Viele Ideen für Wassenbergs Wahrzeichen

Von: Anna Petra Thomas
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An Ideen mangelt es nicht: Der Wassenberger Bergfried soll demnächst intensiv genutzt werden. Zum Beispiel für Ausstellungen, Konzerte und Seminare. Foto: Stefan Klassen
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Norbert Schiefke und Sabrina Martin präsentierten beim Runden Tisch ihre Ideen für die Nutzung des Bergfrieds. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg. Rund 750.000 Euro hat die Stadt Wassenberg in die Sanierung des Bergfrieds investiert. Das aus dem 15. Jahrhundert stammende Wahrzeichen der Stadt ist nun dank neuer Holzbalkendecken auf drei Ebenen wieder nutzbar.

Es wurde mit einer Glaskuppel ausgestattet, verfügt über neue Sanitäreinrichtungen und über eine Heizung. Doch wie soll es künftig genutzt werden? Darüber diskutierten nun rund 30 Teilnehmer an einem Runden Tisch.

Sicher seien bei der Nutzung einige Voraussetzungen zu bedenken, sagte Bürgermeister Manfred Winkens. So seien Veranstaltungen mit mehr als 200 Besuchern nicht möglich, und der Bergfried sei derzeit auch noch nicht für Behinderte zugänglich. „Aber da arbeiten wir derzeit mit Hochdruck dran“, sagte er. Unter dieser Voraussetzung müsse nun geklärt werden, welche Nutzung für den Bergfried künftig gewollt sei.

Norbert Schiefke, Leiter des neuen Fachbereichs Stadtmarketing, Tourismus und Kultur im Wassenberger Rathaus, und Wassenbergs Tourismusexpertin Sabrina Martin präsentierten erste eigene Ideen für die Nutzung: Ausstellungen, Lesungen, kleine Konzerte, Vorträge und Seminare gehörten ebenso dazu wie die Nutzung durch Schulen und Kindergärten. Das Interesse an der Geschichtswerkstatt, wie sie anlässlich der Eröffnung stattgefunden habe, sei sehr groß, sagte Schiefke. Weitere Vorschläge waren die Einbindung des Bergfrieds in Stadtführungen und die Veranstaltungen der Stadt, beispielsweise in den Kunst- und Kulturtag, ins Mittelalter-Spectaculum oder in grenzüberschreitende Projekte, etwa zusammen mit der Gemeinde Roerdalen oder der Burg Montfort.

Die notwendige Grundausstattung für diese Nutzungsmöglichkeiten werde kurzfristig beschafft, sagte Schiefke. Eine Bestuhlung werde dank eines Sponsors möglich. Die Möglichkeit, einen Treppenlift bis zum Eingang und einen Aufzug im Innern einzubauen, sieht die Stadt in der Beteiligung an einem Interreg-Projekt, die allerdings noch vom Haupt- und Finanzausschuss genehmigt werden müsse. „Kulturgeschichte digital erleben“, ist der Titel des Projekts, für das Fördermittel in Höhe von 2,5 Millionen Euro vorgesehen sind und an dem sich die Stadt in den Jahren 2015 bis 2018 mit 25.000 Euro beteiligen müsste.

Interessant für die bessere Zugangsmöglichkeit zum Bergfried ist ein Teilprojekt dieses Gesamtpakets. Dabei geht es um die „Erschließung und Verbesserung kulturhistorischer Elemente“. Etwa 160.000 Euro würden Lift und Aufzug kosten. Sollte das Projekt genehmigt werden, müsste die Stadt ein Viertel der Kosten tragen, also 40.000 Euro, ebenfalls über vier Jahre, so Schiefke: „Das ist eine einmalige Gelegenheit, den Bergfried auch für ältere und behinderte Menschen zugänglich zu machen.“

Weitere Möglichkeiten, Fördermittel zu akquirieren, sahen Schiefke und Martin beim Kreis über ein Museumskonzept und einen damit verbundenen Betriebskostenzuschuss – vom Landschaftsverband Rheinland für Ausstattung und Ausstellungen sowie von der Euregio Rhein-Maas-Nord für grenzüberschreitende Projekte. Auch in Netzwerke wie zum Beispiel das Kulturgeschichtliche Museumsnetzwerk des Kulturraums Niederrhein wollen sie sich weiter aktiv einbringen.

In der Diskussion ging es auch um Ausstellungen, wobei Heimatvereinsvorsitzender Sepp Becker sich gegen eine Dauerausstellung aussprach. Der Bürgermeister regte an, ein Informationsblatt für künftige Aussteller zu erstellen. Die Idee einer aktualisierbaren Multivisionsschau mit entsprechender Anlage wurde ebenso angesprochen wie die Integration des Bergfrieds in Wander- und Radrouten inklusive der obligatorisch dazu gehörigen Werbung.

Weitere Vorschläge waren eine Auftaktveranstaltung mit hochkarätigen Gästen und zugleich potenziellen künftigen Nutzern sowie die Gründung eines Komitees oder eines Fördervereins für den Bergfried.

Der Kritik, ein Runder Tisch hätte viel eher, noch vor den Baumaßnahmen, stattfinden müssen, widersprach Winkens. Ziel sei zunächst allein die Erhaltung des Bergfrieds gewesen. Es habe dafür eine feste Summe zur Verfügung gestanden. „Aber wir haben viel mehr erreicht“, sagte Winkens. Wassenberg baue derzeit Schulden ab, „und wir werden nix tun, was wir nicht bezahlen können. Wir müssen nicht alles dieses Jahr machen“, erklärte er. Schließlich regte er kurzfristig eine öffentliche Sitzung des Kulturausschusses im Bergfried an. „Und wir hören hier heute Abend nicht auf. Wir werden uns wiedersehen“, sagte Winkens.

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