Heinsberg-Oberbruch - Verein Amos hat in zehn Jahren vieles bewegt

Verein Amos hat in zehn Jahren vieles bewegt

Von: Anna Petra Thomas
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Mit Tischen und Bänken in der Mitte verwandelte sich die Oberbrucher Anton-Schürkes-Straße in eine „Suppenmeile“. Fotos (3): Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas
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Aufsichtsrat und Vorstand der neuen Amos eG: Johann Schröders, Inge Bachmann, Johannes Eschweiler, Elfi Brockhoven und Wolfgang Schmitz (von links). Foto: Anna Petra Thomas
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Stellvertretend für die Flüchtlinge, die der Verein Amos derzeit betreut, gratulierte Sami Khedr. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Oberbruch. Ein Blick zurück und große Neuigkeiten für die Zukunft prägten die Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehens des Vereins Amos in Oberbruch. Sie begannen mit einer heiligen Messe in der Pfarrkirche St. Aloysius.

„Wir helfen Arbeitslosen und Armen auf die Beine, es ist Heilung an Leib und Seele möglich“, erklärte dort Vorsitzender Johannes Eschweiler in seiner Predigt, angelehnt an das Evangelium von der Heilung des Gelähmten.

Der Prophet Amos, Namensgeber für das durch den Verein geschaffene „Projekt gegen Armut und Arbeitslosigkeit“, habe nicht nur geholfen, sondern er habe die Herrschenden und Reichen aufgefordert, zu teilen und nicht mehr auf Kosten der Armen und Sklaven zu leben. „Es gefällt Gott nicht, so hat Amos es gesagt: Wenn Ihr nicht teilt und Gerechtigkeit übt, dann werdet Ihr Gottes Strafe zu spüren bekommen.“

Amos helfe über alle gesellschaftlichen, religiösen und sprachlichen Grenzen hinweg, betonte Karina Kreutzer in ihrer kurzen Ansprache für Pfarreirat und Kirchenvorstand. Der Verein schenke Hoffnung, Freude, Freundschaft, Verständnis, Zusammenhalt, Perspektive und Heimat.

„Amos trägt somit in unserer Gemeinde dazu bei, Jesu Anliegen der Einheit aber vor allem der Liebe untereinander gerechter zu werden“, sagte sie. „Es erfüllt uns mit Stolz und Dankbarkeit, eine solche Organisation wie Amos hier in unserer Pfarre beheimaten zu dürfen.“

Auf der Bühne am Ende der Anton-Schürkes-Straße, die sich dank der Spenden der Oberbrucher Gastronomie in eine wahre „Suppenmeile“ verwandelt hatte, begrüßte Eschweiler nach der Messe die Gäste zusammen mit Geschäftsführerin Elfi Brockhoven zum gemeinsamen Mittagessen. Bevor es soweit war, ließ er jedoch die Geschichte des Vereins noch einmal kurz Revue passieren.

Mit einer Befragung habe vor zehn Jahren alles angefangen, erinnerte er sich. Der Erlös aus dem Verkauf der Bücher aus der ehemaligen Pfarrbücherei habe damals gereicht für die Einrichtung einer Tafel, des sogenannten Amos-Ladens, im Dechant-Sauer-Haus.

Zwei Amos-Shops in Oberbruch und Hilfarth für gebrauchte Bekleidung und anderes mehr kamen hinzu, dann das Arbeitslosenzentrum mit Bildungsprojekten, der Ort der Begegnung in Erkelenz und aktuell der Arbeitskreis für die Flüchtlingsarbeit. So mancher ehrenamtliche Mitarbeiter sei täglich vor Ort anzutreffen. „Da dürfen wir uns ruhig mal selber beklatschen“, schloss Eschweiler seine Rede.

In einem Interview mit Bistumsvertretern stellte er schließlich die neue „Amos eG“, die erste eingetragene Genossenschaft dieser Art im Bistum Aachen vor, in die jetzt der Amos-Laden und die beiden Amos-Shops überführt werden.

Den Reigen der Gratulanten eröffnete Bürgermeister Wolfgang Dieder. Die Stadt Heinsberg brauche die Unterstützung ihrer Bürger, um ihre sozialen und kulturellen Aufgaben zu erfüllen, erklärte er. „Wir brauchen eine Kultur des Miteinanders, um unsere Standards zu halten und neue Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Wir brauchen Menschen wie Sie, die nicht nur an sich, sondern auch an andere denken“, sagte er, direkt an Eschweiler und Brockhoven gewandt.

Als letzter Redner ging der Flüchtling Sami Khedr auf die Bühne. In gebrochenem Deutsch überbrachte er seine Glückwünsche und seinen Dank an Amos. In Englisch endete er mit einem „Happy Birthday and Thank You, Germany!“.

Weiter ging es dann mit dem gemeinsamen Mittagessen in der Suppenstraße. Führungen durch die Räume von Amos, Modenschauen der Amos-Shops, eine Fotoausstellung über zehn Jahre Amos und ein Cafeteria rundeten das Programm ab. Für die musikalische Unterhaltung stellten sich eine Band, ein Orgelspieler und ein Leierkastenmann ehrenamtlich in den Dienst der guten Sache.

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