Heinsberg - Valentinstag anders: Menschen starten tanzend eine Revolution

Valentinstag anders: Menschen starten tanzend eine Revolution

Von: Nicola Gottfroh
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Heinsberg. Es gibt Menschen, die protestieren mit Plakaten. Andere verleihen ihrer Wut auf der Straße mit lauten Schlachtrufen Ausdruck. Und dann es gibt Menschen, die mit ihrem gesamten Körper ein Zeichen setzen und all ihre Wünsche, Hoffnungen und Ziele für die Zukunft einfach heraustanzen.

Solche Menschen kann man am Valentinstag überall in Deutschlands Großstädten und den Metropolen der Welt beobachten. Und wer möchte, der kann gleich mitmachen – denn die Tanzenden sind Teilnehmer der Aktion „One Billion Rising“, einer Tanzaktion, die ein Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen setzen möchte.


Die US-amerikanische Künstlerin, Autorin und Frauenrechtsaktivistin Eve Ensler hat den Valentinstag vor 15 Jahren zum V-Day erklärt, einen Tag,  an dem Frauen gegen Gewalt gegen Frauen demonstrieren. Zum Jubiläum dieses Tages  möchte sie, dass das Thema den öffentlichen Raum erobert. Am Valentinstag sollen auf der ganzen Welt eine Milliarde Menschen gegen Gewalt gegen Frauen auf die Straße gehen.

Auch in Deutschland sind zahlreiche Flashmobs geplant. Eine von den erhofften Milliarde Teilnehmer ist die Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeutin Anette Verbocket aus Heinsberg. Sie leitet das Projekt Nepomuk in Heinsberg, das Netzwerk für Kinder und Jugendliche von psychisch erkrankten Eltern und deren Familien ist. Aus ihrem Berufsalltag kennt sie viele Frauen und Mütter, die Gewalt  erfahren haben. 

Ebenso viele Frauen kennt sie aus dem beruflichen und privaten Umfeld, die mit dem alltäglichen Sexismus – Rainer Brüderle lässt grüßen –   konfrontiert waren, oder sexuell belästigt wurden.  Annette Verbocket hat im Fernsehen von der Aktion gehört und war sofort begeistert. „Keine Frage, dass ich dabei mitmachen wollte. Mir ist es sehr wichtig, ein Zeichen zu setzen“, sagt sie.  Gemeinsam mit fünf Frauen aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis hat Annette Verbocken bereits im Wohnzimmer den Tanz zur Aktion „One Billion Rising“ geübt hat.

„Die deutsche Rapperin Sookee schrieb eigens für die Aktion einen Song, die passende Choreografie „Break the Chain“ gibt es bei Youtube zum Lernen und Nachtanzen“, sagt Verbocken. „Aber auch wer den Tanz noch nicht kann, kann heute am Elisenbrunnen in Aachen schnell mittanzen. Die Schritte sind einfach.“ Die Choreografie dazu ist weltweit dieselbe.  Die Frauen um Annette Verbocket haben die Schritte bereits drauf. Sie werden heute Nachmittag mit anderen tanzenden Demonstranten um 17 Uhr die Choreographie am Elisenbrunnen in Aachen zeigen.  „Ich bin sehr gespannt, wie viele Menschen mitmachen werden, und wer sich spontan zu uns gesellt. Immerhin geht es um ein wichtiges Thema“, sagt Annette Verbocket.

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