Venrath-Kaulhausen: Leerstehende Gaststätte für Fest reaktiviert

Von: hewi
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Insgesamt 800.000 Euro kostet die Sanierung der Venrather Pfarrkirche, die in diesen Monaten stattfindet. Die Leitung dieser Maßnahmen liegt in Händen von Rainer Merkens, dem Vorsitzenden des Bezirksausschusses. Foto: Sommer

Erkelenz-Venrath. Hobbykunst und ein gemütliches Beisammensein in der Gaststätte. Das waren die Zutaten des gelungenen Festes der Dorfgemeinschaft Venrath-Kaulhausen. Mit einem Aufruf hatten die Organisatoren Hobbykünstler gesucht, die ihre Werke bei der ersten Venrather Hobbyausstellung zeigen wollten. Gemeldet hatten sich 19 Künstler, darunter auch die sechsjährige Anne Gormanns, die mit einem lebensfrohen und bunten Bild vertreten war.

Zu sehen gab es Malerei, Schnitzarbeiten, Stickerei und Holzkunst. „Wir haben einen Versuch gestartet, um dem Dorffest eine kreative Abrundung zu geben“, erklärte Friederike Grates von der Dorfgemeinschaft. „Dass das Potenzial so groß ist, hätten wir auch nicht gedacht.“ Zu sehen gab es teilweise professionell wirkende Bilder, die man auch in einer Kö-Galerie erwarten würde.

So zum Beispiel die Bilder von Hans Groß im Stile der Spätromantik oder Wolfgang Theuerzeits Bilder im Stile des Realismus. Aber auch wirklich heimatnahe Arbeiten wie Andreas Bartels Nachbauten von Venrather Wohnhäusern, die wie Puppenhäuser aufgeklappt werden konnten, um auch die realistisch nachgebaute Innenausstattung sehen zu können.

Marlies Giesen präsentierte neben ihren Bildern auch Lyrik und Prosa, die sie schon veröffentlicht hat. Einen Raum weiter informierte Rainer Merkens über die Sanierungsarbeiten an der Dorfkirche St. Valentin. Rund 800.000 Euro wird der Erhalt der Kirche kosten. 70 Prozent davon übernimmt das Bistum, den Rest steuert der Ortsausschuss aus dem Fabrikfond der ehemaligen Pfarrgemeinde bei. Die Sanierung war von der ersten Ausschreibung bis hin zu Fotos des Ist-Zustandes und der Arbeiten dokumentiert und wird voraussichtlich Ende des Jahres abgeschlossen sein.

„Wenn wir im Winter die Heizung fertig haben, folgt der Dachstuhl“, erklärte der Vorsitzende des Bezirksausschusses, Rainer Merkens. Während im Pfarrheim die Kunst und das Kulturgut des Ortes ausgestellt wurden, ging es ein paar Meter weiter zünftig zu. Denn für das Fest wurde auch die seit Ende vorigen Jahres leerstehende Gaststätte Bruns reaktiviert. Im Schankraum saßen die Männer beim Kartenspiel zusammen, als wäre ihre Kneipe nie geschlossen worden, während draußen der große Schwenkgrill angeworfen wurde. „Wir suchen einen Pächter, der die Gaststätte wieder eröffnet“, erklärte Jürgen Jansen.

Doch bislang wurde kein Interessent gefunden, dem man diese Aufgabe zutraut, führte der Präfekt der Venrather Schützenbruderschaft St. Josef weiter aus. Nun werde an einem Konzept gearbeitet, wie die Venrather ihre Traditionsgaststätte wiederbekommen können. Seit dem Leerstand ist schon dreimal eingebrochen worden. „Ein Treffpunkt gerade für die älteren Mitbürger muss sein“, lautet die Meinung der Venrather. Mit dem Dorffest haben sie gezeigt, dass auch in Zeiten des heranrückenden Tagebaus und der Sorge um die eigene Zukunft das Gemeinschaftsgefühl nicht zu kurz kommen darf.

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