Vermisster in Tüddern erschossen, in Belgien vergraben?

Von: Felix Lennertz
Letzte Aktualisierung:
Mouhammad al Jader
Nach dem Fund von Leichenteilen gehen die Ermittlungsbehörden in Belgien und den Niederlanden davon aus, dass es sich um die Überreste des vermissten Mouhammad al Jader aus den Niederlanden handelt. Der Mann soll bereits am 6. August in einer Wohnung im Selfkant ermordet worden sein; zwei dringend der Tat verdächtige Personen sitzen in U-Haft. Foto: vermisteperson.info

Selfkant/Maastricht. Nach dem Fund von Leichenteilen in einem Ort an der niederländisch-belgischen Grenze nördlich von Maastricht ermitteln jetzt die Polizeibehörden aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland sowie mehrere Staatsanwaltschaften. Sie gehen von einem Mord aus.

Die niederländische Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich bei den Leichenteilen um Körperteile eines vermissten 29-jährigen Niederländers handelt. Erst eine konzertierte Aktion in den Niederlanden, Belgien und im Selfkant in der Nacht zum vergangenen Freitag hatte Licht in den Fall bringen können.

Bei diese Aktion, die nach Informationen unserer Zeitung von schwer bewaffneten Einsatzkommandos durchgeführt wurden, wurden sechs Häuser oder Wohnungen durchsucht und acht Personen festgenommen.

In der Gemeinde Selfkant wurde gegen 4 Uhr morgens eine Wohnung in Tüddern gestürmt; gegen 6 Uhr morgens eine weitere Wohnung in Waldfeucht-Haaren durchsucht.

Nachdem die Polizeibehörden die verhafteten Personen am Wochenende eingehend verhört hatten, ergaben sich neue Ansätze. Demnach soll der Vermisste bereits am 6. August in der durchsuchten Wohnung in Tüddern erschossen worden sein.

Nach den Ermittlungen fanden Ermittler der Polizei an einem bislang nicht näher bekanntgegebenen Ort in Belgien Leichenteile. Forensische Untersuchungen sollen nun den Nachweis bringen, dass es sich dabei um die sterblichen Überreste des Vermissten handelt.

In den vergangenen Monaten war sogar in einer niederländischen Fernsehsendung dem Schicksal des verschwundenen Mannes nachgegangen worden - ohne Erfolg.

Der 29-Jährige stammt ursprünglich aus dem Irak, war in Schinveld gemeldet und wohnte in Urmond. Nach niederländischen Medienberichten soll er bereits 2006 wegen internationalen Drogenhandels verurteilt worden sein.

Es gibt derzeit zwei dringend der Tat verdächtige Personen. Eine 57 Jahre alte Niederländerin wurde in ihrer Wohnung im Selfkant festgenommen und sitzt in Köln in Untersuchungshaft; ein 52 Jahre alter Niederländer, der in Belgien verhaftet wurde, sitzt dort in Untersuchungshaft.

Zu möglichen Hintergründen der Tat und den in Haft genommenen Personen schweigen sich die Ermittlungsbehörden derzeit aus. Berichte verschiedener Medien, nach denen es sich um einen Mord im Drogenmilieu handeln könnte, wies der Aachener Oberstaatsanwalt Robert Deller gegenüber unserer Zeitung als Spekulation zurück. Er sagte: „Zum Motiv gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Wir haben aber unsere Vermutungen.”
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