Verstopft: Zwei Wochen lang läuft das Wasser nicht ab

Von: Daniel Gerhards
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Bis zu seinem Haus verläuft das Glasfaser-Kabel schon einmal: Einen Internetanschluss hat Andreas Laveneziana aber noch nicht. Dafür einen Schaden am Abwasserrohr, der sich gewaschen hat. Foto: Gerhards

Wassenberg-Luchtenberg. „Mein Haus war nicht bewohnbar.“ Wenn Andreas Laveneziana über den Anschluss ans Glasfasernetz spricht, dann kommt der Ärger in ihm hoch. Eigentlich wollte er nur schnelles Internet, bekommen hat er einen Schaden, der sein Haus in Luchtenberg unbewohnbar gemacht hat.

Die Geschichte beginnt am 8. März: Im Haus von Andreas Laveneziana läuft das Wasser nicht mehr ab. Er denkt an eine simple Verstopfung, ruft eine Rohrreinigungsfirma an und fährt mit einer Kamera durch das Rohr. Und was die Kamera aufzeichnet, ist dann doch eine große Überraschung: „Die orangenen Glasfaserkabel laufen mitten durch das Abflussrohr“, sagt Laveneziana. Und an den Kabeln staue sich das Toilettenpapier, was den Kanal verstopfe. Die Arbeiter müssen das Kabel durch das Tonrohr „geschossen“ haben.

Laveneziana ruft bei der Hotline der Deutschen Glasfaser an, wo er den Vertrag für das schnelle Netz abgeschlossen hat. Einen Tag später stehen Arbeiter vor der Tür. Ohne Termin, wie Laveneziana sagt. Andreas Laveneziana wollte gerade zur Arbeit fahren. „Die Arbeiter haben hier rumgeschrien und sich gegenseitig beschimpft“, sagt er. Irgendwann seien sie dann auch ihm gegenüber aggressiv aufgetreten. „Da war für mich der Punkt erreicht, an dem ich gesagt habe: bis hierher und nicht weiter.“

Die Version des Unternehmens klingt etwas anders: Dazu schreibt eine Sprecherin der Deutschen Glasfaser, dass es „eine unmittelbare Reaktion“ auf die „Schadensmeldung“ gab. „Bereits am kommenden Tag war das Bauunternehmen zur Schadensbehebung vor Ort, erhielt aber leider keinen Zutritt zu dem betroffenen Grundstück“, schreibt sie.

Unterm Strich bleibt vom 9. März: Der Schaden ist nicht behoben.

Rückruf? Fehlanzeige!

Laveneziana ruft also wieder bei der Hotline an. Rückrufe seien versprochen worden. Aber das Telefon habe nie geklingelt. Außerdem habe er bei den Hotline-Mitarbeitern keine Bereitschaft gespürt, ihm tatsächlich helfen zu wollen. Laveneziana ging dann dazu über, der Deutschen Glasfaser Briefe zu schreiben, damit er auch beweisen kann, sich gemeldet zu haben. Den ersten schickte er am 13. März, den zweiten am 16. März per Einschreiben. Die Reaktion: Er habe keine Reaktion bekommen.

Während dieser Zeit läuft das Wasser in seinem Haus nicht ab: „Mein Haus war nicht bewohnbar. Ich konnte noch nicht einmal auf die Toilette gehen“, sagt Laveneziana. Also musste er bei seiner Freundin übernachten – was jeden Tag 100 Kilometer Autofahrt bedeutet. Zwei Wochen zieht sich das hin. Bis sein Anschluss behelfsmäßig repariert wird. Die Kostenzusage der Versicherung liegt mittlerweile vor.

Dass so ein Fehler passiert, ist gar nicht Lavenezianas größter Kritikpunkt. Es ist der Umgang des Unternehmens mit dem Fall. „Das ist ein Unding: Wenn man weiß, dass es so einen Schaden gibt, der ein ganzes Haus unbewohnbar macht, nicht mal Gas zu geben“, sagt er. Er fühlt sich von der Deutschen Glasfaser alleingelassen. Und er will gerne dabei sein, wenn auf seinem Grundstück gearbeitet wird: Nach dem, was passiert ist, möchte er nun zuschauen, wenn sein Abflussrohr repariert wird. „Mir ist wichtig, dass das fachgerecht gemacht wird“, sagt er.

Die Deutsche Glasfaser teilt zu dem Fall weiter mit: „Mittlerweile besteht eine Einigung über die Zugangsberechtigung durch den Kunden und auch eine konkrete zeitliche Vereinbarung“, schreibt die Sprecherin. Und weiter: „Im Verlauf der Kommunikation sind alle von uns vorgesehenen und uns möglichen Schritte unternommen worden. Die Verärgerung des Kunden ist verständlich, er hatte sich tatsächlich mehrfach bei uns gemeldet.“

Die Deutsche Glasfaser sieht sich aber nicht in der Verantwortung dafür, dass Laveneziana so lange ohne funktionierenden Abfluss dasteht: „In diesem Fall hat sich die Schadensbehebung leider verzögert, da der Kunde bei den Arbeiten persönlich anwesend sein wollte. Die Behebung des Schadens wird durch uns selbstverständlich nach seinen Wünschen und mit Rücksicht auf seine terminlichen Vorstellungen realisiert.“

Diese Antwort bezeichnet Andreas Laveneziana als „Frechheit“.

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