Verkehrssicherheits-Aktion „Alt hilft Jung und Jung hilft Alt“ startet

Von: Helmut Wichlatz
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Die kleinen Helfer im Einsatz: Maria Adorf lässt sich mit Gottvertrauen über die Straße führen. Die Seniorin ist nahezu blind. Die Kinder sollen lernen, Verantwortung für ältere Menschen zu übernehmen. Foto: Helmut Wichlatz
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Für die Sicherheit: Herold Leipold kümmert sich mit seiner mobilen Fahrradwerkstatt um die Verkehrstüchtigkeit von Drahteseln.

Hückelhoven-Brachelen. „Alt hilft Jung und Jung hilft Alt.“ Auf diese griffige Formel haben die Initiatoren das Verkehrssicherheitsprojekt gebracht, das in der Brachelener Grundschule nun gestartet wurde. Teilnehmer sind neben der Grundschule auch der katholische Kindergarten, die Kita „Villa Kunterbunt“ und vor allem Senioren aus dem Alten- und Pflegeheim St. Gereon, Haus Berg.

Die Idee dahinter ist einfach, denn in separaten Seminaren für Senioren und in Kindergärten bereitet die Polizei die beiden Zielgruppen auf die Anforderungen im Verkehr vor. „Da lag es nahe, beides zu verbinden“, erklärte der Leiter der Führungsstelle Verkehr, Polizeihauptkommissar, Josef Neiß. „So können Jung und Alt voneinander lernen.“

In sechs Terminen wurden freiwillige Senioren zu Verkehrshelfern ausgebildet. Da gab es auch für gestandene Omas und Opas einiges zu lernen, zum Beispiel, dass Kinder im Vorschulalter nicht links und rechts unterscheiden können.

„Damit es nicht knallt“

„Am Bordstein halt, damit es nicht knallt“, lautet die Devise. Der Schulhof wurde zu einem Verkehrsübungsplatz hergerichtet, auf dem Straßenverläufe und Zebrastreifen nachgebildet sind. Bürgermeister Bernd Jansen sagte auch zu, dass der Verkehrsübungsplatz um einige Verkehrsschilder erweitert werde. Zukünftig soll zweimal im Monat nachmittags gemeinsam trainiert werden, erklärte der Verkehrssicherheitsberater Jörg Zimmermann-Ramöller, der seit rund 25 Jahren als Fahrlehrer aktiv ist.

Der Geschäftsführer der St.-Gereon-Seniorendienste, Bernd Bogert, sieht in dem Verkehrstraining die logische Fortsetzung der Kooperation zwischen Haus Berg und den Kindergärten vor Ort. Dazu gehörten gegenseitige Besuche mit Backen und Basteln, Spaziergänge oder eine seniorengerechte Einführung in den Umgang mit Computern. Die Beteiligung an dem Projekt sei auch wichtig, weil die Senioren merkten, dass sie auch gebraucht werden und nicht nur Hilfe empfangen.“ Ein Aspekt, der auch der Ausbildungskoordinatorin von St. Gereon, Denise Schnitzler, wichtig ist. Gemeinsam mit den Auszubildenden unterstützt sie die Aktion.

Mit viel Einsatz ist auch Maria Adorf dabei. Die 95-jährige lässt sich ein ums andere Mal von den kleinen Helfern sicher über die Straße führen. Dazu gehört Vertrauen, vor allem, wenn man bedenkt, dass Frau Adorf nahezu blind ist. „Ich freue mich, dass ich den Kindern helfen kann, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen“, sagte sie, als sie zum wiederholten Mal sicher angekommen war.

Ein weiteres Thema ist das Fahrrad. Es ist längst nicht mehr das klassische Fortbewegungsmittel für Kinder und Jugendliche. Dementsprechend sind die Kinder oft untertrainiert. „Viele können nur schlecht Balance halten oder haben Probleme, mit ausgestrecktem Arm abzubiegen“, erklärte Neiß. Daher beinhaltet eine Station des Trainings das Fahren im Kreis. Es schult die Koordination und andere motorische Fähigkeiten. Insgesamt sei das „Familientaxi“ auch bei kurzen Strecken viel zu häufig im Einsatz, lautete das Urteil der Fachleute.

Kreisweite Kooperation

Um die Sicherheit der Drahtesel kümmert sich Herold Leipold auf dem Schulhof mit seiner mobilen Fahrradwerkstatt. Mit weiteren Senioren steht er den Kindern mit Rat und vor allem Tat zur Seite, um das Fahrrad fit zu machen für den Straßenverkehr. Nun hofft die Kreispolizeibehörde, dass die Aktion „Alt hilft Jung und Jung hilft Alt“ im wahrsten Sinne des Wortes Schule macht und sich kreisweit weitere Kooperationen zwischen Kindergärten, Schulen und Senioreneinrichtungen ergeben.

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