Verein Asyl in Wegberg: Neue Räume, neue Schüler

Von: Monika Baltes
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Buchstabenpuzzle: Neue Materialien für den Sprachunterricht hat der Verein Asyl in Wegberg aus Fördermitteln des Landes NRW finanziert – und jetzt wird fleißig gelernt. Foto: Baltes

Wegberg. „Neue Räume, neues Programm, neue Schüler“, mit diesen Worten hat der Verein Asyl in Wegberg die Wiederaufnahme der Arbeit nach den Sommerferien angekündigt. Das private Wohnhaus von Gabi Peterek ist die Heimatadresse des Vereins: Beecker Straße 74.

Aus dem bisher einen Raum für den Verein sind nun zwei geworden, zwei nagelneue Arbeitsplätze mit Laptop gibt es schon, ein dritter ist in Arbeit. Damit ist nicht nur computerunterstützte Sprachförderung möglich, auch Textverarbeitungsprogramme bieten willkommene Hilfe. Kleine Lebensläufe und kurze Bewerbungsanschreiben helfen den Flüchtlingen bei der Arbeitssuche, Anamnesen für Arztbesuche können nun schwarz auf weiß mitgenommen werden.

Das Geld aus den Fördermitteln des Landes NRW ist gut angelegt worden. Ein paar Tische sollen noch kommen, Bücher und Lernprogramme sind bestellt worden. Und gleich nach den Ferien hat die Arbeit begonnen. Dreimal wöchentlich findet hier jetzt deutscher Sprachunterricht statt. „Und dafür suchen wir noch Ehrenamtler“, sagt Gabi Peterek vom Verein Asyl in Wegberg. Man müsse kein Deutschlehrer sein, macht Bettina Hayen, die bereits eine Sprachförderung begleitet hat, den Unentschlossenen Mut, obwohl sie selber Deutschlehrerin am Maximilian-Kolbe-Gymnasium Wegberg ist. Mit „Händen und Füßen zu reden“, das komme von ganz allein. Gern gesehen sind auch Helfer, die nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung stehen können. Wie Melina Bergs zum Beispiel. Die Doktorandin in internationaler Politik hat einen Monat Zeit, und in diesem Zeitraum will sie Flüchtlingen helfen. Mit Keita übt sie gerade schon Feinheiten der deutschen Sprache: zwischen „Du“ und Sie“ zu unterscheiden.

Die Fortbildung der ehrenamtlichen Helfer steht regelmäßig am Samstag auf dem Programm. Auch Asylbewerber sollen als Helfer qualifiziert werden und ihr Wissen weitergeben. „Denn wer könnte besser mit den Problemen von Asylbewerbern umgehen als die, die das aus eigener Erfahrung kennen?“, meint Gabi Peterek. Sadia lächelt. Sadia kommt aus Pakistan, lebt schon seit Jahren in Deutschland und hat sich zur „rechten Hand“ von Gabi Peterek gemausert. Um drei Flüchtlinge hat sie sich heute beim Sprachkurs gekümmert und „alle Blätter weggearbeitet“. Von Büroarbeit versteht sie inzwischen eine Menge, demnächst soll sie einen Kurs in Buchführung machen. „Und vielleicht finden wir dann einen schönen Büroarbeitsplatz für Sadia“, hofft Gabi Peterek.

Trotz aller Beratungen, Sprachkurse und Fortbildungen, die Begegnung kommt nicht zu kurz in der Beecker Straße. „Tea and Talk“ füllt den Montagnachmittag, samstags öffnet das Freizeitcafé. Bei schönem Wetter geht es dann auch gerne mal in den Garten des Hauses, wo auch die Fahrradwerkstatt ist. Und freitags bietet das Frauencafé einen geschützten Raum für die Anliegen und Probleme speziell von Frauen. Hier kommt dann der langersehnte Shuttle-Minibus zum Einsatz, der die Frauen im Flüchtlingsheim an der Nordstraße 100 abholt.

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