Umsiedlung nimmt konkrete Formen an

Von: Helmut Wichlatz
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Erkelenz-Keyenberg. Die Planung der Umsiedlung von Keyenberg, Kuckum, Berverath sowie Ober- und Unterwestrich nimmt konkrete Formen an. Die Umsiedler der betroffenen Ortschaften entschieden sich mehrheitlich für eine Planungsvariante, die von dem Aachener Professor Rolf Westerheide und seinem Team bis zum Herbst ausgearbeitet wird.

Das Abstimmungsergebnis mittels roter Punkte, die an die jeweiligen Planentwürfe angebracht wurden, fiel zur Erleichterung der Beteiligten eindeutig aus. 48 der roten Klebepunkte zierten am Ende der Ideenwerkstatt in der Keyenberger Mehrzweckhalle den favorisierten Planentwurf, der einen großen Grünbereich in der Mitte der geplanten neuen Ortschaft vorsieht.

Der dominante Grünbereich soll mittig von Norden nach Süden verlaufen und einen kleineren Anger kreuzen, der von Osten nach Westen verläuft.

Lob erntete der Entwurf vor allem wegen der Nähe der Wohnstraßen zur Grünfläche und den zentralen Platz in der Nähe der angrenzenden Bundestraße 57 zwischen Erkelenz und Rath-Anhoven.

Auch der Technische Beigeordnete Ansgar Lurweg zeigte sich am Ende der Diskussion erfreut darüber, dass eine klare und mehrheitsfähige Lösung zustande gekommen sei. Auf den Alternativvorschlag, der eine Alleenstraße quer durch den neuen Ort vorsah, entfielen 19 Stimmen.

Schon vor einigen Monaten hatten sich die Umsiedler für eine gemeinsame Umsiedlung und einen gemeinsamen Standort ihrer fünf Dörfer entschieden. Damals ging es auch darum, wo der neue Ort angesiedelt werden soll. Bei dem Verfahren waren verschiedene Suchräume im Stadtgebiet besucht und auf ihre Vor-und Nachteile hin abgeklopft worden. Die Entscheidung war schließlich mehrheitlich für das Areal bei Borschemich in Richtung Rath-Anhoven gefallen. Auch Kückhoven, Venrath und Oerath hatten zur Diskussion gestanden. Betroffen sind rund 1400 Bewohner der fünf Ortschaften, die in den kommenden Jahren umsiedeln werden.

In der durchaus kontroversen Diskussion trafen auch Grundeinstellungen aufeinander. So plädierte der grüne Bundestagskandidat Hans Josef Dederichs für eine frühzeitige Festlegung der Quartiere auf dem zu beplanenden Areal, um für eine Wiedererkennbarkeit der alten Ortschaften zu sorgen.

Dem widersprachen andere Betroffene, die eher die Gemeinsamkeiten als die Trennung hervorgehoben wissen wollten. Diese Gemeinsamkeiten müssten nach Dederichs Ansicht wachsen und könnten nicht „planerisch verordnet“ werden. Sorgen bereiteten den Teilnehmern die Infrastruktur und ihre Umsiedlung an den neuen Standort.

Denn der in den ersten Plänen noch vorgesehene Kindergarten in kirchlicher Trägerschaft wird nun wohl im dann benachbarten Borschemich entstehen. Manche Teilnehmer befürchteten nun weitere Einschnitte bei der Infrastruktur, zum Beispiel bei den Sportanlagen.

Auf Gegenliebe stieß der Vorschlag Westerheides, den zentralen Grünbereich so früh wie möglich zu schaffen, um den Umsiedlern eine Vorstellung von den Flächen und Proportionen zu vermitteln.

Die Diskussion in der Mehrzweckhalle bezeichnete Westerheide als wichtig und richtiges Signal auf dem Weg zu einer gemeinsamen Lösung. An dem Plan werden er und sein Team vom Institut für Städtebau und Landschaftsplanung der RWTH Aachen in den nächsten Wochen arbeiten.

Die Ergebnisse werden den Umsiedlern am Donnerstag, 5. September, ab 19 Uhr wieder in der Keyenberger Mehrzweckhalle präsentiert.

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