Waldfeucht - Verstopfungen am Stauraumkanal: Sperrige Fracht und schwere Lkw

Verstopfungen am Stauraumkanal: Sperrige Fracht und schwere Lkw

Von: dawin
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Der Kitscher Weg in Haaren wird zwischen Markt und Bergstraße saniert. Die Anwohner sollen darüber entscheiden, ob sie auch einen ausgebauten Gehweg haben wollen. Foto: dawin

Waldfeucht. Das Problem ist nicht neu – und stand deshalb bei der Sitzung des Waldfeuchter Gemeinderates auf der Tagesordnung: Am Auslauf des Stauraumkanals Kreisstraße 5 / Einmündung Wirtschaftsweg Heider Hof kommt es immer wieder zu Verstopfungen.

Grund: die Drosselung erfolgt durch einen sogenannten Dimensionswechsel, das heißt, die Rohre des abgehenden Kanals können weniger Abwasser aufnehmen. Und da der abgehende Kanal fast rechtwinklig am Stauraumkanal angeschlossen ist, verfangen sich häufig größere Störkörper an dieser Stelle.

Man staunt, was so alles aus dem Abwasser gefischt wird: „Es sind Erwachsenenwindeln, Babywindeln, Handtücher, Äste und manch anderes darunter“, zählte Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen einige Beispiele der sperrigen Fracht auf.

„Es sind vielleicht fünf Prozent der Bürger, die unbelehrbar sind und die Sachen in den Kanal werfen“, monierte Schrammen. Das Problem tauche alle zwei bis vier Wochen auf. Damit verbunden sei stets ein Spülaufwand, dessen Kosten am Ende alle Bürger tragen müssten. In der Vergangenheit, so Schrammen, hat es bereits mehrfach einen Rückstau zu den Gebäuden im Heider Hof gegeben.

Der Stauraumkanal hat eine große Menge Abwasser zu transportieren, angeschlossen sind immerhin die Ortschaften Braunsrath, Selsten, Löcken, Schöndorf, Hontem und Teile von Obspringen. Die Ingenieurgesellschaft Dr.-Ing. Nacken wurde deshalb beauftragt, einen Lösungsvorschlag zu erarbeiten.

Dieser sieht vor, das Auslaufbauwerk umzubauen, um ein besseres Fließverhalten zu erreichen. Die Verbindung zum Kanal soll daher nicht mehr rechtwinklig sein, eine leichte Kurve soll künftig den Abwasserfluss optimieren und Verstopfungen weitestgehend verhindern. Kosten wird die Maßnahme rund 140 000 Euro. Der Rat stimmte dem zu.

Volle Zustimmung gab es auch für eine weitere Baumaßnahme, die in zwei Abschnitte aufgeteilt und mit 190 000 Euro veranschlagt ist: Die Fahrbahnoberfläche des Kitscher Weges in Haaren wird in den Teilstücken zwischen Markt und Bergstraße sowie Bergstraße und Bruchstraße saniert, da sie immer mehr Schäden aufweist, auch verursacht durch den Schwerlastverkehr.

Im Bereich Markt/Bergstraße wird zudem die in die Jahre gekommene Wasser- und Kanalleitung ausgetauscht, die Hausanschlüsse werden ebenfalls bis zu den Grundstücksgrenzen erneuert. Im Bereich Bergstraße/Bruchstraße befinden sich keine sanierungsbedürftigen Ver- und Entsorgungsleitungen, so dass nur die schlechte Straßendecke erneuert wird.

Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen stellte Bürgermeister Schrammen die Frage in den Raum, ob nicht zugleich über einen durchgehend gepflasterten ein- oder auch zweiseitigen Gehweg nachzudenken sei. Allerdings würden in diesem Fall – anders als bei der „normalen“ Sanierung – die Anwohner nach dem Kommunalabgabengesetz zur Kasse gebeten: Am Gehweg müssten sie sich zu 50 Prozent, an der Straße zu zehn Prozent beteiligen. Die Verwaltung wird deshalb, so beschloss es der Rat, zu einer Anwohnerversammlung einladen, wo des Bürgers Wille abgefragt wird.

Die Planungen für die Umgehung Karkener Straße sind einstweilen auf Eis gelegt. Dies teilte der Bürgermeister mit. Grund: Wegen des Widerstandes im politischen Raum sei derzeit nicht an eine Realisierung des Vorhabens zu denken. Die alte, stark lädierte Karkener Straße soll eine neue Asphaltdecke erhalten, so dass sie wieder gut befahrbar ist.

Außerdem ließ Schrammen wissen, dass ein Gutachter damit beauftragt wurde, die Auswirkungen der Immissionen durch die Windkraftanlage Gangelt-Breberen auf das Waldfeuchter Gemeindegebiet zu messen. Einwohner umliegender Ortschaften beschweren sich vermehrt über störende Geräusche.

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