"Verlorene Heimat" soll virtuell errhalten bleiben

Von: Helmut Wichlatz
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So sieht das Kugelpanorama der Keyenberger Kirche im virtuellen Rundgang aus. Screenshot: Christof Moos

Erkelenz-Keyenberg. Der Heimatverein setzt Keyenberg und den anderen Erkelenzer Ortschaften, die dem Braunkohletagebau weichen müssen, ein Denkmal. Der Arbeitskreis Virtuelles Museum konnte bei seinem Treffen im Keyenberger Pfarrheim einige Fortschritte auf dem Weg zum Museum im Internet aufweisen.

Wegen der besonderen Situation im Erkelenzer Land und der „schier unerschöpflichen Möglichkeiten“ der virtuellen Darstellung sei das virtuelle Museum das richtige Medium für ihr Anliegen, betonte der Heimatvereinsvorsitzende Günther Merkens.

Im ersten Schritt werde man sich der „verlorenen Heimat“ widmen. Aktuell Keyenberg, Kuckum, Berverath sowie Unter- und Oberwestrich. In den Ortschaften wurden schon Flyer verteilt, in denen die Bürger zum Mitmachen aufgerufen werden. Denn das virtuelle Museum lebt von der kollektiven Erinnerung. In Borschemich und Immerath seien zahlreiche Kulturgüter schon verschwunden und nicht mehr im historischen Kontext darstellbar. Trotzdem werde man sich im nächsten Schritt auch dieser Ortschaften annehmen. Am Ende soll ganz Erkelenz virtuell erfasst und im Netz präsent sein.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Erste Meilensteine dieses Weges sind schon im Internet zu sehen. Zum Beispiel das Kugelpanorama der Keyenberger Heilig-Kreuz-Kirche. Die Kirche kann aus allen Perspektiven angesehen werden, mit Zoom und Schwenk kann man ins Detail gehen und zu auch Informationen abrufen. Informationen klappen in einem separaten Kasten auf, wenn man mit dem Cursor auf den entsprechenden Gegenstand klickt.

Die Informationen stammen aus einem Buch des Heimatvereins über die Keyenberger Kirchengemeinde, das Hans-Josef Pisters und Rainer Merkens geschrieben haben. Die Animation und Umsetzung der 360-Grad-Kirchenbesichtigung erstellte der Neusser Entwickler Christof Moos. Er unterstützt die Arbeit des Heimatvereins ebenso unentgeltlich wie der Mediendesigner Hans-Georg Minkenberg und Heinz-Josef Mertens von der Kreissparkasse.

Wolfgang Lothmann ist der Leiter des Arbeitskreises. Er betonte bei der Präsentation den interaktiven Charakter des Museums. Deshalb sei es wichtig, dass die Bewohner der Orte mitmachen und ihre Dokumente, Filme und Bilder zur Verfügung stellen. Auch aktive Mitarbeit ist gefragt. Derzeit besteht der Arbeitskreis aus rund 20 Personen. Insgesamt zeigten sich die Heimatforscher zuversichtlich, dass das Museum schon im kommenden Jahr „eröffnet“ werden kann.

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