Heinsberg - Vandalismus kostet Heinsberg 70.000 Euro pro Jahr

Vandalismus kostet Heinsberg 70.000 Euro pro Jahr

Von: Rainer Herwartz
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Egal ob demolierte Telefonzellen oder umgestürzte Sitzbänke, die Kosten für mutwillige Sachbeschädigungen in der Stadt Heinsberg schlagen jedes Jahr mit vielen tausend Euro zu Buche.
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Ordnungsamtschef Wolfgang Paulus setzt mit „Yours too“ auf Verständnis bei jungen Leuten. Foto: Rainer Herwartz
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Egal ob demolierte Telefonzellen oder umgestürzte Sitzbänke, die Kosten für mutwillige Sachbeschädigungen in der Stadt Heinsberg schlagen jedes Jahr mit vielen tausend Euro zu Buche.

Heinsberg. Mit Kinderstreichen haben die Zerstörungen und Schmierereien in der Stadt längst nichts mehr zu tun. Das Ausmaß der Schäden durch Vandalismus, das jedes Jahr den Haushalt der Stadt Heinsberg belastet, dürfte so manchen Bürger überraschen. Mit über 70.000 Euro schlug die Beseitigung allein im Jahr 2011 zu Buche.

Dabei, so erklärt der Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes, Wolfgang Paulus, seien natürlich Sachschäden an den Einrichtungen von Versorgungsunternehmen wie Telekom, Energieversorgern und ÖPNV oder Privatpersonen inklusive Geschäften noch nicht eingerechnet. Die Angriffe auf das öffentliche Eigentum reichten von besprühten Fassaden und umgeknickten Verkehrs- und Straßenschildern bis hin zu zerstörten Parkscheinautomaten. In einigen Fällen sei hier offenbar versucht worden, den rund 6.000 Euro teuren Geräten mit explosiven Böllern zu Leibe zurücken, um an die Geldbox im Inneren zu gelangen. Nicht selten entstand dabei ein Sachschaden von bis zu 2.000 Euro.

Für Paulus jedenfalls war in den Sommermonaten das Ende der Fahnenstange erreicht. In einem gemeinsamen Projekt gegen Vandalismus mit dem Titel „Yours too“ (Auch Deins) – von Ordnungsamt, Jugendamt und Polizei – sollen ab Anfang nächsten Jahres Schüler dafür sensibilisiert werden, dass mit jeder Zerstörung letztlich auch ein Stück des eigenen Lebensumfeldes vernichtet wird.

„Die Idee entstand im ersten Impuls durch die häufigen Beschwerden der Betroffenen in der Innenstadt“, erklärt Paulus. Doch das am Ende ausschlaggebende Schlüsselerlebnis sei der kontinuierliche Vandalismus an Burgberg und Lago Laprello gewesen. „Am Burgberg wurden teure Strahler demoliert und das Geländer am Kasematteneingang abgerissen.

Auch Pflanzen wurden einfach umgeknickt und die Infotafel mit Graffiti unkenntlich gemacht.“ Allein die Doppelschranke am Lago Laprello sei sechsmal zerstört worden. „Zum Teil wurde sie sogar mit Geländewagen aus der Verankerung gerissen“, beschreibt der Ordnungsamtschef die völlige Hemmungslosigkeit, mit der zu Werke gegangen wurde. „Da habe ich mir gesagt, so geht das nicht weiter!“

Zunächst, so Paulus, habe er „eine Kampagne“ initiiert, in der er sich direkt an Betroffene wandte und die umgehende Beseitigung der Schmierereien anregte. „Damit sich bei den Verursachern kein Erfolgserlebnis einstellt“, erklärt er den psychologischen Ansatz. Im zweiten Schritt soll nun durch das Projekt „Yours too“ die Jugend mit einbezogen werden. „Ich habe das ganze Projekt interaktiv mit Schülerpraktikanten entwickelt. So kamen im Flyer zum Beispiel die unterschiedlichen Schrifttypen zustande.“

Es sei erstaunlich, wie wenig nicht nur junge Menschen über die persönlichen Folgen der Straftaten wüssten, die ihnen durch die Sachbeschädigungen blühten, wenn sie erwischt würden. So sei ja nicht bloß Schadenersatz zu leisten. Die Taten würden ja auch noch nach § 303 Strafgesetzbuch abgeurteilt. Und wenn Zeichen verfassungswidriger Organisationen in irgendeiner Form angebracht würden, erhöhe das die Schwere der Tat. „Eine solche Straftat kann bis zu 15 Jahren im polizeilichen Führungszeugnis stehen“, erläutert Paulus. Das bedeute dann: „Lehrstelle adé“.

Durch „Yours too“ werden die Sekundarstufenklassen acht bis zehn der Hauptschulen Heinsberg und Oberbruch, des Kreisgymnasiums, der Realschulen Heinsberg und Oberbruch sowie die Don-Bosco-Schule Oberbruch angesprochen. Eine Power-Point-Präsentation soll wesentliche Punkte nachhaltig beleuchten, gefolgt von einem etwa 30-minütigen Workshop. In jeder Schule sollten nach den Vorstellungen von Paulus etwa 70 Schüler an der Aktion teilnehmen. Die Schulleiter stünden dem Projekt sehr aufgeschlossen gegenüber, freut sich der Ordnungsamtschef.

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