 cm groß, schlank und hatte dunkle Haare. Er trug keine Maskierung und könnte, so vermutet die Polizei, osteuropäischer Abstammung gewesen sein.

Im Rahmen der auch auf die Niederlande ausgeweiteten Fahndung konnten die gesuchten Personen bisher noch nicht ausfindig gemacht werden. Darin unterscheidet sich der gestrige Fall übrigens nicht von den vorherigen, wie Frenken auf Nachfrage bestätigt. Auch bei den Sprengungen in Geilenkirchen-Gillrath am 21. März 2010, in Erkelenz-Holzweiler am 16. Mai 2012, wo die Kreissparkassen-Filiale mehrere Monate geschlossen werden musste, und in Selfkant-Tüddern am 27. August 2013, wo ein Bankautomat der Raiffeisenbank betroffen war, blieben die Täter unentdeckt.

„Ob es sich um dieselben Täter handelt, ist schwer zu sagen“, meint Frenken. Auch welcher Sprengstoff verwendet worden sei, müsse noch von Experten geprüft werden. In der Vergangenheit hatten die Täter schon einmal mit einem Gasgemisch, das sie in den Automaten leiteten und entzündeten, erfolgreich ihr Glück versucht.

Traurigerweise sei der Versuch, die Bankautomaten noch sicherer zumachen, eine Art „Hase-und-Igel-Spiel“, erklärt Kreissparkassen-Vorstand Hans-Josef Mertens. „Die Automaten sind zwar immer aufwendiger geworden, aber die Gegenseite rüstet nach.“ Deutschlandweit werde statistisch wohl jeden Tag irgendwo ein Bankautomat aufgebrochen.

Die Karkener wird dies kaum trösten. Sie müssen nun einige Wochen auf ihre Kreissparkassen-Filiale verzichten, bis sie wieder geöffnet wird. Selbstbedienungsmöglichkeiten – wie eventuell ein neuer Bankautomat – sollen aber schon früher wieder nutzbar sein.

Zur Klärung des Vorfalls sucht die Polizei weiter nach Zeugen sowie Personen, die Angaben zu den Tätern machen können. Hinweise werden an das Kriminalkommissariat 2 der Polizei in Heinsberg, Telefon 02452/9200, erbeten.

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