Wassenberg - Videoprojekt: Was tun bei Mobbing?

Solo Star Wars Alden Ehrenreich Kino Freisteller

Videoprojekt: Was tun bei Mobbing?

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
12610579.jpg
Eine Szene im Film „Ein Tag wie jeder andere“: Die Freunde Tobi (links) und Rico unterhalten sich in Ruhe über ihren Schulalltag, als sie von drei Mädchen als „voll hässlich“ angepöbelt werden. Foto: Anna Petra Thomas
12610584.jpg
Melanie Palm und Dirk Windbergs sind ein erprobtes „Gespann“, wenn es um interessante Ferienprojekte für Kinder in Wassenberg geht. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg. „Wie war heute Schule?“, fragt Tobi seinen Freund Rico. „Gut“, sagt Rico. „Bei mir war auch die Schule gut“, sagt Tobi. Die beiden Freunde sitzen auf einer Bank vor der Schule und unterhalten sich. So beginnt einer der vier Filme, die in einem aktuellen Multimediaprojekt zum Thema Mobbing entstanden sind. „Du Opfer“ lautet sein Titel.

Initiiert hat es das evangelische Jugendzentrum Campanushaus in Wassenberg für eine Woche im Rahmen seines insgesamt dreiwöchigen Ferienspielangebots.

In diesem ersten Film mit dem Titel „Ein Tag wie jeder andere“ geht es zunächst noch recht harmlos weiter, als drei Mädchen hinzukommen und die beiden Jungs anpöbeln, sie unter anderem als „voll hässlich“ bezeichnen. Ein anderer Film, genannt „Die neuen Schuhe“, befasst sich mit dem Neid, der entstehen kann, wenn der eine Schüler die Markenschuhe besitzt, die andere auch gerne hätten.

Im Film werden dem Schüler seine Schuhe einfach gestohlen. Ähnlich ergeht es zwei anderen Schülern im Film „Verpiss Dich, Du Opfer“, denen beim Fußballspiel von einer anderen Dreiergruppe einfach der Ball weggenommen wird.

Und schließlich hat eine vierte Gruppe mittels eines Films in dem kleinen Streifen „Trauersauer“ auch das Thema Eifersucht beleuchtet und die Mobbing-Situationen, die daraus erwachsen können.

25 Teilnehmer im Alter von zehn bis 14 Jahren zählte das Projekt, das wie das Märchenprojekt vor zwei Jahren vom Kulturrucksack NRW gefördert sowie von Melanie Palm als Leiterin des Campanushauses und vom Theaterpädagogen Dirk Windbergs geleitet wurde. 13 Betreuer halfen bei der Umsetzung. Sechs von ihnen kamen aus dem städtischen Jugendzentrum „JuZe“. Alle Betreuer waren zuvor in einem Wochenend-Workshop auf ihre Aufgabe vorbereitet worden und hatten dabei selbst schon kleine Filme gedreht.

Wie beim Märchenprojekt, das seinen Höhepunkt in einer Theateraufführung in der Kreuzkirche gehabt habe, seien auch bei diesem Filmprojekt Elemente und Methoden der Theaterpädagogik anwendbar gewesen, sagt Windbergs. „Im Prinzip ging es ja auch hier darum, eine Regie umzusetzen.“ Und anders als beim echten Theater sehe man bei der Umsetzung im Film noch viel schneller „theatrale Ergebnisse“ als auf der Bühne.

Vorgaben habe es keine gegeben, erklärt Windbergs. Die Mobbing-Geschichten seien vielmehr gemeinsam entwickelt worden. „Die Kinder haben da ja leider einen großen Erfahrungsschatz“, ergänzt Melanie Palm. Man habe sich gemeinsam mit den Teilnehmern dem Thema rundherum genähert, sagt Windbergs. „Allerdings sind wir es gar nicht so stark theoretisch angegangen.“

Das Besondere an den Filmen, die zwischen zwei und vier Minuten lang sind und jetzt auch im Internet-Videoportal YouTube unter dem Stichwort „Campanushaus“ zu finden sind: Einleitenden Szenen folgen immer zwei Lösungsmöglichkeiten. Der Zuschauer kann sich für eine der beiden folgenden Filme unter dem Klick auf ein A oder ein B entscheiden – und danach natürlich auch den zweiten Weg noch im Film verfolgen. „Wichtig ist, als Lösung klare und starke Strukturen zu entwickeln, auch bis dahin, die Polizei zu holen“, erklärt Windbergs die Zielsetzung.

Unter dem Stichwort „Campanushaus“ finden sich jetzt darüber hinaus auch vier kleine Filme in dem Internet-Portal, in dem sich die jungen Filmemacher vorstellen. Gedreht worden sind die Filme übrigens ausschließlich mit den eigenen Handys, was den Kindern ermöglicht, das in ihrer Arbeit mit Windbergs Erlernte auch künftig sinnvoll einzusetzen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert